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Verkehrskreisel "Kaisereichen" in Stade - ein majestätischer Name

Historische Postkarte: die Villa mit das Gaststätte "Kaisereichen" (Foto: Stadtarchiv Stade)

Straßenbezeichnung mit historischen Wurzeln im Jahr 1888

tp. Stade. Ein nüchterner Zweckbau ist der Kreisel "Kaisereichen" im Südosten der Stadt Stade. Doch woher stammt der majestätisch anmutende Name des täglich von Tausenden Autofahrern frequentierten Verkehrsrunds zwischen Harburger Straße/A26 und B73? Das WOCHENBLATT fragt bei der Chefin des Stadtarchivs, Dr. Christina Deggim, nach. Sie liefert prompt aufschlussreiches Bildmaterial mit einer schönen Villa und eine historische Erklärung der Namensgebung, die auf das Jahr 1888 zurückgeht.

1888 ging als "Dreikaiserjahr" in die Geschichte ein: Wilhelm I. starb im März, sein Sohn Friedrich III. verblich im Juni. Ihm folgte sein Sohn Wilhelm II. In diesem Jahr sei das Thema Kaiser so präsent gewesen, dass die im selben Jahr erbaute Villa an der damaligen Harburger Chaussee im Ortsteil Campe „Kaisereichen“ genannt wurde, berichtet Historikerin Deggim.

Die Villa wurde in einem Park mit alten Bäumen erbaut und als Gaststätte „Kaisereichen“ mit Gartenwirtschaft genutzt. Das Haus brannte 1910 ab. Die Trümmer blieben jahrelang liegen, bis der Besitzer des Mineralölwerks Hahne 1920 einen Neubau errichtete. Das Gebäude wurde 1935 an die Wehrmacht verkauft und 1936 für „Kasinozwecke der Fliegertruppe“ umgebaut. 1945 bis 1950 wurde das Haus für die englische Offiziersmesse beschlagnahmt. Nach der Einrichtung der Bundeswehr wurde das es Sitz der Standortverwaltung. Die dortige Straße Kaisereichen, eine Abzweigung der Harburger Straße, erhielt am 25. Februar 1966 ihren Namen nach der Villa.