Großalarm der Feuerwehren
Großfeuer und kleine Explosionen in Tostedts Zentrum
- Die Säule schwarzen Rauches war kilometerweit zu sehen
- Foto: sh
- hochgeladen von Stefanie Hansen
Um 11.26 Uhr ging am Mittwoch, 10. Juni, der Alarm bei der Feuerwehr ein, dass ein Pkw in einer Autowerkstatt in der Tostedter Bahnhofstraße brennen würde. Bis die Feuerwehr vor Ort war, war die Lage derart eskaliert, dass das gesamte Werkstattgebäude und angrenzende Lagerräume im Vollbrand standen. Es war eindeutig, dass hier nichts mehr zur retten war. Nachdem klar war, dass niemand mehr im Gebäude war, wurde von der Feuerwehr eine Riegelstellung errichtet - so verhinderten sie erfolgreich, dass das Feuer auf das angrenzende Wohngebäude übertritt.
Die riesige schwarze Rauchsäule war kilometerweit zu sehen, selbst die Krechsiedlung war vom Rauch völlig eingenebelt. Anwohner wurden über den Rundfunk gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Es knallte immer wieder, kleine Explosionen im Gebäudeinneren. In dieser Autowerkstatt ist alles verbrannt, die Eternit-Platten des Daches knallten im Feuer.
Umgehend wurden die umliegenden Gebäude evakuiert. Genau gegenüber ist eine Anlage des Betreuten Wohnen, alle Anwohner wurden hinaus begleitet, sammelten sich erst auf dem Parkplatz des Einkaufscenter Bade und wurden mit Hilfe von Fahrzeugen der Samtgemeinde Tostedt zum Restaurant Bostelmann gebracht, dort wurde den Senioren auch ein Mittagessen serviert.
Die Einsatzkräfte wurden von Anwohnern mit Getränken versorgt, was sie bei dem Sonnenschein dankbar annahmen.
Vor Ort waren alle acht Feuerwehren der Samtgemeinde Tostedt im Vollalarm, dazu Feuerwehren aus Buchholz, Hollenstedt und Sprötze. Buchholz brachte unter anderem eine Drehleiter, so dass Tostedt und Buchholz gemeinsam von oben das Feuer bekämpfen konnten. Aus Hollenstedt und Sprötze kam Nachschub von Atemschutzgeräteträgern, aus Hittfeld wurden weitere Atemluftflaschen geliefert. 117 Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpften stundenlang gegen das Feuer. Dazu waren mehrere Rettungswagen und ein Notartwagen im Einsatz.
Bei dieser Großlage gab es Probleme mit dem Löschwasser. Die Mengen an Wasser, die in die Flammen geschossen wurden, überforderten das Wassernetz, so dass der Druck niedrig wurde. Teilweise wurden bis zu 250 Meter Schlauch verlegt, um aus sämtlichen umliegenden Hydranten das Wasser zu entnehmen.
Auch Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam und Tostedts Bürgermeisterin Nadja Weippert waren vor Ort, um sich einen Überblick zu verschaffen.
Gemeinsam mit dem Ordnungsamt und der Tostedter Polizei wurden alle Evakuierungsmaßnahmen sehr geordnet und professionell durchgeführt.
Gegen 14.30 Uhr begann die Feuerwehr damit, das Betreute Wohnen dahingehend zu kontrollieren, ob die Bewohner wieder zurückkehren können, etwa um 15 Uhr konnten sie wieder nach Hause.
Wie durch ein Wunder ist das zur Straße hin stehende Wohngebäude, das zu diesem Gebäudekomplex gehört, nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass die Bewohner wieder in ihr Zuhause zurück konnten. Angesichts des Infernos wagte das zuvor kaum jemand zu hoffen.
Ein Werkstattmitarbeiter bemerkte das Feuer und rief die Feuerwehr. Maurice Breda, Inhaber des genau gegenüberliegenden Eiscafés erzählte, dass er durch das Fenster Rauch im Werkstattgebäude sah - und nur zwei Minuten später stand das gesamte Gebäude lichterloh in Flammen.
Die Werkstatt ist nur noch ein Haufen Schutt, angesichts des Ausmaßes und der Tatsache, dass es mitten am Tage brannte, ist es ein Wunder, dass nicht noch mehr passiert ist. Der Sachschaden ist enorm, fundierte Schätzungen gibt es noch nicht. Auch ist noch nicht klar, wieviele Fahrzeuge gerade in der Werkstatt waren und mit verbrannt sind.
Auch die Kinder der nahen Grundschule wurden alle vorzeitig abgeholt, sie durften wegen des giftigen und stinkenden Rauches nicht mehr auf den Schulhof.
Insgesamt wurden zwei Personen leicht verletzt, eine Anwohnerin und ein Feuerwehrmann.
Die Nachlöscharbeiten dauerten bis zum frühen Abend.
Möglicherweise war der Brand durch Arbeiten an einem Fahrzeug in der Werkstatt entstanden. Die Polizei hat diesbezüglich ein Ermittlungsverfahren zur Brandursache eingeleitet und den Brandort beschlagnahmt.
Was ist bei dem Großbrand in Tostedt passiert?
In einer Autowerkstatt in der Bahnhofstraße in Tostedt brach ein Feuer aus. Innerhalb kurzer Zeit griffen die Flammen auf das gesamte Werkstattgebäude und angrenzende Lagerräume über. Die Gebäude standen schließlich im Vollbrand.
Wie viele Einsatzkräfte waren beim Werkstattbrand in Tostedt im Einsatz?
Insgesamt waren 117 Feuerwehrleute im Einsatz. Unterstützt wurden die Feuerwehren der Samtgemeinde Tostedt von Kräften aus Buchholz, Hollenstedt und Sprötze. Zusätzlich waren mehrere Rettungswagen und ein Notarzt vor Ort.
Gab es Verletzte bei dem Feuer in der Bahnhofstraße?
Ja. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Dabei handelt es sich um eine Anwohnerin sowie einen Feuerwehrmann.
Warum mussten Anwohner und Senioren evakuiert werden?
Wegen der starken Rauchentwicklung wurden umliegende Gebäude vorsorglich geräumt. Besonders betroffen war eine Einrichtung für Betreutes Wohnen gegenüber der Werkstatt. Die Bewohner wurden vorübergehend in Sicherheit gebracht und später wieder zurückgeführt.
Wie verhinderte die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen?
Die Feuerwehr richtete eine sogenannte Riegelstellung ein. Dadurch konnte erfolgreich verhindert werden, dass das Feuer auf ein angrenzendes Wohngebäude übergriff.
Warum gab es Probleme mit der Löschwasserversorgung?
Die enorme Menge an benötigtem Löschwasser belastete das örtliche Wassernetz. Der Wasserdruck sank zeitweise deutlich, weshalb die Feuerwehr zusätzliche Schlauchleitungen von bis zu 250 Metern Länge zu weiteren Hydranten verlegen musste.
Welche Auswirkungen hatte der Rauch auf die Umgebung?
Die schwarze Rauchsäule war kilometerweit sichtbar. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch die Kinder der nahegelegenen Grundschule mussten vorzeitig abgeholt werden, da der Rauch als gesundheitsschädlich eingestuft wurde.
Wie hoch ist der Schaden nach dem Brand der Autowerkstatt in Tostedt?
Die Werkstatt wurde vollständig zerstört und ist nur noch ein Trümmerfeld. Die Höhe des Sachschadens steht bislang nicht fest. Unklar ist zudem, wie viele Fahrzeuge sich zum Zeitpunkt des Brandes in der Werkstatt befanden und ebenfalls zerstört wurden.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Tostedt |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.