Aufreger an der Wassermühle
Stadt Winsen wehrt sich gegen Schotter-Kritik
- Sieht zwar (noch) ein wenig so aus, ist aber trotzdem kein "Schottergarten": Die "Grüne Insel" direkt an der Luhe in der Mühlenstraße
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In der Winsener Innenstadt sorgen die neu gestalteten Beete an der Wassermühle für lebhafte Diskussionen. Wo einige Anwohner einen verbotenen Schottergarten vermuten, verteidigt die Stadtverwaltung ein ökologisches Vorzeigeprojekt. Das WOCHENBLATT hat im Rathaus nachgehakt, was es mit der grauen Steinfläche in der Mühlenstraße wirklich auf sich hat.
Eigentlich kommt das städtische Projekt „Grüne Inseln“ in Winsen gut an. Es gibt neue Sitzgelegenheiten und mehr Grün in der Stadt. Doch an der Mühlenstraße sorgt die Gestaltung für Kopfschütteln. Ein Leser wandte sich direkt an unsere Redaktion: „Die Sitzgruppe wird durch einen Schottergarten verunstaltet.“ Es sei unverständlich, dass die öffentliche Hand so etwas baue, während es Privatleuten streng untersagt werde. Zumal direkt gegenüber mit klassischem Rindenmulch gearbeitet wurde.
Die Stadtverwaltung widerspricht dem Vorwurf auf unsere Nachfrage deutlich. „Die Fläche ist kein Schottergarten, sondern eine Staudenpflanzung“, heißt es aus dem Rathaus. Der graue Steinbruch ist sogenannter Basaltsplitt. Er dient als mineralische Schutzschicht.
Der entscheidende Unterschied zum heimischen Schottergarten: Unter den Steinen liegt keine Plastikfolie. Das Ziel der Stadt ist kein steriles Steinbeet, um sich Gartenarbeit zu sparen. Im Gegenteil. Der Splitt soll die Erde vor dem Austrocknen schützen, Unkraut eindämmen und den jungen Pflanzen beim Wachsen helfen.
Basaltsplit kommt dort zum Einsatz, wo wenig Schatten den Boden schützt. An anderen Stellen nutzt die Stadt zum gleichen Zweck Rindenmulch. Die Stauden am Benthack-Haus stehen in der prallen Sonne und stammen aus trockenen Lebensräumen. Der Basaltsplitt unterstützt dieses Mikroklima. Unter Bäumen und in schattigen Lagen nutzt die Stadt hingegen Rosenmulch, weil die Pflanzen dort einen feuchteren, humusreichen Boden brauchen.
Aktuell wirkt die Fläche an der Mühle recht kahl, doch das bleibt nicht so. „Im ersten Jahr investieren die Pflanzen viel Energie in ein kräftiges Wurzelsystem“, erklärt Stadtsprecher Theo Peters. Erst danach wächst das Grün kräftig in die Breite. In ein bis zwei Jahren wird die Bepflanzung den Splitt fast komplett überdecken. Im Herbst pflanzt der Bauhof zudem weitere Zwiebelblumen nach.
Die Umgestaltung gehört zum Gesamtkonzept „Grüne Inseln“. Damit soll Winsen fit für den Klimawandel gemacht werden. Dafür hat die Stadt gezielt Betonflächen aufgebrochen. Regenwasser kann nun wieder direkt im Boden versickern. Ausgebaute Betonplatten landeten nicht einfach auf dem Müll, sondern wurden teilweise direkt als neue Trockenmauern für Insekten in die Beete integriert.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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