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Aus für die Windrad-Bauer in Stade

Die Zeiten sind vorbei: Areva-Rotorblätter auf dem Stader Betriebsgelände

Adwen stellt Rotorblatt-Produktion am Seehafen ein / 70 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs


tp. Stade. Plötzliches Ende der Windrad-Produktion in Stade-Bützfleth: Die Firma Adwen - früher Areva Blades - stellt am Seehafen den Bau der Flügel ein. Rund 70 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsstelle.

Als Grund für den Schritt nennt eine Firmensprecherin auf WOCHENBLATT-Nachfrage "fehlende Anschlussprojekte" für die Zeit nach der Fertigstellung des Wikinger-Windparks in der Ostsee. Dafür wurden Rotorblätter für 70 Turbinen des Typs AD 5-135 sowie Ersatzblätter produziert. Nach Abschluss der Arbeiten stellte Adwen die Blattfertigung im Stader Werk ein. "An den Gebäuden bzw. dem Gelände halten wir bis auf Weiteres fest", so die Pressesprecherin aus Bremerhaven.

Für die insgesamt rund 70 betroffenen Kollegen hätten sich die Geschäftsführung und der Betriebsrat in Stade "auf faire Kompensationsmaßnahmen sowie die Bildung einer Transfergesellschaft geeinigt". Die Aufgabe dieser Transfergesellschaft bestehe darin, die Qualifikationen der Mitarbeiter weiterzuentwickeln und sie bei der Arbeitsplatzsuche zu unterstützen, erklärt die Sprecherin weiter.

Ein wesentliches Ziel des Managements sei zudem gewesen, möglichst viele Mitarbeiter aus Stade auf neue Positionen innerhalb von Adwen oder der Muttergesellschaft Siemens Gamesa umzuverteilen. Den Mitarbeitern sei zudem die Teilnahme an einem freiwilligen Transferprogramm angeboten, das von Siemens Gamesa organisiert wurde. Das Programm unterstütze Mitarbeiter bei ihren Bewerbungen für das neue Siemens Gamesa-Werk in Cuxhaven.

Marcus Schlichting, Chef des Vereins Seehafen Stade, bedauert die Entwicklung. Die Flügelproduktion habe "gut ins Konzept" gepasst: "So etwas gehört in Hafennähe", sagt Schlichting mit Blick auf die gigantische Größe der Bauteile, die sich nur per Schiff gut transportieren lassen. Der Umschlag der Windflügeln fand am Stader Buss-Terminal an der Elbe statt. Überdies hatte sich Schlichting von der Gemesa-Beteiligung "einen positiven Effekt" für Stade erwartet: "Das Gegenteil ist der Fall."

Auch Leiharbeiter sollen vom Produktionsstopp betroffen sein. Adwen macht dazu keine allerdings Angaben.