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"Busse müssen auf dem Pferdemarkt halten"

Pferdemarkt mit Bushaltestellen oder ohne? Das ist die Frage, die viele Stader Bürger derzeit heiß diskutieren
bc. Stade. Die Pläne für die Neugestaltung des Pferdemarktes sorgen für reichlich Gesprächsstoff. Wie berichtet, möchte die Stadt versuchen, den Busverkehr vom Pferdemarkt in die Stockhausstraße zu verlagern. Das stößt nicht bei all unseren Leser auf Verständnis. Vor allem die ältere Generation wehrt sich.

So zum Beispiel Helga Hanschke (79) aus Stade, die sich auf den WOCHENBLATT-Aufruf in der vergangenen Woche zur geplanten Umgestaltung meldete. „Alle Buslinien müssen auf dem Pferdemarkt bleiben“, sagt die Frau klipp und klar. Für alte Leute sei die Steigung von der Stockhausstraße in die Altstadt nicht zu bewältigen. Vielmehr müssten noch mehr Sitzgelegenheiten und Unterstände auf dem Pferdemarkt geschaffen werden.

Ingrid Goodman, Inge Melzer und Anke Abbenseth denken ebenfalls an die Senioren. Sie möchten zwar die Bushaltestellen in die Stockhausstraße verlegen und die Wartehäuschen dort überdachen, aber im gleichen Zug für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer einen Fahrstuhl zum neuen Pferdemarkt einrichten und den Marktplatz barrierefrei anlegen.

Ihre weiteren Ideen: eine öffentliche Toilette für den Pferdemarkt, den alten Brunnen am Pferdemarkt wieder aufbauen, die Müllcontainer abbauen sowie den Pferdemarkt mit Blumenkübeln und Sitzecken einladender machen.

Skeptisch sieht der Handelsverband Nordwest die Pläne der Stadt. „Viele Städte haben in der Vergangenheit den Fehler gemacht, den öffentlichen Nahverkehr aus den Innenstädten zu ziehen und versuchen diese Entwicklung jetzt wieder umzudrehen“, sagt Geschäftsführerin Nathalie Rübsteck. Es sei unverständlich, warum gerade in Stade der umgekehrte Weg beschritten werden soll. Gestalterisch sei der Pferdemarkt sicherlich verbesserungswürdig.

Eine Verlagerung des Busbahnhofes, auch nur um wenige 100 Meter, dürfe in seiner Wirkung auf den sensiblen Bereich der Innenstadtentwicklung jedoch nicht unterschätzt werden, so Rübsteck.

Darüber hinaus drückte ein Anwohner im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss seine Zweifel an dem Projekt aus. Er befürchtet, dass die Straße für zusätzlichen Busverkehr nicht breit genug sei.

Stades Stadtbaurat Lars Kolk betonte im gleichen Ausschuss, dass sich die Pläne in einem sehr frühen Stadium befinden. Gespräche mit der KVG hätten noch gar nicht stattgefunden.

Er stellte aber auch klar, dass die Stadt generell eine Verlagerung des Busverkehrs begrüße, um mehr Platz für Events auf dem Pferdemarkt zu schaffen - wie zum Beispiel für den Wochenmarkt.