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Wird Kreisrat Björn Hoppenstedt abgesägt?

"Zu passiv"? Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt (Foto: archiv)

mi. Landkreis. Muss Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt (41, CDU) im kommenden Jahr seinen Posten in der Verwaltungsspitze des Landkreises Harburg räumen? Im März 2016 läuft die Amtszeit des Wahlbeamten, der im Kreishaus als Dezernent für Umwelt, Abfallwirtschaft, Bauen und Straßen zuständig ist, ab. Und vieles spricht dafür, dass Hoppenstedt nicht wieder in das Amt gewählt wird.

Björn Hoppenstedt wollte schon zweimal aus freien Stücken seinen Posten in der Landkreisspitze aufgeben. Zuletzt 2013 hatte er erfolglos für das Bürgermeisteramt in seiner Heimatgemeinde Großburgwedel kandidiert, im Jahr 2008 stand eine zurückgezogene Bewerbung für den Posten des Verbandsvorstehers im Landesverband Lippe. Im Kreistag wurden jetzt die Weichen gestellt, um Hoppenstedts Posten für die nächste Amtsperiode neu auszuschreiben.
Im Winsener Kreishaus wollte man sich zu den Gründen für die Neuausschreibung nicht äußern. Kreissprecher Johannes Freudewald bestätigt lediglich, dass Hoppenstedts Mandat auslaufe und dass der Posten über ein deutschlandweites Bewerbungsverfahren neu besetzt werden soll.
Ein solcher Schritt findet in der Regel nur dann statt, wenn der Amtsinhaber seinen Posten zur Disposition stellt oder es Anzeichen dafür gibt, dass er bei einer Wahl im Kreistag keine Mehrheit erhalten könnte.
Letzteres könnte der Fall sein: Nach WOCHENBLATT-Informationen ist man in der Kreispolitik mehrheitlich derzeit nicht bereit, den 41-jährigen Juristen für weitere acht Jahre in sein Amt zu wählen.
Ein Grund dafür könnte sein, dass man bei SPD, Grünen und FDP offenbar nicht hinnehmen will, dass bei einer Wiederwahl Hoppenstedts alle drei Verwaltungsspitzen (Landrat, Erster Kreisrat und Kreisrat) mit CDU-Mitgliedern besetzt sind. Dass Landrat Rainer Rempe (CDU) kurz vor seiner Wahl 2014 noch den Christdemokraten beitrat, nehme man immer noch übel, heißt es dazu aus den Reihen der Kreispolitik. Als dann auch noch CDU-Mitglied Kai Uffelmann zum Ersten Kreisrat gewählt wurde, kam es im Kreistag beinahe zum Eklat (das WOCHENBLATT berichtete). So gesehen wäre die Personalie Hoppenstedt das „Bauernopfer“ für die Wahl von Kai Uffelmann und ein Denkzettel an die CDU.
Nach WOCHENBLATT-Informationen rumort es darüber hinaus allerdings kräftig in Politik und Verwaltung. Aus dem Umfeld des Kreistags ist zu hören, dass es bei SPD, FDP und Grünen massive Kritik an der Arbeit des Kreisrats gibt. Hoppenstedt sei „zu passiv, er setze kaum eigene Impulse, ihm fehle der Biss“, so die Vorwürfe.
Dazu kommt: Zwischen Björn Hoppenstedt und Landrat Rempe stimmt es offenbar nicht. „Auch der Landrat kann sich eine Veränderung vorstellen“, so ein Insider.
Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt wollte sich auf WOCHENBLATT-Nachfrage nicht zu dem Thema äußern.