Rita Süssmuth: "Mächtiger als jede Einzelne von sich denkt"

Impulse zum Thema Gleichberechtigung gaben jetzt Andrea Schrag, Anette Randt und Rita Süssmuth (v. li.)
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Zum internationalen Frauentag kam jetzt die Bundestagspräsidentin a.d. Rita Süssmuth ins Winsener Kreishaus und referierte zum Thema "100 Jahre Frauenwahlrecht, 70 Jahre Grundgesetz, 25 Jahre Artikel 3 Absatz 2 GG - Wie steht es eigentlich mit der Gleichberechtigung?"

bs. Winsen. Zum internationalen Frauentag am vergangenen Freitag, hatte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg, Andrea Schrag, jetzt ins Kreishaus geladen.
Zum Thema "100 Jahre Frauenwahlrecht, 70 Jahre Grundgesetz, 25 Jahre Artikel 3 Absatz 2 GG - Wie steht es eigentlich mit der Gleichberechtigung?" referierte hier die Bundestagspräsidentin a.d., Prof. Dr. Rita Süssmuth, die den zahlreichen Gästen, unter denen sich u.a. auch die Bundestagsabgeordneten Michael Grosse-Brömer und Svenja Stadler befanden, in einem rund einstündigen Impulsvortrag einen spannenden Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen politischen Handels gewährte.
Das Grußwort sprach die stellvertretende Landrätin Anette Randt. "Der Weltfrauentag ist eine machtvolle Präsentation für die Rechte der Frauen und der Gleichberechtigung", so Randt, die in ihrer Ansprache an wichtige Meilensteine der Gleichberechtigung, wie das Frauenwahlrecht, das 1919 mit der ersten Wahl für alle durchgesetzt wurde oder den Artikel 3 Absatz 2 im Grundgesetz, der besagt, dass der Staat die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern hat, erinnerte. "Noch heute aber ist auch in Deutschland Gleichberechtigung nicht selbstverständlich. Frauen verdienen im Schnitt 20% weniger als Männer und sind hauptsächlich von Altersarmut betroffen. Deswegen sind wir alle dazu aufgerufen, den noch immer vorhandenen Ungerechtigkeiten entgegen zu treten", so Randt.
Das sah auch Rita Süssmuth so. "Unser Veränderungstempo gleicht dem einer Schnecke und ich frage mich, woran das liegt", so die ehemalige Bundestagspräsidentin, deren Appell sich dabei ausdrücklich an beide Geschlechter richtete. "Ich setzte darauf, dass wir nach wie vor in der Lage sind, eine bessere Welt zu schaffen- aber nur gemeinsam. Die Welt verliert sich zunehmends in Individuen, die sich zwar alle um sich selber kümmern, aber keiner mehr um den anderen", prangerte die Politikerin an. Und auch wenn schon viel erreicht worden sei, auf das man stolz sein könne, hätten, so Süssmuth weiter, auch heute noch viele Frauen innere und äußere Barrieren, um beispielsweise politische Ämter zu bekleiden. "Ich bitte Sie aber, sagen sie nie 'das kann ich nicht'. Höchstens vielleicht 'ich will das nicht'. Denn wir sind so viel mächtiger, als jede Einzelne von ihnen von sich glaubt."
Im Nachgang an den Vortrag nahm sich die Professorin für Erziehungswissenschaften noch Zeit für Fragen aus dem Publikum. Auch beim anschließenden "meet and eat" stand die Politikerin, deren aktuelles Buch "Das Gift des Politischen" 2015 erschienen ist, noch für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Autor:

Sara Buchheister aus Winsen

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