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Open Infra unter Druck

Klage in Brandenburg und weitere Fragen

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Der Fall des in Stade getöteten Flüchtlings Aman A.
Nach tödlichem Polizeieinsatz will Anwalt neue Ermittlungen

Erinnerung an Aman A. unmittelbar nach seinem Tod im August 2019 | Foto: jab
  • Erinnerung an Aman A. unmittelbar nach seinem Tod im August 2019
  • Foto: jab
  • hochgeladen von Tom Kreib

Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Verkehrsunfall zwischen Issendorf und Horneburg
23-Jähriger prallt auf L123 gegen Baum

Bei einem Verkehrsunfall in der vergangenen Nacht auf der Landesstraße 123 zwischen Issendorf und Horneburg wurde ein 23-jähriger Autofahrer verletzt. Der Fahrer eines BMW aus Horneburg war gegen 21.15 Uhr auf der Strecke unterwegs, als er aus bislang ungeklärter Ursache in einer leichten Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn abkam und mit seinem Fahrzeug gegen einen Baum prallte. Fahrer wird nach Unfall medizinisch versorgt Der 23-Jährige konnte sein Auto eigenständig verlassen. Zufällig...

Blaulicht

Auto prallt mit Pferd zusammen
Schockmoment auf der L124 – zwei Insassinnen leicht verletzt

Unfall in Ahlerstedt: Auto kollidiert mit freilaufendem Pferd auf der L124. Zwei Insassinnen leicht verletzt, Tier stirbt – Straße zeitweise gesperrt. Schrecken auf der Landstraße  Für eine 49-jährige Autofahrerin aus Ahlerstedt wurde die Fahrt am gestern am späten Abend zu einem Schockerlebnis: Mehrere Pferde tauchten gegen 21:30 Uhr plötzlich direkt vor ihrem Wagen auf der Landesstraße 124 zwischen Ahlerstedt und Bokel auf – ein Ausweichen war nicht mehr möglich. Fünf Pferde auf der...

Blaulicht
Die Unfallstelle auf der Stader Straße | Foto: Polizei
4 Bilder

Schwerer Verkehrsunfall in Buxtehude
Sechs Verletzte nach Frontalzusammenstoß auf der Stader Straße

Bei einem Verkehrsunfall gestern Nachmittag kurz nach 15 Uhr in Buxtehude auf der Stader Straßer wurden sechs Fahrzeuginsassen, darunter drei Kinder, verletzt. Nach bisherigen Erkenntnissen war ein 55-jähriger Fahrer eines Ford C-Max aus Apensen auf der Stader Straße unterwegs. Aus bislang ungeklärter Ursache geriet er auf gerader Strecke nach links auf die Gegenfahrbahn. Dort kam ihm ein 49-jähriger Fahrer eines Skoda Superb aus Hedendorf entgegen. Ein Ausweichen war nicht mehr möglich, sodass...

Blaulicht

Polizei bittet um Hinweise
Mehrere Autos in Harsefeld aufgebrochen

In der Nacht von Freitag, 24. April, auf Samstag, 25. April, waren in Harsefeld ein oder mehrere Unbekannte unterwegs und suchten gezielt nach leicht zugänglichen Autos. In der Herrenstraße gelang es ihnen, einen Nissan zu öffnen und sogar zu starten. Mit dem Wagen drehten sie offenbar eine Runde durch den Ort, bevor er später auf dem Marktplatz, wo derzeit der Jahrmarkt stattfindet, wieder abgestellt und verschlossen entdeckt wurde. Auch in anderen Straßen schlugen die Täter zu. Betroffen...

Blaulicht
Die Unfallstelle | Foto: Frank Ewald und Rolf Hillyer-Funke/Feuerwehren SG Oldendorf-Himmelpforten
3 Bilder

Pkw überschlägt sich in Oldendorf
29-Jähriger landet mit Mazda 6 auf dem Dach

Bei einem Unfall in Oldendorf (Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten, Landkreis Stade) ist am Donnerstagabend kurz vor 22 Uhr ein Pkw in der Straße Am Walde verunglückt. Ein 29-jähriger Mann aus Buxtehude war mit seinem Mazda 6 von Oldendorf in Richtung Hagenah unterwegs, als sein Fahrzeug in den rechten Seitenraum geriet und sich überschlug. Fahrzeug überschlägt sich und landet auf dem Dach Nachdem das Auto mit der Vorderfront einen Erdwall am Waldesrand touchiert hatte, drehte es sich um seine...

Blaulicht

Buchholz - Dangersen
Einbruch: Hauseingangstür aufgehebelt

Am Samstag, 25. April, wurde in Dangersen zwischen 23.50 und 24 Uhr die Hauseingangstür einer Doppelhaushälfte im Bauersweg aufgehebelt. Der Bewohner der Souterrainwohnung nahm Stimmen aus dem Obergeschoss wahr und verständigte die Polizei. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung mit mehreren Streifenwagen und einer Drohne konnten die Täter unerkannt entkommen. Hinweise nimmt die Polizei in Buchholz unter der Telefonnummer 04181-2850 entgegen.

Blaulicht

Erfolgsmodell "Mobile Retter" im Landkreis Harburg
Schnelle Hilfe rettet Leben: Landkreis Stade will Ersthelfer-App einführen

Ein Mann sackt plötzlich zusammen. Gerade noch im Gespräch, dann ist er bewusstlos, keine Atmung, kein Puls. Minuten vergehen – Minuten, in denen jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet. Noch bevor der Rettungswagen eintrifft, kniet bereits ein Ersthelfer neben ihm und beginnt mit der Herzdruckmassage. Genau dieses schnelle Eingreifen will der Landkreis Stade künftig noch häufiger ermöglichen – mithilfe einer neuen Ersthelfer-App. Im Landkreis Harburg gibt es so etwas bereits seit drei...

Blaulicht

Autobahn A7 / Egestorf
Anhänger überschlug sich / Fahrerin wurde verletzt

Die 29-jährige Fahrzeugführerin eines PKW Hyundai befuhr am Samstag, 25. April, um 17.28 Uhr die Autobahn A7 zwischen den Anschlussstellen Evendorf und Egestorf in Fahrtrichtung Hamburg auf dem rechten Fahrstreifen mit eingeschaltetem Tempomat. Hierbei näherte sie sich dem vorausfahrenden Transporter des Herstellers Mercedes und seinem Anhänger zu schnell und leitete das Überholmanöver zu spät ein. Der PKW kollidierte mit dem Anhänger, welcher dadurch vom Transporter getrennt wurde, sich...

Blaulicht

Hier wird geblitzt
Die Blitzer-Standorte in dieser Woche im Landkreis Stade

Achtung, Blitzer: Im Landkreis Stade sind in der Kalenderwoche 18 (Montag, 27. April, bis Sonntag, 3. Mai) wieder überall die mobilen Messfahrzeuge im Einsatz. Tempokontrollen kann es jederzeit im Kreisgebiet geben. Das WOCHENBLATT gibt einen Überblick, wo in den kommenden Tagen wahrscheinlich geblitzt wird. Wichtig: Die drei semistationären Blitzer-Anhänger sind wie gewohnt nicht Teil der Übersicht. Der Rat der Redaktion: Lieber einen Gang zurückschalten, Fuß vom Gas nehmen – und sicher ans...

Blaulicht

Schwerer Unfall in Winsen und Einbruch in Tötensen
Täter stehlen Navigationssystem aus Traktor

Bei einem Verkehrsunfall in Winsen ist am Donnerstag ein 79-jähriger Radfahrer schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Unfall gegen 13 Uhr auf der Bahnhofstraße im Einmündungsbereich zur Hansestraße. Der Senior wollte die Einmündung passieren, als ein 27-jähriger Autofahrer mit seinem VW von der Bahnhofstraße nach rechts in die Hansestraße abbog. Dabei übersah er offenbar den von rechts kommenden Radfahrer. Es kam zu einer frontalen Kollision, durch die der...

tk. Stade. Der Hamburger Strafverteidiger Thomas Bliwier beantragt, dass die Staatsanwaltschaft Stade das Ermittlungsverfahren gegen einen Polizisten wieder aufnimmt, der im August 2019 Aman A., einen 19-jährigen Flüchtling, in seiner Unterkunft in Stade-Bützfleth erschossen hatte. Der Einsatz mit dem Ziel der Ingewahrsamname des jungen Mannes war eskaliert.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Stade hatte der 19-Jährige die Beamten mit einer 1,20 Meter langen Hantelstange bedroht und soll angesichts des sich zuspitzenden Geschehens gesagt haben: Schießt doch! Die Stader Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren gegen den Polizeibeamten eingestellt, weil er in Notwehr gehandelt hatte. Dem widerspricht Bliwier vehement.

Oberstaatsanwalt Kai-Thomas Breas, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade, erklärt, dass die Ermittlungsbehörde bei ihrer Bewertung bleibe und das Verfahren nicht erneut eröffnen werde. Die Beschwerde des Anwalts wird zur weiteren Klärung an die Generalstaatsanwaltschaft Celle weitergeleitet.
Thomas Bliwier handelt im Auftrag des Bruders des Getöteten, der in Australien lebt. Der Strafverteidiger fordert in einem umfangreichen Schriftsatz die Wiederaufnahme der Ermittlungen und im Ergebnis eine Anklage wegen Totschlags gegen den Beamten. Dafür gebe es einen hinreichenden Tatverdacht. Bliwier bezieht sich in seinem Schriftsatz auf die Untersuchungsergebnisse, die von der Polizei in Cuxhaven zusammengetragen worden sind, sowie zusätzliche Gutachten etwa über den Schusskanal. Die Stader Polizeiinspektion war mit den Untersuchungen nicht befasst, weil eigene Kolleginnen und Kollegen im Fokus standen.

Situation war
unter Kontrolle

Bliwier argumentiert unter anderem damit, dass die Notwehrsituation, die er grundsätzlich verneint, erst durch den Beamten selbst geschaffen worden sei, der später die Schüsse abgegeben hat. Der habe die Tür zum Zimmer des Getöteten eingetreten.

Zwei Streifenwagenbesatzungen waren damals zu dem Mehrfamilienhaus gerufen worden, weil einer der Bewohner von dem 19-Jährigen bedroht worden sei. Dieser Mann hatte den Notruf gewählt. Der später Getötete soll ihn aufgefordert haben, das Haus zu verlassen, weil er alles kaputt schlagen wolle. Diese Sätze können nicht als Drohung gegenüber dem Zeugen verstanden werden, verneint Bliwier eine tatsächliche Bedrohungslage an diesem Abend.

Laut Schriftsatz des Strafverteidigers soll Aman A. beim Eintreffen der Beamten in seinem Zimmer gewesen sein und Musik gehört haben. Bliwier spricht in seinem Schreiben von einer "vollkommen polizeilich kontrollierten Situation". Demzufolge sei, vereinfacht ausgedrückt, das Eintreten der Tür gar nicht erforderlich gewesen. 

Auch die Aussagen der vier eingesetzten Beamtinnen und Beamten zum  Reizgas-Einsatz, der den Schüssen vorangegangen war, hält der Jurist nicht für überzeugend. Grund: Bei der Autopsie seien nicht so viele Rückstände des Stoffes gefunden worden, die für Bliwier die Einschätzung der Staatsanwaltschaft glaubhaft machen. Die habe davon gesprochen, dass Aman A, regelrecht im Reizgas "gebadet" habe, das jedoch keine Wirkung erzielt hätte.

Was sagt der
Schusskanal aus?

Ein drittes und für den Anwalt starkes Argument ist die Interpretation der Schusskanäle. Unstrittig ist, das fünf Schüsse gefallen sind, von denen einer unmittelbar tödlich gewesen ist. Bliwier interpretiert die Untersuchungsergebnisse so, dass Aman A. vor der Schussabgabe gesessen, gelegen oder auch gehockt haben könnte - was eine Angriffshaltung Richtung des Polizeibeamten an der Zimmertür ausschließe. Für den Hamburger Anwalt ist daher glasklar: Das Verfahren muss wieder aufgenommen werden.

Für Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas ist die Sachverhaltsschilderung durch den Anwalt "unvollständig". Aus dem Gutachten und der Ermittlungsakten werde nur zitiert, was der eigenen Argumentation diene. So lasse etwa die Rekonstruktion der Schusskanäle auch den Schluss zu, dass Aman A. dem Beamten gegenübergestanden habe. Dass Rückstände von dem Reizgas nur in geringer Dosierung gefunden worden seien, habe damit zu tun, dass nicht der gesamte Körper des Toten und die Kleidung auf die Rückstände untersucht worden seien. Es seien die Körperpartien untersucht worden, bei denen Reizgas eine starke Wirkung auslöse.

Staatsanwaltschaft
bleibt bei Notwehr

Für die Ermittlungsbehörde sei nach wie vor klar, dass die Beamten insgesamt richtig gehandelt haben, weil sie von einer tatsächlichen Fremdgefährdung ausgehen mussten. Von einer schweren Hantelstange gehe eine unmittelbare Gefahr aus, so Breas.  In diesem Fall sei es zwingend erforderlich gewesen, so zu handeln, wie es an dem Augustabend geschehen sei.

Bei der juristischen Bewertung gehe es zudem um die Situation unmittelbar vor den Schüssen. Die Frage, ob die psychische Erkrankung von Aman A. zu einer anderen Handlungsweise hätte führen können oder müssen, sei für die Entscheidung zur Einstellung des Verfahrens gegen den Polizeibeamten nicht erheblich gewesen. Kai Thomas Breas: "Wir bleiben bei unserer Bewertung. Das war eine glasklare Notwehrlage."
Wenn die Generalstaatsanwaltschaft in Celle der Argumentation und Sichtweise aus Stade zustimmt, bleibt Strafverteidiger Thomas Bliwier noch ein weiterer Schritt: Er kann beim Oberlandesgericht in Celle ein Klageerzwingungsverfahren anstrengen.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade räumt in diesem Zusammenhang mit einer juristischen Fehleinschätzung auf: Unter anderem von Flüchtlingsinitiativen wird gefordert, dass es aufgrund sich widersprechender Interpretationen zwingend zu einem öffentlichen Verfahren vor Gericht kommen müsse. Die Staatsanwaltschaft dürfe nur anklagen - als Voraussetzung, das überhaupt eine Gerichtsverhandlung stattfindet -, wenn sie die Chancen auf eine Verurteilung als hoch einschätzt. "Das ist hier nicht der Fall", sagt Breas.

Redakteur:

Tom Kreib aus Buxtehude

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