Von der Müllkippe zur Müllkrippe
Krippe mal anders: Haarbürste als Jesus

Pastorin Dorlies Schulze mit der Krippe 2.0 aus Metall, Plastik und Vinyl
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  • Pastorin Dorlies Schulze mit der Krippe 2.0 aus Metall, Plastik und Vinyl
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  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Stade. Lässt sich die Geburt Jesu Christi statt wie üblich mit kunstvoll geschnitzten Holzfiguren auch mit alten Trinkpackungen, Haarbürsten, alten Schuhen oder Schallplatten darstellen? Wer die Krippenausstellung in der Stader St. Cosmae Kirche besucht, wird überrascht sein, was aus Abfall und Recycling-Material alles neu entstehen kann.
Unter dem Motto "Von der Müllkippe zur Müllkrippe" haben Kinder und Erwachsene im Rahmen eines Workshops ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und Weihnachtskrippen erschaffen, die so ganz anders sind, als man sie eigentlich kennt.
Da ist zum Beispiel die Krippe aus dem Gelben Sack, die Pastorin Dorlies Schulze zusammen mit ihrer Familie gebastelt hat. Der Stall besteht aus Milchkartons, die Krippe ist eine leere Käseschachtel, es gibt Schafe aus Trinkjoghurtbechern und der Weihnachtsengel stand früher als Shampooflasche in der Dusche der Schulzes.
In der Krippe aus dem Spiegelschrank ist Jesus eine kleine Haarbürste, die Hirten werden durch Klo- und Schuhbürsten symbolisiert, der Weihnachtsengel war mal eine Abwaschbürste.
Auch die Krippe 2.0, die aus allerlei altem Metall, Schallplatten und Plastik besteht, ist ein echter Hingucker und mit dazugehörigen Außerirdischen inklusive UFO wohl am stärksten verfremdet.
Mit dieser zwar sehr nachhaltigen und dafür viel gelobten, aber auch ziemlich unkonventionellen Art der Krippendarstellungen könne nicht jeder etwas anfangen, sagt Pastorin Dorlies Schulze. Manche Besucher seien sogar fast ein bisschen erbost über den Ansatz. Dabei sei die Geburt Jesu damals im Stall ja auch mitten im Alltag, in armen Verhältnissen und ohne Glanz und Glamour abgelaufen.
Interessant findet die Pastorin, dass sich trotz der starken Verfremdung der Szenerie doch schnell erkennen lässt, dass es sich um eine Weihnachtskrippe handelt. "Daran sieht man, wie stark wir christlich sozialisiert sind", sagt Dorlies Schulze.
Übrigens: Neben den Müllkrippen sind auch ein paar traditionelle Krippen ausgestellt. So kommt am Ende doch jeder auf seine Kosten und geht in jedem Fall weihnachtlich inspiriert nach Hause.
• Die Ausstellung in der St. Cosmae Kirche ist noch bis Mittwoch, 18. Dezember, täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Musikalisch begleitet wird die Ausstellung immer donnerstags und samstags um 16 Uhr.

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