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Keine Belastung für Bevölkerung bei Krümmel-Rückbau

Beim Vortrag: Krümmel-Chef Torsten Fricke

Kernkraftwerks-Leitung informierte über Zukunftspläne

ce. Marschacht. Beim geplanten Rückbau des Kernkraftwerkes Krümmel müssen die Anwohner in den angrenzenden Kommunen "keine radioaktive Belastung befürchten". Das erklärte jetzt Kernkraftwerks-Leiter Torsten Fricke gegenüber dem WOCHENBLATT. Anlass war ein Infoabend über das Rückbau-Vorhaben, zu dem die Landkreise Harburg und Lüneburg nach Marschacht eingeladen hatten.
Das Kraftwerk wurde 2011 stillgelegt, und der Betreiber Vattenfall hat beim Land Schleswig-Holstein den Rückbau beantragt (das WOCHENBLATT berichtete).
"Die natürliche Strahlung, der wir täglich ausgesetzt sind, ist deutlich höher als die Strahlung der Stoffe, die das Kernkraftwerk verlassen", so Torsten Fricke. Die Dauer des Rückbaus hängt auch von eventuellen juristischen Einsprüchen ab. "Zurzeit läuft das öffentliche Beteiligungsverfahren zum Abbau des Kraftwerks. Ob es Einwände oder Klagen geben wird, können wir noch nicht sagen", räumte Fricke ein. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist Voraussetzung für eine Genehmigung durch das schleswig-holsteinische Landesministerium.
Der Rückbau des Kraftwerks, in dem derzeit etwa 220 Mitarbeiter beschäftigt sind, wird laut Torsten Fricke nach Erteilung der Genehmigung rund 15 Jahre dauern. "Mitte der 2030er Jahre könnte er also abgeschlossen sein."
Neben Fricke referierte in Marschacht auch Wolfgang Schappert, Fachbereichsleiter Überwachung in Krümmel. "Von den rund 541.000 Tonnen Abbaumasse sind nur etwa 1,5 Prozent radioaktiver Abfall", räumte Schappert ein. Der Abfall werde bis zur Einlagerung im im Bau befindlichen Endlager Konrad im beantragten Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Zwischenlager (LasmAaZ) aufbewahrt. Zuständig hierfür ist die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ).
Landrat Rainer Rempe hatte sich bei der Eröffnung des Infoabends gewünscht, dass "viele Fragen geklärt und bestehende Sorgen und Ängste im besten Fall beseitigt werden können". Dies gelang jedoch nur bedingt, da die Referenten zu viele Fachbegriffe gebrauchten, mit denen die "normalen" Zuhörer wenig bis nichts anfangen konnten. Auch Rainer Rempe zeigte sich verwundert über die "Detailkenntnisse der Vortragenden, die streckenweise zu Lasten der Allgemeinverständlichkeit gingen".