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A20 - nötig oder schädlich für die deutschen Seehäfen?

An der geplanten Küstenautobahn regt sich weiter Kritik

Küstenautobahn: Schlagabtausch zwischen Förderverein und Umweltinitiativen

(tp). Der Förderverein "Pro A20" macht mit einer neuen Flyer-Reihe Werbung für die geplante Küstenautobahn, deren Trasse auch durch den Landkreis Stade führt. Bedenken an der Argumentation der Befürworter, die die A20 (früher A22) als dringend nötige Hafen-Hinterlandanbindung einstufen, äußert der Pressesprecher des Koordinationskreises der Initiativen und Umweltverbände gegen die A22/A20, Uwe Schmidt.
Pro A20 weist in seinem Flyer darauf hin, wie wichtig die neue Trasse für die Hafenhinterlandanbindung der deutschen Seehäfen sei: „Deutschlands wirtschaftliche Zukunft hängt von den Seehäfen ab. Denn die Bundesrepublik ist Export-Vizeweltmeister und mehr als 60 Prozent der Güter des deutschen Außenhandels werden über die deutschen Seehäfen umgeschlagen - mit steigender Tendenz.“ Der Förderverein verweist auf eine Seeverkehrsprognose des Bundes, nach der der Seehafen-Verkehr bis zum Jahr 2030 um 52 Prozent zunimmt. Demnach werden deutsche Unternehmen im Jahr 2030 Waren im Wert von 860 Milliarden Euro über die deutschen Seehäfen umschlagen.
Kritiker Uwe Schmidt dazu: "Pro A20 lässt offen, wie die A20 helfen kann, den zukünftigen Güterverkehr von und zu den Seehäfen aufzunehmen." Die Aussage, die A20 sei unverzichtbar für die Seehäfen, sei "aus der Luft gegriffen".
Schon ein Blick auf eine Landkarte zeige, dass das Hinterland der Seehäfen südlich der Küste liege. Die A20 aber verlaufe im Wesentlichen in Ost-West-Richtung parallel zur deutschen Küstenlinie, also nicht ins Hinterland. Deswegen könnten nur etwa 4 Prozent der Warenströme aus und zu den Häfen über die Küstenautobahn besser abgewickelt werden, so Schmidt: "Für die deutschen Seehäfen ist die A20 folglich nahezu nutzlos."