Aaya (11†): Bruder muss ins Gefängnis

Für die Jugendstrafkammer am Stader Landgericht ist die Indizienlage eindeutig
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  • hochgeladen von Björn Carstens

bc. Stade. Warum die elfjährige Aaya aus Neu Wulmstorf sterben musste, bleibt auch nach dem Urteilsspruch am Mittwochnachmittag im Nebel. Trotz vieler Unklarheiten, unter anderem fehlt ein Motiv, verurteilte die Jugendstrafkammer am Landgericht Stade den Bruder der Getöteten, Ahmed A. (19), wegen Totschlags zu einer siebenjährigen Haftstrafe. Die Kammer folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Für Richter Berend Appelkamp ist die Indizienlage (DNA-Spuren, Handy-Ortung, Whatsapp-Nachrichten) eindeutig: "Auch wenn die Kammer nicht alle Einzelheiten feststellen konnte, ändert das nichts daran, dass Ahmed A. seine Schwester getötet hat." Appelkamp wendete das Jugendstrafrecht an.

Die Verteidigung, die Freispruch für ihren Mandanten gefordert hatte, hat bereits Revision angekündigt. "Wir warten jetzt das schriftliche Urteil ab, aber schon das mündliche hat mich nicht überzeugt", sagte Rechtsanwältin Annette Voges.

Nach Ende der Verhandlung brach der Vater der Familie gegenüber der Presse sein Schweigen: "Wir sind alle schockiert. Mein Sohn ist zum zweiten Opfer geworden. Er hat mit diesem Tötungsdelikt nichts zu tun."

Wie berichtet, hat Ahmed A. in den Augen des Gerichtes und der Ermittlungsbehörden seine kleine Schwester am 21. März erwürgt und die Leiche in einem Müllsack im Gartenschuppen des elterlichen Hauses in Neu Wulmstorf versteckt.

Ausführliche Hintergründe zum Urteil lesen Sie hier.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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