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Stade: "Kein Neubau vor Bastion am Spiegelberg"

Möchten, dass die Stadt das Grundstück am Hafen kauft (v.li.): die Anwohner Dominique Radon, Hanna Jürgensen und Heiko Malinski
bc. Stade. Es kommt wieder Bewegung in die Sache. Nachdem das WOCHENBLATT am vergangenen Mittwoch über das wenig ansehnliche, von Vandalismus-Schäden gezeichnete Flachdachgebäude am Hafen berichtete, haben sich Nachbarn der Immobilie in der Redaktion gemeldet. Sie wollen verhindern, dass Politik und Verwaltung überhaupt weiterhin über einen mehrstöckigen Neubau-Komplex auf dem Grundstück nachdenken. Die Stader Burgbastion dürfe nicht zugebaut werden, so der Tenor der Interessengemeinschaft (IG) Spiegelberg.
Ungefähr 20 Anwohner engagieren sich in der IG. Sie fürchten um ein „letztes Stück heiles Stade“, wenn ein moderner Neubau den Blick auf Bastion und Spiegelberg versperren würde. Dominique Radon wäre einer der direkt betroffenen Anwohner, die in zweiter Reihe hinter dem Flachdachgebäude an der Ecke Hansestraße/Salzstraße wohnen, in dem mal ein Steak-Haus beheimatet war.
Er sagt: „Die angrenzenden Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Damit ist auch die Umgebung laut Gesetz schutzwürdig.“ Zumal auch der Spiegelberg ein Bodendenkmal sei. Das Landschaftsbild sowie das historische Erbe müsse erhalten werden. Ein Neubau müsse zudem mit der Gestaltungssatzung konform gehen. Ein neues, mehrstöckiges Gebäude wie am Salztor nur ein paar Meter weiter dürfe hier nicht gebaut werden.
Die Bürger am Spiegelberg begleiten die Planung bereits seit 2015. Schon damals führte ihr Protest zu einem Umdenken in der Politik. Die neue Marschrichtung ist derzeit: Das Grundstück soll nicht mehr einzeln betrachtet werden, sondern im Rahmen der Altstadtentwicklung in einem größeren Zusammenhang.
Vom Tisch sind die Pläne eines mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshauses damit aber noch nicht. Eigentümerin des Grundstücks ist eine Erbin aus Schleswig-Holstein. Nach Veröffentlichung des WOCHENBLATT-Artikels wurde wieder ein Verkaufsschild ins Fenster der Immobilie gehängt. Anwohner Heiko Malinski hat bereits die Stadt informiert: „Am besten wäre es, wenn sich die Stadt das Grundstück sichert.“ Stadtbaurat Lars Kolk zeigte sich in einer E-Mail zumindest nicht uninteressiert. Er werde einen Mitarbeiter auf das Thema ansetzen.
Heiko Malinski: „Nach einem Abriss könnte hier eine Busspur zur sicheren Ein- und Ausstiegszone für Touristenbusse gebaut werden.“ Dann wäre die bisherige Busparkzone am Hafen frei für andere touristische Nutzungen. Weitere Ideen für die Fläche: ein Fahrradverleih oder eine kleine Grünfläche.