Nach dem großen Unwetter
Heidenau - ein ganzes Dorf steht zusammen
- Dierk Beneke (FLH), Bürgermeister von Heidenau, lud die Einwohner auf den Sportplatz ein, um sie auf den neuesten Stand zu bringen
- Foto: sh
- hochgeladen von Stefanie Hansen
"Der Montagabend hat Heidenau erschüttert", erklärt Bürgermeister Dierk Beneke von der Freien Liste Heidenau (FLH). Er lud kurzentschlossen für Sonntagabend die Heidenauer Bürger zu einer Bratwurst und einem Kaltgetränk auf den Heidenauer Sportplatz ein. Diese Gelegenheit wollte er zum einen nutzen, alle auf den neuesten Stand zu bringen. Außerdem hatte er Fachleute der örtlichen Versicherungen vor Ort, die erste Fragen beantworten konnten.
Und die Heidenauer kamen zu Hunderten, die Heidenauer Sportanlage war gut gefüllt.
Nur langsam kommt das gesamte Ausmaß der Zerstörungen zum Vorschein. Schon wer von Tostedt aus nach Heidenau fährt, sieht, wie der Hagel gewütet hat: Nahezu jedes Dach in der "Siedlung" (Planstraße, Neue Straße, Im Stegen) ist mit riesigen Planen überzogen. Nach ersten Schätzungen sind 400 Häuser allein in Heidenau beschädigt, schlimmstenfalls nicht mehr bewohnbar. Denn der Hagel kam nicht allein: Nachdem die tennisballgroßen Hagelkörner die Dächer eingeschlagen hatten, kam ein regelrechter Sturzregen. Und jetzt, nach einigen Tagen, tropft es von immer mehr Zimmerdecken nass herab. In vielen Häusern bahnt sich das Wasser nur langsam den Weg durch das Gebäude. Aber auch diese Schäden sind versichert, erklärt Frank Ottens von der VGH.
Niedersachsenweit wird der Schaden des Unwetters auf 20 Millionen Euro geschätzt, mindestens 6 Millionen Euro Schaden seien allein in Heidenau entstanden, so die VGH.
Die Gemeinde Heidenau reagierte in der vergangenen Woche schnell: Drei Container, zwei für Bauschutt und einer für Mischmüll stehen neben den Sportplätzen, wo die Bürger die Reste ihres Schutts und zerstörte Dinge entsorgen können. In den nächsten Wochen kommen noch einmal drei solcher Container.
Bürgermeister Dierk Beneke ist stolz auf die Heidenauer, die in den harten Stunden alle zusammenstanden, jeder half dem anderen.
Gerade Besitzer alter, ungedämmter Dächer, haben derzeit Sorgen, ob die Versicherungen alle Kosten übernehmen. Denn wenn das Dach völlig zerstört ist und neu aufgebaut werden musst, besteht kein Bestandsschutz. Das bedeutet, die Dächer müssen nach neuesten energetischen Vorgaben wieder aufgebaut werden - möglicherweise sogar mit PV-Anlagen. Ob das so vollständig von den Versicherungen übernommen wird, muss noch abschließend geklärt werden. Muss ein Dach aber "nur" repariert werden, ist es klar: Da besteht Bestandsschutz und es kann genauso wieder hergerichtet werden, wie es war.
Obwohl viele Heidener derzeit große Sorgen haben, einige schon ihr Zuhause verloren haben - ihre Zuversicht haben sie nicht verloren, auch dank der guten Zusammenarbeit mit der Heidenauer Gemeindeverwaltung.
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Redakteur:Stefanie Hansen aus Tostedt |
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