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Bahn frei auf der Daten-Autobahn

Diese Karte zeigt die Breitband-Versorgung im Landkreis Stade mit Zugängen von mindestens 50 Mbit/s. Die grünen Bereiche sind entsprechend versorgt, die roten nicht (Foto: Breitbandkompetenzzentrum)
bc. Stade. So schlecht, wie viele Internet-Nutzer meinen, ist die Breitband-Versorgung im Landkreis Stade gar nicht. Das wurde im jüngsten Verkehrsausschuss deutlich. Danach verfügen nur knapp 4.000 von rund 65.000 Gebäuden im Landkreis über eine Verbindung mit weniger als sechs Megabit pro Sekunde. Das sind 6,1 Prozent.

Zum Vergleich: In Uelzen sind es 43,5 Prozent. „Im Landesvergleich stehen wir gut da“, sagt der Erste Kreisrat Eckart Lantz. Die Wettbewerbssituation mit der EWE und der Telekom im Landkreis sei dabei hilfreich.

Fast 40.000 Gebäude im Landkreis Stade verfügen sogar über eine Leitung mit mindestens 50 Mbit/s - immerhin 60 Prozent. Eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 50 Mbit/s ist erklärtes Ziel der Bundesregierung bis 2018.

Von 50 Mbit/s können trotz der weitgehend guten Versorgung viele Bürger außerhalb der großen Städte und Gemeinden auf dem platten Land nur träumen, egal ob das in Ahlerstedt, Brest oder in Nordkehdingen ist.

Stau auf der Daten-Autobahn herrscht oft dort, wo lange Strecken zwischen den Kabelverzweigern an der Straße und den Siedlungen überbrückt werden müssen. Bürger in Straßendörfern, deren Bebauungen sich über mehrere Kilometer hinziehen, müssen oft auf schnelle Verbindungen verzichten. Für die Anbieter ist es schlichtweg zu teuer, solche Wohngebiete mit ausreichend Kabelverzweigern, bzw. Glasfaserkabel zu versorgen.

Um genau diese weißen Flecken auszuradieren, hat die Landkreisverwaltung eine Strategie entwickelt, die am vergangenen Mittwoch auch die Politiker des Verkehrsausschusses einstimmig absegneten.

Ziel ist es, verschiedene Fördertöpfe von Bund und Land anzuzapfen. Als zeitlich erstes kommt dabei das sogenannte GAK-Förderprogramm ins Spiel. Da sich in diesem Topf für ganz Niedersachsen aber nur rund 2,5 Mio. Euro befinden, müssen die Gemeinden schnell sein mit ihren Anträgen, denn nur sie können Antragsteller sein.

Grundsätzlich muss die Kreisverwaltung für solche Förderprogramme Vorbereitungen treffen und ein Markterkundungsverfahren sowie danach ein Interessenbekundungsverfahren durchführen. Bei Letzterem werden die Breitbandversorger aufgefordert, für konkrete Projektgebiete Angebote abzugeben.

Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Antragstellung. Der Landkreis will die Gemeinden dabei unterstützen. Ist ein Antrag erfolgreich - die Förderquote des Landes beträgt 80 Prozent - schießt der Kreis ein Drittel zum gemeindlichen Eigenanteil dazu. Für 2016 stehen dafür 300.000 Euro im Kreishaushalt.

Ein vergleichsweise geringer Betrag, sollte den Politikern doch bewusst sein, dass ein schneller Internet-Anschluss für ihre Gemeinden überlebenswichtig ist. Gewerbegebiete ohne Breitband bleiben leer, Häuser oder Wohnungen ohne schnelle Online-Verbindung sind kaum mehr zu veräußern oder zu vermieten.