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Angst vor Krach und Staub

Ortsbürgermeister Hans Blank möchte die Belange der Bürger in einem Bauleitverfahren berücksichtigt wissen
bc. Stade-Hagen. Auf die Menschen in der kleinen Splittersiedlung in Hagen-Steinbeck wird eine neue Zeitrechnung zukommen. Die Verwaltung soll nach dem einstimmigen Willen der Mitglieder des Stadtentwicklung-Ausschusses einen Bebauungsplan für ein neues Gewerbegebiet (21 Hektar) entlang der Wohnbebauung aufstellen. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Bekanntlich hat ein Tiefbauunternehmen aus der Region bereits vor Jahren eine Fläche an der Harsefelder Straße in Steinbeck gekauft, um dort u.a. eine Steinbrecher-Anlage zu betreiben. Die Bürger fürchteten schon damals Krach und Staub, die eine solche Maschine unweigerlich produziert. Der Unterschied zu heute: Heute soll das Gewerbegebiet größer ausgewiesen werden. Das bietet die Chance, die Anlage weiter entfernt von den Häusern aufzubauen.

Trotzdem äußerten die Politiker im Ausschuss Bedenken. „Das macht uns schon Sorge. Eine solche Anlage wäre eine große Belastung für die Anwohner“, sagte Dr. Rolf Bredendiek, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Gleichwohl betonte er, dass ein B-Plan unter Einbeziehung der Wohnhäuser sinnvoll sei.

Gleiches gilt für Hagens Ortsbürgermeister Hans Blank (SPD), mit dem sich das WOCHENBLATT zu einem Ortstermin in Steinbeck traf. Er sagt: „Man kann beim Aufstellen des B-Plans nicht so tun, als ob dort keine Menschen wohnen.“ Zudem beginne direkt hinter der Bebauung ein Naturschutzgebiet. Blank selbst war es, der angeregt hatte, in einem Bauleitverfahren zwingend die Belange der Bürger zu berücksichtigen.

Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms machte während der Sitzung deutlich, dass das B-Plan-Verfahren erst am Anfang stehe: „Wir stellen ja gerade einen B-Plan auf, um tatsächlich vorhandene und künftige Konflikte rechtlich zu lösen.“ Es sei problematisch, jetzt schon Ergebnisse eines grundsätzlich offenen Verfahrens vorwegzunehmen. Zum Hintergrund: Derzeit existiert für die Wohnbebauung in Steinbeck, die größtenteils nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist, gar kein B-Plan.

Schröder-Doms erinnerte daran, dass die Stadt einst versuchte, auf genau der Fläche, auf der heute das Gewerbegebiet geplant ist, auf insgesamt 200 Hektar ein neues BMW-Werk anzusiedeln. Schließlich entschied sich der Konzern jedoch für den Bau eines Werks in Leipzig.

• Am Donnerstag, 11. Juni, ist der Bebauungsplan Thema im Ortsrat Hagen. Beginn ist um 19 Uhr in der Johannisscheune. Die Sitzung ist öffentlich.