Archäologen-Grabungen auf Salzhäuser "Josthof"-Gelände fördern Spektakuläres zutage

Mit historischen Bierkrug- und Geschirr-Scherben: Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt
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Familienunternehmen: Viel Tradition, wenig Frauen

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Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt: "Ein Gewinn für die Wissenschaft und den Ort Salzhausen"

  ce. Salzhausen. "Das hier ist aus unserer Sicht wissenschaftlich ein Riesengewinn und für die Historie des Dorfes von immenser Bedeutung!" So bringt Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt gegenüber dem WOCHENBLATT den aktuellen Zwischenstand der Ausgrabungen auf den Punkt, die er mit seinen Mitarbeitern vom Archäologischen Museum Hamburg seit August auf dem Gelände des 2017 abgebrannten Hotels und Restaurants "Josthof" durchführt.
"Unsere Prämisse war, dass unterhalb des alten Josthofes, der in den 1830er Jahren gebaut worden war, ältere Bauphasen konserviert worden sind und trotz verschiedener Umbaumaßnahmen am Gebäude erhalten blieben", so Jochen Brandt. "Es ist schon jetzt absehbar, dass sich unsere Hoffnung mehr als erfüllt hat."
In Abstimmung mit der Gemeinde Salzhausen und dem Landkreis Harburg, der die Grabungen maßgeblich durch Personal und Sachmittel unterstützt, arbeiten sich Brandt & Co. auf der 1252 erstmals urkundlich erwähnten Hofstelle voran (das WOCHENBLATT berichtete). Neben Gerüstteilen, die auf ein Haus dem Baujahr um 1630 bis 1650 hindeuten, stießen die Experten dicht unter dem Fliesenfußboden der nach dem Brand abgerissenen Hotelruine auf eine Kulturschicht, die den darin entdeckten Funden zufolge mindestens 500 Jahre alt sein dürften. "Wir haben unter anderem Keramik- und Tonscherben entdeckt, die aus dem Mittelalter, nämlich aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, stammen, und außerdem spätsächsische Relikte aus dem 8. bis 10. Jahrhundert", berichtet Brandt.
Aufgrund von Bodenverfärbungen und Mauerpfosten-Funden ist er zuversichtlich, in den nächsten Tagen auch noch auf ein unterirdisches Wirtschaftsgebäude, ein sogenannten Grubenhaus, von "Anno Dazumal" zu stoßen. "Direkt neben der St. Johannis-Kirche, die hier in der Region eine der ältesten gewesen sein dürfte, gelangen wir hier auf dem Gelände bis in die Zeit des 9. Jahrhunderts zurück, das etwa die Geburtsstunde Salzhausens gewesen ist", betont Jochen Brandt.
"Es ist spannend, hier belegt zu sehen, was uns früher in der Schule über die Geschichte der Region beigebracht wurde", sagt Salzhausens Bürgermeisterin Elisabeth Mestmacher, die beim WOCHENBLATT-Ortstermin an der Grabungsstätte dabei ist. Und auch der ebenfalls anwesende Gemeindedirektor Wolfgang Krause zeigt sich "stark beeindruckt" und ist gespannt, was bei den voraussichtlich bis ins nächste Jahr andauernden Arbeiten der Archäologen noch ans Tageslicht kommen wird.

Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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