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Firmen müssen bei Finanzierung mitziehen
Zukunft des Chemiestandortes Stade: Landkreis setzt weiter auf Modellprojekt

Der Chemiestandort Stade-Bützfleth: Damit dort auch weiterhin der Schornstein reicht, soll das Modellprojekt fortgeführt werden | Foto: Martin Elsen/nord-luftbilder.de
  • Der Chemiestandort Stade-Bützfleth: Damit dort auch weiterhin der Schornstein reicht, soll das Modellprojekt fortgeführt werden
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Der Landkreis Stade will sich weiter engagieren, um die Zukunft des Chemiestandortes Stade zu sichern. Das Modellprojekt zur Standortentwicklung soll auch nach dem Auslaufen der offiziellen Förderung fortgeführt werden. Dafür will sich der Landkreis in den beiden kommenden Jahren mit zehn Prozent an den Gesamtkosten beteiligen. Ziel sei es weiterhin, den Fokus der Entscheider in Berlin und Hannover auf die Region zu lenken, erklärte der erste Kreisrat Thorsten Heinze kürzlich im Wirtschaftsausschuss. 

Landrat hat Thema zur Chefsache gemacht
Denn es geht um viel. Rund 10.000 Arbeitsplätze hängen direkt und indirekt an der Chemieindustrie in Stade-Bützfleth – nicht nur bei großen Unternehmen wie Dow, sondern auch bei zahlreichen Zulieferern, Dienstleistern und Handwerksbetrieben. Die Branche ist damit ein zentraler Pfeiler der regionalen Wirtschaftskraft. Landrat Kai Seefried hatte daher das Thema früh zur Chefsache gemacht. Er brachte Vertreter aus Unternehmen, Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und Verbänden an einen Tisch und schmiedete ein schlagkräftiges Bündnis. Ziel: mit einer Stimme sprechen und die Interessen des Standorts geschlossen vertreten.

Dieser Schulterschluss hat Wirkung gezeigt. Die Region ist sichtbarer geworden und wichtige Kontakte bis in Ministerien und zur Staatskanzlei aufgebaut werden. "Es hat sich gezeigt, dass wir etwas mehr klappern müssen, um von den Verantwortlichen bei Land und Bund auch gehört zu werden, so Heinzes Fazit.

Seine große Aufgabe: Zukunft des Chemiestandortes Stade sichern

Projektleiter als treibende Kraft
Eine zentrale Rolle spielt Projektleiter Stephan Engel. Der frühere Dow-Manager bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der Industrie mit und kennt die Anforderungen großer Chemieunternehmen ebenso wie die politischen Rahmenbedingungen. Engel fungiert als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik, knüpft Netzwerke, stößt Kooperationen an und treibt die Vermarktung des Standorts aktiv voran. Gerade diese praxisnahe Perspektive aus der Industrie gilt als wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts.

Interessen der Region vertreten
Trotz aller Erfolge steht die Chemiebranche aber unter Druck. Hohe Energiepreise, internationale Konkurrenz und unzählige Vorschriften erschweren Investitionen. Besonders die langwierigen Genehmigungsverfahren gelten als Hemmnis für neue Projekte. Hinzu kommt: Während vor Ort konkrete Lösungen erarbeitet werden, fehlen häufig auf Landes- und Bundesebene die passenden Rahmenbedingungen. Der Landkreis sieht sich deshalb gezwungen, selbst aktiv zu werden und die Interessen der Region deutlich stärker zu vertreten.

Zukunft made in Stade – Der Industrie-Standort macht mobil

Gemeinsame Finanzierung geplant
Das bisherige Modellprojekt lief über drei Jahre und wurde maßgeblich vom Land Niedersachsen gefördert. Diese Förderung endet zum 31. Dezember. Für die Fortführung wird nun ein jährliches Gesamtvolumen von rund 250.000 Euro angestrebt - nicht zuletzt, um das Standortmarketing weiter auszubauen. Der Landkreis Stade will sich daran mit zehn Prozent beteiligen – also mit 25.000 Euro pro Jahr in den Jahren 2027 und 2028. Die Hansestadt Stade hat laut Heinze eine Beteiligung in ähnlicher Höhe signalisiert. Neu ist, dass sich künftig sich auch die Unternehmen finanziell beteiligen sollem. Während das Projekt bislang vollständig aus öffentlichen Mitteln getragen wurde, wird nun eine breitere Finanzierung angestrebt. Mit rund einem Dutzend Firmen sei man deswegen im Gespräch, so Heinze. 

Erfolgreiche Bilanz – und weitere Aufgaben
Die bisherigen Ergebnisse sprechen aus Sicht des Landkreises für sich: Unterstützung bei der Flächenvermarktung, erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln wie der europäischen STEP-Initiative und intensive Werbeaktivitäten in Hannover und Berlin. Zudem ist ein starkes regionales Netzwerk entstanden und es gibt einen direkten Draht ins niedersächsische Wirtschaftsministerium. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen ist diese Arbeit unverzichtbar. Der Chemiestandort Stade gehört zu den bedeutendsten in Europa – mit großem Potenzial, aber auch erheblichen Risiken.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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