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So imposant wie ein Dom

Die Pastoren und Kirchenvorstands-Mitglieder der evangelischen Gemeinde von Harsefeld (Foto) sind hellauf begeistert: Rechtzeitig zu Ostern, dem bedeutendsten christlichen Fest, können in der frisch renovierten Kirche wieder Gottesdienste stattfinden.
 
An Palmsonntag feierte die Gemeinde erstmals den Gottesdienst in der frisch sanierten Kirche
jd. Harsefeld. Die Renovierung der evangelischen Kirche in Harsefeld ist weitgehend abgeschlossen. „Tut mir auf die schöne Pforte“: Das erste Lied, das nach den dreimonatigen Bauarbeiten durch das Schiff der evangelischen Kirche von Harsefeld hallte, hatte durchaus Symbolcharakter. „Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein“, heißt es nämlich eine Zeile weiter - und die Gemeindemitglieder, die sich nach der umfassenden Renovierung des Kircheninneren dort erstmals wieder zum Gottesdienst versammelten, sangen diesen Text aus voller Überzeugung. Die Kirchgänger waren am vergangenen Sonntag durchweg begeistert und sich einig: Dem Sanierungsteam um die beiden „Bauleiter“ Hans-Dieter Stienen und Frank Fohrmann ist der große Wurf gelungen. Wer durch die Kirchenpforte schreitet, hat allen Grund fröhlich zu sein: Der Innenraum der Kirche entfaltet eine fast so imposante Wirkung wie bei einem gotischen Dom.

Dass die Pforten des frisch renovierten Gotteshauses bereits wieder zu Palmsonntag offenstehen, war ursprünglich gar nicht vorgesehen: „Da wir eine Woche vor dem Zeitplan lagen, entschlossen wir uns, diesen Gottesdienst quasi als Generalprobe abzuhalten“, erklärt Pastor Axel Rothermundt. Immerhin seien die Beleuchtungstechnik und die Soundanlage komplett neu installiert worden. Beides müsse schließlich einwandfrei funktionieren, wenn die Gläubigen an den Osterfeiertagen scharenweise in die Kirche strömen, um das höchste Fest der Christenheit zu begehen.

Der „Testlauf“ ging reibungslos vonstatten. Endlich seien die Lautsprecher überall zu hören, schwärmte Rothermundt und ermunterte die Besucher, nach dem Gottesdienst einen kleinen Rundgang durch die Kirche zu machen: „Schauen Sie sich um, wie schön es geworden ist. Betrachten und bestaunen Sie alles in Ruhe.“ Der Pastor wies darauf hin, dass die gesamte Renovierung ausschließlich durch Spenden finanziert worden sei. Er freue sich, dass es in der Gemeinde Menschen gebe, denen eine schön gestaltete Kirche am Herzen liege.

Während der Sanierungsmaßnahmen war die evangelische Gemeinde zu Gast bei den katholischen Glaubensbrüdern und -schwestern und hielt in deren Kirche die meisten Gottesdienste ab. In dieser Zeit wurden Wände, Säulen und Gewölbe in dezent gehaltenen Farbtönen gestrichen. Außerdem erhielt das Gotteshaus eine Fußbodenheizung und wurde mit Fliesen versehen, die farblich auf die Wände abgestimmt sind. Auch das Problem, das es bisher mit der Akustik gab, packte man an: Damit der Hall besser geschluckt wird, wurden in den gotischen Spitzbögen Akustikplatten installiert.

Jetzt fehle nur noch das i-Tüpfelchen, meint Kirchenvorstands-Vorsitzende Silke Jeske: Der alte Altar sei mitsamt der Kanzel bereits entfernt und durch Provisorien ersetzt worden. Beide Stücke aus den 1960er Jahren hätten mit ihrer spröden Beton-Bauweise nicht mehr optisch in die Kirche gepasst. Nun soll es einen Ideen-Wettbewerb geben: Die Landeskirche werde Künstler auffordern, Entwürfe für einen neuen Altar und eine neue Kanzel einzureichen.