KI-Musikprojekt "Chalee" aus Stelle
Harte Metal-Riffs aus dem Heim-PC

Marco "Chaalee" Schaal in seinem Heimstudio | Foto: Jan Filter
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Ein eigenes Heavy-Metal-Album - diesen Traum hat sich der 54-jährige Familienvater Marco Schaal aus Stelle nach Jahrzehnten endlich erfüllt: Statt im teuren Studio produzierte er die acht Songs jedoch komplett am heimischen Rechner mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI). Die Stücke sind ab sofort weltweit auf den gängigen Streaming-Plattformen zu hören. "Chaalee" heißt das Ein-Mann-Projekt.

Vor einem Vierteljahrhundert stand Schaal noch selbst als Sänger einer Band auf der Bühne. Danach fehlte die Zeit für aufwendige Proben. Im Alltag steuert der 54-Jährige heute hauptberuflich U-Bahnen durch Hamburg. Doch die musikalischen Ideen blieben. „Die Idee war immer da“, erzählt er im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Über die Jahre hat er Vieles probiert, von gängiger Musiksoftware bis hin zum selber einspielen. Für den Sound, den er sich vorstellte, hat das nie gereicht. „Mit dem Aufkommen der KI konnte ich meine Sachen, die ich seit 25 Jahren mit mir rumtrage, endlich passend vertonen.“

Rund ein halbes Jahr feilte er an seinem musikalischen Comeback. Die englischen Texte über Fantasy und für Heavy Metal typische Schauergeschichten schreibt er komplett selbst. Den restlichen Sound übernimmt das KI-Musikprogramm. Ein einfacher Knopfdruck reicht dafür aber nicht. „Es braucht ein paar mehr Eingaben, bis man wirklich das hat, was man will“, erklärt Schaal. Schließlich soll so ein Album ja schlüssig klingen, sowohl stilistisch als auch vom Sound insgesamt her. Besonderen Wert legt er dabei auf den klassischen, tiefen Doom- und Power-Metal-Klang der 80er und 90er Jahre.

Das Ergebnis kann sich hören lassen. Sogar gewaltige Orchester-Klänge hat die Software passend zum Metal-Rhythmus arrangiert. „Ich habe das befreundeten Musikern vorgespielt. Wenn ich denen nicht gesagt hätte, dass das mit KI ist, hätten sie es gekauft“, freut sich der Steller. Eine Rückkehr auf die Bühne ist indes nicht geplant. Live-Auftritte wird es nicht geben – es geht ihm rein um die Freude an der kreativen Arbeit.

Die allerdings macht ihm soviel Freude, dass er bereits am nächsten Album arbeitet.

Marco "Chaalee" Schaal in seinem Heimstudio | Foto: Jan Filter
Das Album "Praise his name" ist seit Anfang Mai überall auf den Streaming-Plattformen | Foto: Marco Schaal
Redakteur:

Jan Filter aus Winsen

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