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Zivildienstschule Buchholz wird Asylbewerberunterkunft

Bis zu 120 Asylbewerber können in der ehemaligen Zivildienstschule untergebracht werden (Foto: oh)
 
Die Zimmer sind sogar noch möbiliert (Foto: oh)

Die ehemalige Zivildienstschule in Buchholz wird für mindestens vier Monate das Zuhause von bis zu 120 Asylbewerbern. Aufgrund der Situation in Syrien rechnet der Landkreis mit deutlich mehr Flüchtlingen und sucht dringend Unterkünfte.

mum. Buchholz. Seit Monaten versucht der Landkreis Harburg, Unterkünfte für Asylbewerber zu finden (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach). Jetzt präsentierte Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald eine Lösung, die zumindest kurzfristig den Druck aus dem Kessel nimmt: In das leerstehenden Gebäude der ehemaligen Zivildienstschule Buchholz (Hermann-Stöhr-Straße) sollen bis zu 120 Flüchtlinge untergebracht werden. „Wir haben die Gebäude für vier Monate bis Ende Januar 2014 gemietet“, sagt Freudwald. Die Einrichtung werde derzeit provisorisch instand gesetzt und voraussichtlich Anfang Oktober für die Unterbringung von Asylbewerbern eröffnet.
Die Einrichtung verfügt laut Freudwald über je 40 Plätze in drei Gebäuden, die je nach Bedarf in den nächsten Wochen bereitgestellt werden. „Die Anwohner wurden bereits schriftlich über diese Pläne unterrichtet und zu einer Informationsveranstaltung am 30. September eingeladen“, teilt der Landkreis-Sprecher mit. „Wir sind froh über diese kurzfristige Lösung, die weit besser ist als die Einrichtung von Turnhallen oder Zelten als Notunterkunft“, sagt Reiner Kaminski, Bereichsleiter Soziales des Landkreises Harburg.
Die Stadt Buchholz unterstütze den Landkreis in dieser kritischen Situation. „Wir stellen uns unserer Verantwortung“, sagt Buchholz’ Bürgermeister Wilfried Geiger. „Aber auch die anderen Kommunen im Landkreis müssen dieser Aufgabe gerecht werden.“
Erst kürzlich wurden in Buchholz Container für 21 Asylbewerber an der Bremer Straße aufgestellt. Deutlich mehr Flüchtlinge werden am Fischbüttenweg/Am Langen Sal ein Zuhause finden. Dort sollen in einem zweigeschossigen Containerlager bis zu 60 Menschen untergebracht werden.
Derzeit leben rund 600 Asylsuchende im Landkreis Harburg (allein in diesem Jahr wurden 272 Personen neu aufgenommen). Laut der aktuellen Zuteilungsquote der Landesaufnahmebehörde muss der Landkreis in diesem Jahr noch Plätze für weitere 220 Asylbewerber bereitstellen. „Wahrscheinlich sind es sogar mehr“, so Kaminski. Denn im September wird es eine neue Quote geben. „Angesichts der derzeitigen Situation in der Welt ist davon auszugehen, dass die Zahl steigen wird.“ Zusätzlich zu den Asylbewerbern könnten noch Kriegsflüchtlinge aus Syrien kommen.
Übrigens: Alle Gebäude im Komplex „Zivildienstschule“ sollten eigentlich abgerissen werden. Für das Areal ist ein Bebauungsplan in der Beratung.
• Angebote zur Anmietung von Wohnraum oder Grundstücken, nehmen Monika von der Heide (04171-693430; E-Mail: mvd.heide@lkharburg.de) und Ulla Lemmermann (04171-693432; u.lemmermann@lkharburg.de) entgegen.

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