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Ehrenpräsident unter Beschuss

Der Schützenvorstand (v. li.): Edwin Wolff, Heinz Treudler, Thomas Perschon, Anke Wolff, Sonja Sommerfeld, Per-Ole Offermann, Ralf Umland, Sabine Schütt, Uwe Sommerfeld, Gabi Kück, Martina Oellrich (Foto: sum)

Zoff um Gemeinschaftshaus in Hüll: Schützen "enttäuscht" über Günter Andreas' Alleingang

tp. Hüll. Die Vorstandmitglieder des Schützenvereins Hüll geben sich "enttäuscht" vom Alleingang ihres Ehrenpräsidenten Günter Andreas, der sich wegen anhaltender Streitigkeiten um Lärmbeschränkungen bei der Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses an die Öffentlichkeit wandte. Der Vorstand um die Vorsitzende Sabine Schütt traf sich am Mittwochabend zu einer Krisensitzung.

Andreas, der eingeladen war, habe unentschuldigt gefehlt, so Schütt.
Wie in dem WOCHENBLATT-Artikel "Keine Party zu Silvester" berichtet, schickte Günter Andreas in der vergangenen Woche einen Brandbrief an den Landkreis Stade, in dem er um Lockerung der aus seiner Erfahrung zu strengen Nutzungsbedingungen bat. Demnach sind u.a. jährlich nur zehn sogenannte "laute Veranstaltungen" mit einem Schalldruckpegel 45 dB A (normale Gesprächslautstärke) nach 22 Uhr erlaubt. Weil zwischen solchen Feiern zusätzlich Wochenenden mit Ruhepausen vorgeschrieben sind, konnte Andreas jetzt eine Silvesterfete nicht zulassen.

Andreas, auch SPD-Ratsherr, führt die Planungsschwierigkeiten, unter denen der Dorf-Frieden leide, insbesondere auf die Nachbar-Familie Koppelmann zurück, die sich seit Beginn der Planungen gegen das Dorfgemeinschaftshaus, das Eigentum des Schützenvereins ist, gewehrt habe. Er gab an, für die Mehrheit des Schützenvereins zu sprechen.

Vereins-Chefin Schütt zeichnet eine anderes Bild von der Lage: Der Verein respektiere die Begrenzung auf zehn laute Veranstaltungen, die auf Basis des Bundes-Immissionsschutzgesetzes Einzug in die Baugenehmigung des Landkreises Stade gehalten habe. Die Silvesterfeier sei übrigens nicht wegen einer vorangegangenen Geburtstagsfeier abgesagt worden. "Die Silvesterparty fand aus rein organsatorischen Gründen nicht statt", so Schütt. Und: "Zur optimalen Nutzung unseres Dorfgemeinschaftshauses versuchen wir, für alle Beteiligten einen guten Weg zu finden und glauben, dass eine Lockerung der Nutzungsbestimmungen möglich sein kann."

Der Verein wolle künftig auf mündlicher Absprache mit den Koppelmanns die eine oder andere laute Veranstaltung außer der Reihe ermöglichen. Unterdessen sollen die Koppelmanns Bereitschaft signalisiert haben, in solchen Ausnahmefällen künftig nicht mehr die Polizei zu rufen oder die Kreis-Behörden einzuschalten.

"Das wäre ganz in meinem Sinne", sagt Günter Andreas. Beim Landkreis habe man ihm zugesagt, diese unbürokratische Regelung zu dulden. Seinen Alleingang bedauert der Ehrenpräsident inzwischen: "Die nehmen mir das übel." Des Friedens willen würde er in letzter Konsequenz sogar von seinem Posten als Gemeinschaftshaus-Obmann zurück treten. Damit würde für Andreas, der maßgeblich an den Planungen der Anlage beteiligt war, "ein Lebenswerk zerstört".