Innenstadtsanierung, war es das wert?
Winsener Innenstadtsanierung nach jahrelangen Bauarbeiten fertig
- Sommer in the City. Ein wenig Mittelmeerflair.
- Foto: Rüdiger Störtebecker
- hochgeladen von Rüdiger Störtebecker
Viele Winsener glaubten schon, dass die Innenstadtsanierung nie ein Ende finden wird. Jetzt ist es so weit und ein Großteil der Winsener, und hier besonders die Geschäftsleute sind wohl glücklich und erleichtert. Über die Jahre war ich ein kritischer aber auch lobendender Begleiter der Bauarbeiten. Deshalb nun ein kleines Resümee:
In allen Bauphasen hatte ich Kontakt zu Frau Kleiner, die in der Geschäftsleitung der Firma Wiese und Suhr tätig ist. Diese Informationen haben mir bei meiner Berichterstattung sehr geholfen. Ich hatte immer klare Ansagen und wusste daher die Tatsachen gut in meinen Berichten zu veröffentlichen. Dies scheint jedoch bei anderen Artikeln nicht so der Fall gewesen zu sein.
Um zuerst die nicht so gelungenen Fakten abzuarbeiten, fange ich ganz vorne an. Der erste Bauabschnitt scheint eine Testphase gewesen zu sein, zumindest bei den Planungen. Leider kann man bei starkem Sonnenlicht noch immer nicht ohne Sonnenbrille flanieren. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Ab dem zweiten Bauabschnitt ging es dann doch sehr gut voran. Durch ein völlig anderes Straßenpflastermuster gab es eine ganz andere Optik im Vergleich zum ersten Bauabschnitt. Leider trat besonders in diesem zweiten Abschnitt das Problem auf, dass es inzwischen "viele" angeschlagene Steine, besonders im Fahrweg, gibt.
Kürzlich konnte man lesen, dass "wenige" Steine kaputt wären und die Ursache hierfür sei, dass sich in Autoreifenprofielen kleine Steine festgesetzt hätten, die dann angeblich die Kanten zerstören. Völlig an den Haaren herbeigezogen.
Auf meine diesbezügliche Anfrage an Frau Kleiner erklärte sie mir, das Problem liege im Reinigungsverfahren der Stadt Winsen. Hier wird der Schmutz mit einer Reinigungsmaschine aufgesaugt. Dadurch wird aber auch die Fugenmasse zwischen den Steinen mit entfernt. Die Steine im oberen Bereich verlieren ihren Halt und schlagen gegeneinander, wenn ein Fahrzeug bremst oder anfährt. Das führt zu den vielen Bruchstellen. Die Stadt Winsen wird diese Art der Reinigung aus Kostengründen nicht ändern. Im Laufe der Jahre wird es "die Innenstadt der angeschlagenen Steine werden".
Die Wasserspiele sind sehr unterschiedlich in der Betrachtung. Das kleine Wasserspiel vor dem Rathaus kann aufgrund des Standortes nicht mit allen seinen Möglichkeiten genutzt werden. Der zugige Standort verhindert meistens das Nebelprogramm und die kleinen Fontänen. Es plätschert halt so vor sich hin .
Ganz anders das Wasserspiel vor der St.-Marien-Kirche. Es ist im Sommer zu einem zentralen Treffpunkt in der Innenstadt geworden. Hier zeigen uns die Kinder wie friedlich die Nationen zusammen leben könnten. Hautfarbe oder Nationalität? Hier kein Problem. Es wird gemeinsam getobt und auch laut gelacht, wenn die Fontänen emporschießen und die Kinder versuchen damit zu spielen. Für Beobachter ein schönes Szenario, unterhaltsamer wie jeder Kinobesuch.
Ähnlich die Holzterrassen vor dem Rathaus, die sehr gelungen sind. Bei schönem Wetter sind kaum Plätze zu ergattern. Menschen unterhalten sich angeregt, Kinder spielen und eisschleckende Genießer soweit das Auge reicht. Was wichtig ist, die Holzterrassen werden jeden Tag gereinigt, Respekt!
Eisdielen, Bäckereien, Fastfood im Innenstadtbereich runden das Bild ab. Während der heißen Sommertage konnte man fast ein Mittelmeerflair erkennen. Schade nur, dass es nicht noch weitere Außengastronomie gibt. Dass der Bereich vor dem Kino dunkler wirkt, liegt nicht an der Stadt. Das verkommene Haus neben dem Kinoeingang trübt das Gesamtbild etwas.
Im großen und ganzen ein tolles Gesamtwerk. Unbestritten hat die Firma Wiese und Suhr sicher einen großen Anteil daran. Ich habe selbst bei Wind und Wetter keine schlecht gelaunten Mitarbeiter gesehen. Der Leiter der Arbeiten vor Ort war immer bemüht, meine Fragen genau zu beantworten. Genau wie Frau Kleiner, die stets ein offenes Ohr und auch Antworten für mich hatte.
Auch meine Anfragen bei der Pressestelle der Stadt Winsen wurden umgehend und ausführlich beantwortet. Auch dafür ein herzliches Dankeschön.
Jetzt zu den Kosten, die zu Anfang mit 13,5 Millionen Euro veranschlagt wurden. Ich bin gespannt, wann die Steuerzahler erfahren, wie teuer die Innenstadtsanierung wirklich geworden ist. Konkrete Zahlen sind bisher nicht bekannt. Einige Vermutungen gehen davon aus, dass sich die Summe verdoppeln wird.
Leserreporter:Rüdiger Störtebecker aus Winsen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.