Bereits jetzt ans Windows-10-Ende denken
WOCHENBLATT-Tipp: Sieben Linux-Alternativen für den Laptop
- Für Windows-Umsteiger ist Linux inzwischen eine gute Alternative. Das WOCHENBLATT stellt sieben Linux-Distributionen vor
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Die Aufregung um das Ende von Windows 10 hat sich gelegt. Microsoft hat die Galgenfrist für das abgehalfterte Betriebssystem um ein Jahr verlängert. Doch spätestens im Herbst 2026 wird das Gejammer wieder groß sein. Dann ist definitiv Schluss mit Sicherheitsupdates und Bugfixes – zumindest für Otto Normalverbraucher. Und dann? Gute Frage.
Wer an seinem alten Laptop hängt und nicht auf die aktuelle Windows-Version 11 umsteigen kann oder will, sollte sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, wie es mit dem Klapprechner ohne Windows weitergehen soll. Wer einen Neukauf scheut, landet zwangsläufig bei einer Windows-Alternative, deren Name den durchschnittlichen Computernutzer erschauern lässt: Linux. Viele verbinden dieses Wort mit Technik-Nerds mit dicken Brillen, die nächtelang hinter ihren Monitoren hocken und endlos lange Kommandozeilen in die Tastatur tackern.
Zahlreiche verschiedene Distributionen
Zunächst ist einmal klarzustellen: Linux ist nicht gleich Linux. Was wir gemeinhin als „Linux“ bezeichnen, sind verschiedene Distributionen – also Betriebssysteme, die alle den Linux-Kern nutzen, aber unterschiedlich aussehen und funktionieren. Manche erinnern stark an Windows, andere setzen auf schlichtes Design, wieder andere sind wahre Werkzeuge für Technikfreunde. Aber das Beste ist: Man muss sich nicht gleich festlegen. Mit einem USB-Stick kann man sich viele dieser Linux-Systeme in einer sogenannten Live-Version anschauen – ohne sie fest zu installieren.
- Um an das Motherboard heranzukommen, musste das Notebook behutsam geöffnet werden. Selbst für ältere Modelle gibt es dazu Anleitungen
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WOCHENBLATT-Redakteur Jörg Dammann hat auf einem älteren Notebook sieben Distributionen getestet, die sich besonders für Umsteiger von Windows eignen. Einige werden seit dem angekündigten Windows-10-Ende intensiv beworben, andere glänzen durch besonders hohe Downloadzahlen. Vor dem Test unternahm er noch einen Schritt in Sachen Nachhaltigkeit und schraubte seinen Rechner auf, um den Arbeitsspeicher von vier auf 16 Gigabyte aufzurüsten. Für nicht einmal 30 Euro war damit die Voraussetzung geschaffen, dass sich das alte Notebook noch ein paar Jahre unter Linux nutzen lässt.
- Der Arbeitsspeicher wurde erfolgreich erweitert - hier durch zwei Speicherriegel mit jeweils 8 Gigabyte Kapazität. Das ist für die im Artikel vorgestellt Linux-Distribitionen völlig ausreichend
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Zu den sieben Testkandidaten:
1. Linux Mint
Ein Klassiker unter den Umsteiger-Distributionen. Wer aus dem Windows-Lager kommt, wird sich bei Mint sofort zu Hause fühlen: Startmenü, Taskleiste, Ordner – alles wirkt vertraut. Die Installation verlief problemlos, die Performance ist solide. Mint ist wie ein altes Sofa: unspektakulär, aber sehr bequem. Besonders positiv: große Community, viele Hilfen im Netz.
2. elementary OS
Das genaue Gegenteil von Mint: elegant, minimalistisch, fast schon Apple-ähnlich. elementary OS legt Wert auf ein durchgestyltes Design. Mein erster Eindruck: richtig schön. Doch wer von Windows kommt, muss sich ein bisschen umgewöhnen. Dafür gibt’s eine klare Benutzeroberfläche und ein durchdachtes Bedienkonzept.
3. Winux (LinuxFX)
Winux hat sich zum Ziel gesetzt, wie Windows auszusehen – und das gelingt überraschend gut. Oberfläche, Startmenü, sogar manche Systemdialoge erinnern stark an Windows 10 oder 11. Ideal für Leute, die möglichst wenig Veränderung wollen. Unter der Haube werkelt Ubuntu. Der Nachteil: Hier und da hapert es bei Updates oder Support – und wer auf Sicherheit Wert legt, sollte genau hinschauen.
4. Zorin OS
Einer der Shooting-Stars der letzten Monate. Am Tag des Windows-10-Endes erschien Zorin OS 18 – und wurde direkt über 100.000 Mal heruntergeladen. Mein Test zeigt warum: Es sieht gut aus, läuft stabil, erkennt die Hardware zuverlässig und bietet sogar einen „Windows-Modus“. Perfekt für Umsteiger. Auch ältere Rechner kommen gut klar – mit der „Lite“-Version.
5. MX Linux
Weniger schick, aber technisch top. MX Linux ist eher was für Puristen – kein Hochglanz, aber unter der Haube läuft’s wie geschmiert. Besonders für ältere Hardware ist das System eine gute Wahl. Die Community ist aktiv, und wer bereit ist, ein bisschen tiefer in die Materie einzusteigen, bekommt ein echtes Arbeitstier.
6. Anduin OS
Klingt wie ein König aus „Herr der Ringe“ – und sieht auch ein bisschen heldenhaft aus. Die relativ junge Distribution will Windows-Umsteigern eine moderne Heimat bieten. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt, der Funktionsumfang passt. Im Alltag gab es aber noch kleinere Haker – für eine noch junge Distribution nicht ungewöhnlich. Potenzial ist da.
7. Feren OS
Feren OS ist so etwas wie der Geheimtipp. Die Optik ist modern, das System läuft stabil, und es gibt viele praktische Tools für Einsteiger. Im Test lief alles rund. Einziger Minuspunkt: Die Community ist etwas kleiner, daher findet man bei Problemen nicht immer sofort Hilfe. Dennoch: ein sehr runder Eindruck.
Bei einem rund zweiwöchigen Testdurchlauf haben sich drei Favoriten herauskristallisiert:
- Zorin OS: Einfach zu installieren, sieht super aus, funktioniert sofort – und macht den Umstieg von Windows kinderleicht.
- Linux Mint: Wer möglichst wenig Neues lernen will, ist hier genau richtig. Alles fühlt sich vertraut an.
- MX Linux: Die beste Option, wenn man wirklich alte Hardware hat – zuverlässig, schnell und robust.
Am Ende bleibt festzuhalten: Der Sprung ins Linux-Lager ist heute kein Risiko mehr – vor allem nicht für Normalnutzer. Schreiben, Surfen, Videos schauen, sogar viele Windows-Programme laufen über Umwege weiter (Stichwort: Wine).
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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