Nähen, als würde man mit einem Bären ringen
Die Winsener Patchwork-Künstlerin Ellen Oliver erstellt traumhaft schöne Decken

Ellen Oliver bei der Arbeit in ihrem Atelier
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Es war eigentlich nur ein Freundschaftsdienst, dass Ellen Oliver aus Winsen im Jahr 1996 eine Patchwork-Ausstellung in Lübeck besuchte. "Ich hatte mit Patchwork gar nichts am Hut, aber meine Freundin wollte unbedingt hin", erinnert sich die ehemalige Gymnasiallehrerin. Doch kaum hatte sie die farbenprächtigen Arbeiten gesehen, war es um die dreifache Mutter geschehen. "Das muss ich auch machen", sagte sie sich und brachte sich aus Büchern das Verfahren selbst bei. Mittlerweile hat die gebürtige Engländerin zuhause nicht nur ein kleines Atelier, in dem sie Gruppen unterrichtet, sondern ist eine über die Region hinaus anerkannte Künstlerin. Ihre Werke werden unter anderem im Winsener Schlosspark, z.B. beim Gartentreff und bei "Kunst und Kultur in den Luhegärten", sowie auch bei dem International Festival of Quilts in Birmingham (England) ausgestellt. Die größte Anerkennung ihrer Arbeiten war für sie, dass eine ihrer Decken im Rahmen der Olympischen Spiele 2012 in London den Fahnenträgern von Luxemburg geschenkt wurde. Die Decke heißt "Rings o' Roses" und verbindet die Rose als Symbol für England mit Ringen, die für die Olympiade stehen.
Auch wenn Ellen Oliver bis zu ihrer Pension weiterhin und gerne als Lehrerin tätig war, ist ihre große Leidenschaft das Zusammennähen von farbigen Stoffstreifen, -quadraten und -rechtecken. An ihrer Entwurfswand stellt sie immer wieder neue Formen zusammen, doch meistens kommt es anders als geplant. "Ich habe zwar einen Plan, arbeite dann aber doch intuitiv", sagt sie. Die Farbe der Decke werde übrigens durch die Einfassung bestimmt. Mit dem Zusammenstellen der einzelnen Stoffstücke ist es aber noch lange nicht getan. Zum Herstellen einer Decke werden insgesamt drei Lagen Stoff - die Patchwork-Oberseite, ein Vlies und die Unterseite - auf besondere Weise zusammengenäht, "Quilten" genannt. Auch das ist eine Kunst. "Wenn eine große Decke gequiltet wird, ist das, als würde man mit einem großen Bären ringen", berichtet Ellen Oliver, die sich dafür extra eine professionelle Maschine angeschafft hat und mittlerweile auch einen Quiltservice anbietet.
Ellen Oliver entwirft, näht und quiltet jeden Tag. "Ich habe so viele Stoffe bei mir liegen, dass ich sie in diesem Leben nicht mehr verarbeiten werde können", sagt sie. Jetzt freut sie sich darauf, dass sie ihre Werke irgendwann wieder ausstellen kann.

Ellen Oliver bei der Arbeit in ihrem Atelier
Die Künstlerin bei dem International Festival of Quilts in Birmingham 2011 vor der Decke, die sie für die Olympiade 2012 gespendet hat
Autor:

Nicola Dultz-Klüver aus Buxtehude

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