Fünf Jahre "Fundus" in Tostedt: Recycling für den guten Zweck

Stießen auf das Fünfjährige des Tostedter "Fundus" an (v. li.): Geschäftsführer Frank Rehmers, Kaufhausleiter Marcus Maizak, DRK-Vorsitzender Dieter Weis und Roger Grewe, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes
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bim. Tostedt. Gespendete, gebrauchte Dinge für wenig Geld weiter verkaufen - das ist das Prinzip der Sozialkaufhäuser. Damit wird einerseits Bedürftigen geholfen, andererseits erhalten Bekleidung, Geschirr, Haushaltsgeräte, Spielwaren und einiges mehr so ein zweites Leben - ist also Recycling im besten Sinne. Nach diesem Vorbild arbeiten die DRK-Kaufhäuser "Fundus", in denen alle Bürger einkaufen können. Und wenn nach Abzug von Strom- und eventueller Mietkosten noch etwas übrig bleibt, wird der Erlös gemeinnützigen Zwecken gespendet. Das erfolgreiche "Fundus - Kaufhaus für Alle" in Tostedt feierte jetzt sein fünfjähriges Bestehen.
Als Tostedts DRK-Vorsitzender Dieter Weis vor fünf Jahren in Neu Wulmstorf einen Arzttermin und noch etwas Zeit hatte, schlenderte er durch den Ort und entdeckte das "Fundus"-Kaufhaus des DRK-Ortsvereins Neu Wulmstorf. "So etwas müssen wir auch haben", dachte sich Dieter Weis und lag damit genau richtig. Denn das "Fundus" ist ein echter Kundenmagnet.
"Kann es sein, dass es schon fünf Jahre her ist? Ich erinnere mich noch genau, als wir nach Geschäftsräumen gesucht haben", blickte Weis auf die Anfänge des Tostedter "Fundus - Kaufhaus für Alle" in der Feierstunde im Beisein zahlreicher Gäste zurück. Lobende Worte für die Einrichtung in der Bahnhofstraße 24, die aus dem Ort nicht mehr wegzudenken ist, fanden auch Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam, Bürgermeister Gerhard Netzel und DRK-Kreisgeschäftsführer Roger Grewe. Dieter Weis und die Festredner bedankten sich bei allen, die zum Erfolg beigetragen haben.
Hatten Dieter Weis und sein Vize Jan Bauer es zunächst schwer, die Idee eines Sozialkaufhauses im Vorstand durchzusetzen, weil beim DRK wie zuvor in der Kleiderkammer alles umsonst sein müsse, so die Vorstellung, war das "Fundus" nach der Eröffnung ein Selbstläufer. Vorsichtshalber war der erste Mietvertrag nur für ein halbes Jahr unterschrieben. Aber: "Es lief wie geschmiert vom ersten Tag an. Das 'Fundus' ist eines der meist besuchten Geschäfte in Tostedt", so Weis.
Schnell war klar: Es müssen größere Räume her. Also nahm Dieter Weis die Verhandlungen mit Hausbesitzer Hans-Heinrich Bahlburg auf, der dem DRK 2016 die Räume und das dazu gehörende Gelände verkaufte. Dort sollen künftig neben dem erweiteten "Fundus" alle Abteilungen des DRK vereint werden.
Inzwischen gibt es im Tostedter "Fundus" mit Kai Degenhardt auch einen Auszubildenden und mit Sebastian Klampe von der Lebenshilfe einen engagierten Mitarbeiter mit Handicap, der für Ordnung sorgt.
Zu dem Erfolg beigetragen haben natürlich auch die Spender und die rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich ehenamtlich im Kaufhaus engagieren, die abgegebenen Waren sortieren und auszeichnen oder an der Kasse abrechnen. Allen voran Sylvia Büsing, die Dieter Weis schon vor der Eröffnung des "Fundus" unterstützte und es vier Jahre lang leitete.
Samtgemeinde-Bürgermeister Dörsam erinnerte an den Second-Hand-Laden, den der damalige Arbeitskreis Soziales in den 1970er Jahren ins Leben gerufen hatte. "Es war damals schon eine gute Idee, so etwas zu machen. Was hier mit dem 'Fundus' entstanden ist, ist weit mehr", sagte er. Außer dem "Recycling, wie es besser nicht gehen kann", sei das Kaufhaus eine große Belebung des Zentrums.
"Diejenigen, die herkommen, gehen vielleicht auch noch ins Nachbargeschäft", meinte Bürgermeister Netzel zur Bedeutung des "Fundus" für den Ort. Er bedankte sich zudem dafür, dass die Überschüsse jeweils für gemeinnützige Zwecke wie die Flüchtlingshilfe oder für den Aufenthalt der Kinder aus Tschernobyl gespendet werden.
Er habe selbst einmal versucht, die Idee eines Sozialkaufhauses zu etablieren - allerdings ohne Erfolg - bis der Vorschlag von der Basis kam, berichtete DRK-Kreisgeschäftsführer Roger Grewe. Nach der Eröffnung des "Fundus" in Neu Wulmstorf mit durchschlagendem Erfolg sei Tostedt im Kreis das zweite "Kaufhaus für Alle" gewesen."Was ich unglaublich fand, war, dass sich sofort eine unglaubliche Schar an Helfern fand. Ebenso erstaunlich ist, dass das Tostedter 'Fundus' in rasender Geschwindigkeit in der Bevölkerung angenommen wurde", so Grewe. Er lobte, wie unglaublich eingebettet es im Ort und in das gesellschaftliche Leben ist. "Das Wesen eines solchen Sozialkaufhauses muss das Ehrenamt sein, unterstützt vom Hauptamt", sagte Grewe.

Stießen auf das Fünfjährige des Tostedter "Fundus" an (v. li.): Geschäftsführer Frank Rehmers, Kaufhausleiter Marcus Maizak, DRK-Vorsitzender Dieter Weis und Roger Grewe, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes
Das DRK-Kaufhaus in der Bahnhofstraße in Tostedt ist nicht aus dem Ort wegzudenken
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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