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So will Stade günstige Wohnungen schaffen

Die zwei Mehrfamilienhäuser sollen Mitte des Jahres fertig sein
bc. Stade. Bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit wenig Geld ist knapp in Stade. Es gibt genügend Menschen, die mit einem Normaleinkommen gerade über der Wohngeldgrenze liegen: Alleinerziehende, Geringverdiener, viele Rentner mit kleinem Budget, die noch eine Grundsicherung erhalten, oder eben auch Hartz-IV-Empfänger finden kaum geeignete vier Wände in der Hansestadt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zunehmend ein Problem, das Politik und Verwaltung seit Längerem erkannt haben, das sich aber ohne private Investoren schwer lösen lässt. Selber bauen käme die Stadt teuer zu stehen. Deswegen haben Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) und ihre Verwaltung jetzt einen neuen Ansatz gewählt und den Haushaltsplan für dieses Jahr noch einmal überarbeitet.
Darin enthalten ist nun ein Zuschuss über knapp 300.000 Euro, der als Grundlage für eine Kooperation zwischen dem Harsefelder Bauunternehmen „Viebrockhaus“, der Wohnungsgenossenschaft „Wohnstätte Stade“ und der Stadt angesehen werden kann. Die Verhandlungen befinden sich zwar noch in den Anfangszügen, aber im Grundsatz ist folgendes Modell für den Anfang geplant.
Die Stadt mietet über die Wohnstätte, die die Verwaltung übernehmen soll, 62 Wohnungen in zwei neuen Mehrfamilienhäusern in der Heidesiedlung Riensförde an - für die ortsübliche Netto-Kaltmiete von 8,50 Euro pro Quadratmeter im Monat. Die Mehrfamilienhäuser, die die Firma Viebrock errichtet, sollen Mitte des Jahres fertig sein, verfügen über einen Energiestandard KfW 40 Plus mit sehr geringen Heizkosten.
Weil die öffentliche Hand - sprich Landkreis bzw. Jobcenter - Geringverdienern in diesen Wohnungen nicht die vollen 8,50 Euro Mietkosten erstatten würde, muss die Stadt den Mehrbetrag von ca. zwei Euro pro Quadratmeter subventionieren. Unterm Strich käme dieses Modell der Staatskasse aber wahrscheinlich günstiger zu stehen, da die Nebenkosten, z.B. die Heizkosten, in einem KfW 40 Plus-Haus „quasi gen null tendieren“, so Nieber: „Ganz zu schweigen vom ökologischen Gedanken.“
Wichtig: In die neuen Wohngebäude sollen aber nicht nur Geringverdiener einziehen, die staatliche Leistungen erhalten, sondern ein breiter gesellschaftlicher Mix. Ziel der Stadt ist eine stadtweite Durchmischung, um soziale Brennpunkte zu vermeiden. Nieber: „Für die Vermietung müssen wir als Stadt strenge Vergaberichtlinien ausarbeiten.“ Der entscheidende Vorteil des Modells sei der Umstand, dass die Stadt die volle Kontrolle über Art und Umfang der Belegung hätte. Funktioniert das Modell, will die Stadt jedes Jahr den Neubau weiterer Wohnungen fördern und zumindest teilweise anmieten.
Die Politiker zeigten sich im jüngsten Finanzausschuss ein wenig überrascht von dem Vorstoß der Bürgermeisterin, gaben trotzdem grünes Licht. „Um handlungsfähig zu sein, brauche ich einen Haushaltstitel“, so Nieber.