Dienstreise zu den Hansetagen
Auf ein Wort: Pskow ist eine Reise wert

Pskow hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten Foto: adobe stock/Kokhanchikov
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Buxtehude/Stade. Reisen bildet, dient der Völkerverständigung, schafft neue Beziehungen und fördert, wenn es ins Ausland geht, die internationale Zusammenarbeit. Darum geht es auch bei den Hansetagen, die in diesem Jahr in Pskow in Russland stattfinden. Die beiden Hansestädte Buxtehude und Stade reisen mit unterschiedlich großen Gruppen in die 200.000-Einwohner-Stadt, die nahe Estland liegt und gut 300 Kilometer von St. Petersburg entfernt ist. Das Ziel ist wirklich attraktiv: Pskow hat viele interessante Baudenkmäler zu bieten. Wer im Internet Fotos anschaut, bekommt Lust, seinen Koffer zu packen.

Die Frage muss dennoch erlaubt sein: Warum zahlt der Steuerzahler für eine Tour zu den Hansetagen? Diese Frage wird manch einer aus den beiden Reisegruppen aus dem Landkreis Stade so beantworten wie Tjorven Plate von der Stader Stadtverwaltung: "Völkerverständigung und der kulturelle Austausch stehen im Mittelpunkt."

Für die Buxtehuder Delegation, bestehend aus vier Verwaltungsmitarbeitern und zwei Ratspolitikern, kostet das 7.500 Euro. Der Verwaltungsausschuss (VA) hat den Trip für diese sechs Personen als Dienstreise genehmigt. Ein Ratsmitglied hatte, nachdem fünf Dienstreisen bereits durch waren, auch noch sein Interesse an der Pskow-Tour angemeldet.

Aus Stade brechen sogar 25 Personen gen Russland auf. Das hat in den vergangenen Jahren zwischen 6.000 und 9.500 Euro gekostet. Wobei Ratspolitiker nur 65 Prozent der Reisekosten erstattet bekommen. Für die Verwaltungsmitarbeiter zahlt die Stadtkasse. Viele der Stader Reisenden, etwa aus dem Verein Hansecontor und Gästeführer zahlen aber komplett selbst.

Angesichts der hochkarätigen Delegationen sind wir auf die Ergebnisse gespannt. Bisher ließen die jeweiligen Nachberichte nach den Hansetagen aus den beiden Landkreis-Hansestädten zumindest nicht vermuten, das sich Bahnbrechendes angebahnt hat. Aber vielleicht kommen demnächst ja viele Touristen aus Russland und zwischen einer Hochschule in Pskow und der Hochschule 21 in Buxtehude gibt es eine enge Kooperation.

Übrigens: Wenn die deutschen Hansestädte noch ein wenig enger zusammenarbeiten würden, ließen sich die Kosten reduzieren. Die Hansestadt Brillon, dort findet 2020 der nächste Hansetag statt, hat in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Reiseveranstalter eine Tour nach Pskow angeboten. Zwar mit Bus und nicht mit dem Flieger - dafür aber mit Erlebnismehrwert durch Abstecher etwa nach Klaipeda. Für die Reise werden pro Person im Doppelzimmer 799 Euro fällig. Die Buxtehuder Delegation hätte dann nur 4.794 Euro für ihre Dienstreise verbraucht.
Ach ja, wer jetzt noch relativ neu im Rat ist und Lust auf Pskow bekommt: Der Hansetag wird 2033 dort erneut stattfinden. Und Völkerverständigung kommt niemals aus der Mode.
Tom Kreib

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Tom Kreib

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