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Er will auf die Jugendlichen zugehen

Seit gut zwei Wochen in der Stadt: Behnan Afkhami (44), aufgewachsen in Emden mit persischen Wurzeln
bc. Stade. Behnan Afkhami heißt der neue Streetworker der Hansestadt Stade, der am heutigen Mittwoch, 1. April, seinen Dienst in den Stadtteilen Altländer Viertel und Haddorf antritt. Seit zwei Wochen lebt der 44-Jährige mit persischen Wurzeln erst in Stade. Sein Job bringt es mit sich, dass er die Stadt und ihre Bürger bald bestens kennt. "Ich freue mich auf meine neue Aufgabe", sagt er dem WOCHENBLATT.

Vorrangig wird Behnan Afkhami nachmittags und abends sowie an den Wochenenden arbeiten müssen. Nur so kann er seine Zielgruppe erreichen. Der studierte Sozialpädagoge und Familientherapeut ist ein Experte auf dem Gebiet der mobilen Jugendarbeit. Er geht auf die jungen Leute zu, die zu Hause vielleicht niemanden haben, der ihnen zuhört. Er sucht sie dort auf, wo sie sich treffen. Auf der Straße. Denn lange nicht mehr alle sind vom Angebot in den Jugendzentren überzeugt.

"Wenn die Jugendlichen das Angebot in den Jugendhäusern langweilig finden, hängen sie auf der Straße herum. Meistens dort, wo sie nicht jeder Erwachsene sofort findet. Ich gehe dorthin. Mir ist es wichtig, eine Vertrauensbasis aufzubauen. Das braucht Zeit", sagt er. Erfahrungen mit der mobilen Jugendarbeit hat er bereits in Großstädten wie Stuttgart gesammelt. Zuletzt war er aber im eher beschaulichen Edewecht bei Oldenburg tätig.

In Stade ist Afkhami als Streetworker in das Team der städtischen Abteilung Kinder- und Jugendarbeit integriert, genau wie sein Pendant in Wiepenkathen und Hahle, Renat Aminev.

Sport ist ein essentieller Bestandteil des Streetworker-Jobs. Immer Montagabend und vierzehntägig am Samstag organisiert Behnan Afkhami Angebote im Altländer Viertel. Für die Sporthalle in Haddorf muss er noch Nutzungszeiten vereinbaren: "Bei meinen früheren Jobs habe ich mit den Jugendlichen gemeinsam Veranstaltungen auf die Beine gestellt, zusammen gekocht oder schulische Probleme durchgesprochen. Auch ein Anti-Aggressionstraining wurde gut angenommen", erzählt Behnan Afkhami. Es handele sich aber ausdrücklich nicht um eine Einzelfall-Betreuung. "Ich will ein Ansprechpartner für möglichst viele junge Leute sein. Die Lösungen für ihre individuellen Probleme müssen die Jugendlichen aber selbst erarbeiten."

Dabei bleibt es sicherlich nicht aus, mit Institutionen und anderen Vereinen zusammenzuarbeiten. Dazu zählt besonders die Mitarbeit in Netzwerken vor Ort wie dem Runden Tisch und dem Stadtteilforum.

Ist es denn von Vorteil für einen Streetworker, wenn er mit einem Migrationshintergrund aufwarten kann? "Ein Nachteil ist es zumindest nicht. Viel wichtiger ist aber die Einstellung und die Art, mit der man Jugendliche anspricht", sagt Behnan Afkhami.

• Erreichbar wird er im Jugendhaus "Altländer Viertel" unter Tel. 04141-420711 und im Jugendhaus Haddorf unter Tel. 04141-408019 sein.