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Sicker-Alarm am alten Hafen

Mit tonnenweise Extra-Sand wurde der künstliche Damm im Hafenbecken verstärkt. Dennoch sickerte Wasser in den trockengeegten Baustellenbereich

Bauamt hat sich verschätzt / Teure Bagger und Radlader drohten "abzusaufen" / Kostenfrage noch ungeklärt

tp. Stade. Das ging gerade noch glimpflich aus: Wegen einer technischen Panne drängte mit der Flut am Samstagvormittag das Wasser der Schwinge in den für Bauarbeiten trockengelegten Hafen in der Stader Altstadt. Teure Baugeräte drohten "abzusaufen", weil Wasser durch den künstlichen Damm im Hafenbecken sickerte. Um stärkeren Wassereinlauf oder gar einen Dammbruch zu verhindern, schafften Arbeiter mühselig tonnenweise Sand herbei und stabilisierten damit den Baustellenwall zwischen der Hudebrücke und der Schleuse am "Schwedenspeicher".
Der Zwischenfall ereignete sich kurz vor der planmäßigen Flutung des Hafenbeckens und des Rückbaus des Dammes. Beides sollte bei Ebbe am Montag und Dienstag erfolgen. Die Maßnahmen verzögern sich nun um ein bis zwei Tage.

Wie berichtet, wurde die Hudebrücke, ein Wahrzeichen der Touristen- und Kreisstadt Stade, rund ein Jahr lang umfassend saniert. Während der Bauphase war das Hafenbecken trockengelegt. Im Osten in Richtung Elbe und im Westen in Richtung Burggraben schützten zwei riesige künstliche Wälle aus Erde, Folie und Sandsäcken sowie ein System aus Pumpen, Schächten und Dränage-Rohren die Baustelle vor Wassereinbruch.

Nachdem die Stadt kürzlich das Ende der Modernisierung mit einem Tag der offenen Brücke feierte und Gäste trockenen Fußes unter der Brücke hindurch spazierten, räumten die Mitarbeiter der ausführenden Firma Echterhoff in den vergangenen Tagen die Baustelle, demontierten die Dränageanlage und bereiteten die für Wochenbeginn vorgesehene Flutung vor.

Dazu ließ die städtische Bauverwaltung um den verantwortlichen Abteilungsleiter für Straßen und Brücken, Gerd Allers, auch einen besonderen Riegel an der Schleuse zwischen altem und neuem Hafen lösen: eine aus einem Eisengestänge, Schrauben und einer Gummischürze bestehende Dichtung an der Ritze zwischen den beiden selbstschließenden Stemmtoren. Doch mit der Flut am Samstag strömte deutlich mehr Wasser zur Baustelle als vom Bauamts-Team auf Basis von Schätzungen angenommen. Konkrete Berechnungen waren laut Gerd Allers nicht angestellt worden. Zusätzlich schlossen die Fluttore nicht komplett, weil sie durch Schlick blockiert waren.

Die Folge: Das Wasser lief - rund einen Meter höher als erwartet - auf ca. 1,70 Meter über Normal Null auf und stand rund 80 Zentimeter unter der Dammkrone. Wasser sickerte in die Baustelle, wo noch ein teurer Radlader, ein Bagger und ein Baugerüst standen. Auf der Baustelle bildeten sich knöcheltiefe Lachen. Die Stadt ließ rund 15 Lastwagenladungen Sand vom Bauhof herbeikarren, um den Wall zu stabilisieren.
Eine Sisyphusarbeit: Die Sandmassen waren gerade aus der Baugrube entfernt worden.

Gerd Allers räumt ein, sich verschätzt zu haben. Zu den Kosten für die Extraarbeit auf der Baustelle will er sich vorerst nicht äußern. Für die Hafen-Anwohner habe keine Gefahr bestanden.