Herdenschutz und Landschaftspflege
Schafhalter-Förderverein fordert bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Schafhaltung in Deutschland hat in den vergangenen 125 Jahren einen dramatischen Wandel erlebt. Während im Jahr 1900 rund 9,7 Millionen Schafe gehalten wurden, waren es Ende 2025 nur noch etwa 1,525 Millionen Tiere – ein Rückgang von etwa 84 Prozent. Besonders die Zahl der hauptberuflichen Schäfereien ist stark gesunken. Für 2023 dienten rund 890 Haupterwerbsschäfereien als Orientierungswert. Vergleichbare amtliche Daten für 2026 liegen nicht vor. Angesichts dieser Zahlen warnt der Förderverein der Deutschen Schafhaltung (FDS) unter dem Vorsitz des Winseners Wendelin Schmücker vor den Folgen der Entwicklung.
Schäferinnen und Schäfer - so der FDS - erzeugten regionale Lebensmittel und erhielten durch ihre Beweidung artenreiche Grünlandflächen, Heide- und Magerrasenlandschaften. Sie leisteten zudem einen wichtigen Beitrag zur Deichpflege und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Gleichzeitig belasteten steigende Betriebskosten, geringe Erlöse aus Wolle, schwierige Marktbedingungen und wachsende Anforderungen an den Herdenschutz die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe. "Es reicht nicht, die Bedeutung der Schafhaltung für Naturschutz und Landschaftspflege politisch zu betonen. Die Leistungen unserer Schäferinnen und Schäfer müssen angemessen vergütet werden", erklärt FDS-Geschäftsführerin Ulrike Galler. "Wer den Rückgang der Schäfereibetriebe stoppen will und den Beruf des Schäfers nicht aussterben lassen will, muss dafür sorgen, dass die Menschen von ihrer Arbeit leben können."
Der Förderverein fordert Bund und Länder auf, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der professionellen Schafhaltung durch folgende Maßnahmen grundlegend zu verbessern:
- Landschaftspflege kostendeckend vergüten: Öffentliche Leistungen für Naturschutz, Grünlandpflege und Deichbeweidung müssen angemessen und auf Grundlage nachvollziehbarer Kostenkalkulationen bezahlt werden.
- Schäfereibetriebe wirtschaftlich sichern: Verlässliche, langfristige Förderbedingungen müssen Planungssicherheit schaffen und die tatsächlichen Kosten professioneller Schafhaltung berücksichtigen.
- Herdenschutz praxistauglich gestalten: Förderfähige Präventionsmaßnahmen und laufende Mehrkosten müssen unbürokratisch unterstützt werden. Die besonderen Anforderungen der Wanderschäferei und Deichbeweidung sind ausdrücklich einzubeziehen.
- Regionale Vermarktung stärken: Faire Erzeugerpreise, transparente Herkunftskennzeichnung und die stärkere Berücksichtigung heimischer Produkte bei öffentlichen Beschaffungen sollen die Wertschöpfung verbessern.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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