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"Schüsse" vor Gericht

Am Stader Landgericht wird der "Sittensen-Prozess" verhandelt

"Sittensen-Prozess": Waffen-Expertise erstellt / Frist für Beweisanträge

tp. Stade. Der "Sittensen-Prozess" wird am Dienstag, 23. September, um 9.15 Uhr im Schwurgerichtssaal des Stader Landgerichtes fortgesetzt. Angeklagt ist, wie berichtet, Rentner Ernst B.* (80), der einen jugendlichen Räuber (16) auf der Flucht erschossen hatte, nachdem dieser im Dezember 2010 mit vier Komplizen in das Haus des Seniors in Sittensen eingebrochen war. B. muss sich wegen Totschlags verantworten.

Am jüngsten Verhandlungstag führte ein Waffenexperte des Landeskriminalamtes eine Softair-Pistole mit Kunststoffkugeln vor. Bei der Schussabgabe war lediglich ein Klacken zu hören, das bei Weitem nicht den Schallpegel einer echten Schusswaffe erreicht. Die Tatsache ist insofern relevant, als dass Ernst B. erst auf die flüchtenden Täter geschossen haben will, nachdem er die Schüsse gehört habe. Diese Schüsse können offenbar nicht von einer Softair-Waffe stammen. Vermutet wird, dass die Räuber eine solche Pistole dabei hatten. Nach eigenen Angaben ließen sie diese jedoch im Handschuhfach des Tatfahrzeugs liegen. Die betreffende Waffe wurde laut einer Gerichtssprecherin an einem Feldweg nahe des Tatorts gefunden. Sie konnte den Tätern bislang nicht eindeutig zugeordnet werden.

Überdies stellte der Waffen-Spezialist sein Gutachten über die beim Überfall abgefeuerten Schüsse vor. Dabei ging es unter anderem um den Standort des Todesschützen, den Schusswinkel und die Anzahl der Schüsse.

Seitens des Gerichtes ist die Beweisaufnahme abgeschlossen. Mit Frist bis Dienstag haben Ernst B.s Verteidigung sowie die Vertreter der Nebenkläger, Familienangehörige des toten 16-Jährigen, ihrerseits die Möglichkeit zu Beweisanträgen.

Vorläufig letzter Verhandlungstag ist Mittwoch, der 22. Oktober.

*Name von der Redaktion gekürzt