WOCHENBLATT-Redakteurin Stephanie Bargmann wagt den Test: sieben Stunden Schnutenpulli
Einen ganzen Arbeitstag mit Maske

WOCHENBLATT-Selbstversuch: Redakteurin Stephanie Bargmann mit Maske am PC
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(sb). Derzeit streitet die Politik über eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Für die eine Seite wäre eine dementsprechende Regelung eine wichtige Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Für die andere Seite wäre es sowohl übertrieben als auch überflüssig. In Frankreich wurden entsprechende Vorschriften bereits beschlossen: Hier soll künftig eine Maskenpflicht in Unternehmen gelten, ausgenommen sind Einzelbüros.

Zumutbar oder Zumutung: Ich, WOCHENBLATT-Redakteurin Stephanie Bargmann, will es genau wissen. Einen Tag vor der Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder, bei der es u.a. um mögliche Verschärfungen der Corona-Regeln gehen soll, will ich in der WOCHENBLATT-Redaktion und im Außendienst eine Maske tragen. Sieben Stunden lang.

Ich entscheide mich gegen eine Stoff- und für eine Einwegmaske, weil ich glaube, dass diese mich beim Atmen am wenigsten einschränkt. Fragen der Kollegen wie "Was sollen wir machen, wenn Sie vom Stuhl kippen", lächele ich charmant weg. Leider sieht das keiner - wegen der Maske vor meinem Mund.
Als Erstes beschlägt meine Brille. Das bekomme ich aber gut in den Griff, indem ich den Drahtbügel über der Nase nachjustiere. Dann geht es los.

Schon nach wenigen Minuten habe ich vergessen, dass ich eine Maske trage. Beim konzentrierten Schreiben von Artikeln am PC habe ich die neue Situation nach wenigen Minuten ausgeblendet. Anders beim Telefonieren: Hier registriert mein Gehirn sofort, dass etwas anders ist. Meine Gesprächspartner merken allerdings nichts. Meine Stimme klingt wie sonst auch - "vielleicht ein klein wenig belegt, ab kaum wahrnehmbar", sagt meine Kollegin aus Buxtehude auf meine Nachfrage hin am Telefon.

Echt lästig: Bei jedem Schluck Kaffee muss ich die Maske unters Kinn ziehen und anschließend wieder nach oben fummeln. Für mich als absoluter Kaffeejunkie ein echtes Luxusproblem. Auch neu: Fix was essen während der Arbeit ist jetzt nicht. Mein spätes Frühstück nehme ich also brav im Aufenthaltsraum ein.
Dann geht es in den Außendienst. Ich fahre zu Möbel Jähnichen am Steinkamp. Während der Autofahrt nehme ich den Schnutenpulli runter - zum einen bin ich allein im Auto, zum anderen schreibt die Straßenverkehrsordnung das so vor. Im Gespräch mit Arndt Grube, Geschäftsführer von Möbel Jähnichen, wird das Masketragen zum ersten Mal anstrengend: Beim Gehen durch die Ausstellung und längeren Sprechen fällt mir zwar das Atmen nicht unbedingt schwer, aber etwas anstrengend ist es schon. Die Luft bleibt mir dann jedoch einmal völlig weg, als ich beim Sprechen ein kleines Stäubchen einatme, das sich aus der Maske gelöst haben muss. Der daraus resultierende keuchende Hustenanfall - echt unangenehm!

Nach gut sieben Stunden im Arbeitseinsatz werfe ich meine Einwegmaske in den Mülleimer. Feucht geworden ist sie nicht. Beim nächsten Einkauf benutzen möchte ich sie nach sieben Stunden im Einsatz aber auch nicht mehr. Mein Fazit: Maske tragen im Büro ist machbar. Bei längerem Sprechen, in Bewegung oder gar bei körperlicher Arbeit kann die Mund-Nase-Bedeckung hingegen belastend sein. Atemluft habe ich jedoch immer gut bekommen.

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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