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Skelette unter den Hertie-Trümmern

Ulrike Ek legt das Frauenskelett frei

"Archäologischer Fund des Jahres!": Klosterfriedhof tritt bei Kaufhaus-Abriss zutage

tp. Stade. Spannender Fund aus dem Hochmittelalter: Bei Baggerarbeiten auf dem Abrissgelände des ehemaligen Hertie-Kaufhauses in Stade traten jetzt Überreste eines alten Kloster-Friedhofes und der Mauer der ehemaligen Stader Lateinschule zutage. Das löst Jubelstimmung bei dem Stader Stadtarchäologen Dr. Andreas Schäfer aus: "Dies ist zweifelsohne der Fund des Jahres!"
Das Archäologen-Team um Grabungsleiterin Andrea Finck legt seit Mitte vergangener Woche behutsam die Gebeine frei. Im Sand zeichnete sich ganz allmählich das Skelett einer Frau mit einer Körpergröße von 1,40 Metern ab. Als Grabbeigabe fanden die Altertumsforscher Bronzeschmuck. An einer weiteren Grabungsstätte sind Schädel- und Oberschenkelknochen deutlich sichtbar.
Die Archäologen rechnen mit weiteren Funden und wollen ihre Arbeit - teils in gleißender Sonne und umgeben von lärmenden Abrissmaschinen - zwei Wochen lang fortsetzen. Die Fundstücke werden in den kommenden Monaten gründlich untersucht und im Archiv in Ottenbeck gelagert.
Der Gottesacker aus dem 13. Jahrhundert gehört zum ehemaligen Stader Kloster St. Georg. Das ist den Archäologen bereits seit den 1970er Jahren bekannt. Der Friedhof wurde seinerzeit bei den Bauarbeiten für das inzwischen wieder abgerissene Hertie-Warenhaus entdeckt und dabei größtenteils zerstört.
Lediglich die jetzt untersuchte Fläche am alten Hertie-Haupteingang gegenüber des Zeughauses und einer ehemaligen Kirche blieb unberührt.
Bei der ausgegrabenen, rund 20 Meter langen Backsteinmauer handelt es sich laut Andreas Schäfer um die Kellermauer der zum Kloster gehörenden, 1393 erstmals erwähnten Lateinschule. Aus dieser ersten Schuld der Stadt ging das heutige Stader Gymnasium Athenaeum hervor.
Dr. Schäfer bilanziert: "Alles in allem ein Fund auf geschichtsträchtigem Grund in der Keimzelle des kirchlichen und geistigen Lebens der Stadt."