Landkreis Harburg
Initiative „stadtlandpraxis“ als Erfolgsmodell gegen Ärztemangel
- Mit der Initiative „stadtlandpraxis“ spricht der Landkreis Harburg gezielt junge Ärztinnen und Ärzte an. „Wir intensivieren die Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Kreisrätin Ana Cristina Bröcking
- Foto: Landkreis Harburg
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Neue Ärzte braucht das Land. Viele Patientinnen und Patienten kennen längere Wartezeiten auf einen Termin oder sogar die Schwierigkeit, überhaupt eine Praxis zu finden, nur zu gut. Denn nicht nur im Landkreis Harburg fehlt es im ambulanten Bereich an Hausärztinnen und -ärzten. Der Landkreis Harburg steuert mit seiner Initiative „stadtlandpraxis“ dagegen. „Eine gute Gesundheitsversorgung ist sehr wichtig für die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger und ein wichtiger Standortfaktor, wenn es um die Entscheidung für den Wohnort oder den Unternehmensstandort geht“, betont Landrat Rempe.
„Um den Herausforderungen des Ärztemangels zu begegnen und die medizinische Hausarztversorgung im Landkreis weiter zu optimieren, sprechen wir gezielt junge Ärztinnen und Ärzte an und fördern sie“, erläutert Kreisrätin Ana Cristina Bröcking. „Wir gehen aktiv auf Medizinerinnen und -mediziner zu, um den Herausforderungen des Ärztemangels zu begegnen.“ Dazu intensiviert die Initiative jetzt die Öffentlichkeitsarbeit – mit neuer Homepage www.stadtlandpraxis.de und Instagram-Auftritt (@stadtlandpraxis_initiative ) .
Bereits 2012 ist der Landkreis aktiv geworden und hat das Programm „stadtlandpraxis“ ins Leben gerufen. Die Initiative ist ein leistungsstarker Verbund aus Kreisverwaltung, Krankenhäusern, Hausärzten und Kassenärztlicher Vereinigung. Mithilfe der Initiative werden beispielsweise Stellen oder Partner für die Niederlassung oder Weiterbildungsstellen im ambulanten und stationären Bereich vermittelt.
Auf der neuen Homepage sind aktuell sieben Angebote für eine Praxisübernahme, zwölf Weiterbildungsstellen und neun Angebote für die Anstellung von Fachärztinnen und -ärzten veröffentlicht. „Viel findet aber durch Direktvermittlung statt, da die Initiative im engen Austausch sowohl mit Interessenten als auch mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten steht“, erläutert die Kreisrätin.
Seit 2020 bietet das Programm zudem verschiedene finanzielle Fördermöglichkeiten. Die Niederlassung von Hausärzten wird unterstützt, Fördermöglichkeiten gibt es aber auch für Studierende der Humanmedizin, die sich schon während des Studiums für eine spätere hausärztliche Tätigkeit im Landkreis entscheiden. Zudem unterstützt die Initiative bei der Suche nach passenden Praxisflächen und steht im engen Austausch mit Gemeinden und Städten. „Wir stehen bei allen Fragen mit Rat und Tat zur Seite – das wird geschätzt“, so Bröcking.
Dieses Engagement zahlt sich aus. Über die Initiative wurden bisher 375 grundsätzlich Interessierte für eine hausärztliche Tätigkeit im Kreisgebiet gefunden. Allein im vergangenen Jahr wurden bereits drei Niederlassungen und vier Anstellungen gefördert, in diesem Jahr vier Anstellungen. Hinzu kommt jeweils ein Stipendium. Für das nächste Jahr sind sechs Niederlassungen avisiert.
Aktuell gibt es 155 Hausarztstellen im Landkreis, 22,5 weitere Hausarztstellen könnten eingerichtet werden. Hinzu kommt: Ein großer Teil der Mediziner ist älter als 50 Jahre, viele gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. „Wir freuen uns über jede Ärztin und jeden Arzt, den wir unterstützen und für die Tätigkeit im Landkreis Harburg gewinnen können“, betont Kreisrätin Bröcking.
Redakteur:Bianca Marquardt aus Tostedt |
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