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Obdachlosigkeit in Stade vermeiden

Jungen Obachlosen wie Sebastian Maron soll künftig effektiver geholfen werden (Foto: tp)

Große Ziele am Runden Tisch: Abwendung von Räumungsklagen / Neubau von Notunterkünften

tp. Stade. Für Sebastian Maron (25) und die anderen Wohnungslosen, die in der Barackensiedlung am Fredenbecker Weg und anderen städtischen Notunterkünften in Stade untergebracht sind, hat der SPD-Sozialpolitiker und Ratsherr Oliver Kellmer für das neue Jahr eine gute Nachricht im Gepäck: Die Einladungen an die Teilnehmer des von ihm initiierten Runden Tisches der Obachlosenhilfe sind versandt worden. Das erste Treffen soll dann Ende Januar/Anfang Februar stattfinden.

Wie in dem WOCHENBLATT-Artikel "Endstation Fredenbecker Weg" berichtet, sind ein bedeutender Anteil der rund 100 von der Stadt betreuten und in Notunterkünften untergebrachten Obdachlosen junge Erwachsene unter 25 Jahren, von denen nicht wenige durch die seit Einführung der Hartz IV-Regelungen für diese Altersgruppe angewandten strengen "U25-Sanktionen" wohnungslos geworden. So auch Sebastian Maron und seine Freundin (23), die über eine Unübersichtlichkeit bei den verschiedenen Hilfsangeboten sowie über unmenschliche Wohnbedingungen in den mit Holzöfen ausgestatteten Einfachhäusern am Fredenbecker Weg klagen. Dies soll 2016 anders werden: Am Runden Tisch wollen Herbergsverein, Jugendämter, Politiker, Polizei und Co. die Kräfte bündeln.

Oliver Kellmer verspricht, sich für den Einbau neuer Heizungen am Fredenbecker Weg stark zu machen. "Langfristig müssen wir neu bauen", so Kellmer, der das Thema im kommenden Jahr in die Haushaltsberatungen einbringen will. Im Gespräch mit dem Amtsgericht sollen am Runden Tisch Möglichkeiten erörtert werden, Räumungsklagen im Vorfeld abzuwenden. Sein Ziel: Wohnungslosigkeit vermeiden, statt zu verwalten.

Auf WOCHENBLATT-Nachfrage legt die Stadt Stade aktuelle Zahlen zu jungen erwachsenen Obdachlosen vor: Zur Zeit sind 15 der knapp 100 Obdachlosen in den städtischen Notunterkünften im Alter von 18 bis 25 Jahren. Davon wohnen zehn in Gemeinschaften, etwa mit ihren Partnern, Eltern oder anderen Familienangehörigen, die übrigen fünf alleine.

Zwischenzeitlich steht fest, dass die vier jungen Leute, die Ende November im leerstehenden Ex-Hertie-Parkhaus durch ein Feuer in Lebensgefahr gerieten, nicht obdachlos waren, sondern einen festen Wohnsitz in Hamburg haben. Sie übernachteten in der Kundengarage, nachdem sie die letzte S-Bahn verpasst hatten.