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Reich, reicher - "Altes Land"

Finanziell gut gestellt: Die Einwohner in Jork und in der Samtgemeinde Lühe hatten 2014 im Mittel rund ein Drittel mehr Geld im Jahr zur Verfügung als der Bundesdurchschnitt (Foto: Montage MSR/Fotolia/weseetheworld)
bc. Altes Land. Im Alten Land leben die Menschen mit der höchsten Kaufkraft im Elbe-Weser-Raum. Das hat eine Standortanalyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) ergeben. Demnach verfügten die Bürger der Gemeinde Jork im vergangenen Jahr über eine Kaufkraft von 27.456 Euro jährlich pro Einwohner, in der Samtgemeinde Lühe sind es laut IHK-Bericht 26.001 Euro.

Damit liegen die Altländer rund ein Drittel über dem Durchschnittswert in Deutschland (21.179) und dem in Niedersachsen (20.813). Auch die Bürger in der Samtgemeinde Horneburg (24.311), in der Hansestadt Buxtehude (24.354) und in der Samtgemeinde Apensen (24.213) sind deutlich reicher als der Bundesdurchschnitt.

Auf Platz 52 und damit auf dem letzten Rang im Klassement für den Elbe-Weser-Bereich liegt die Einheitsgemeinde Gnarrenburg im Landkreis Rotenburg (Wümme) mit 17.998 Euro.

Zum Hintergrund: Die wirtschaftliche Situation von Gemeinden und Städten haben einen beträchtlichen Einfluss auf den örtlichen Einzelhandel. Die Kaufkraft beschreibt, wie hoch die für den Einwohner für den Konsum zur Verfügung stehenden Einnahmen sind.

Für das Alte Land, speziell für Jork, drängt sich dabei eine Frage auf: Wie passt es zusammen, dass deren Bürger durchschnittlich die reichsten im Elbe-Weser-Raum sind, der Haushalt der Gemeinde aber so angespannt ist, dass sie 2014 einen Projektstopp verhängen musste (das WOCHENBLATT berichtete).

Kämmerer Matthias Riel dazu: „Die Gemeinde hat sicherlich derzeit keine Schwierigkeiten auf der Ertragsseite. Es gab vielmehr in 2013 einen massiven Einbruch bei den Gewerbesteuererträgen“, erklärt Riel. Jork verfüge über die höchste Steuerkraft je Einwohner im Landkreis Stade. Im Umkehrschluss bedeute das aber, dass Jork die geringsten Schlüsselzuweisungen des Landes Niedersachsen zustehen, so Riel.

Auch die Erlöse der Einkommenssteuerbeteiligung - 2014 bekam die Gemeinde ca. 6,5 Mio. Euro überwiesen - bleiben nur in Teilen in Jork. Ein großer Teil fließe in Form der Kreisumlage an den Landkreis, so Riel.

Michael Gosch (CDU), Bürgermeister der Samtgemeinde Lühe, war ein wenig erstaunt über die Ergebnisse der Standortanalyse. Er kann aber bestätigen, dass sich die Kaufkraft in den sechs Ortschaften seiner Samtgemeinde sehr positiv entwickelt habe, auch aufgrund der Nähe zu Hamburg und seinen zahlreichen Arbeitsplätzen. Gosch: „Unsere Einzelhändler profitieren davon.“