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"Das passt nicht zusammen"

Vertreten 49 der insgesamt 62 Nebenkläger: Thomas Walther (li.) und Prof. Dr. Cornelius Nestler
thl. Lüneburg. "Wir können Herrn Gröning nicht die Mitwirkung am Mord unserer rund 1.000 Angehörigen und weiterer 299.000 Menschen verzeihen - zumal er sich bisher frei von jeglicher strafrechtlicher Schuld fühlt. Wir wollen Gerechtigkeit und begrüßen die Aufklärung, die dieses Strafverfahren leistet." Diese Erklärung für ihre Mandanten haben die Rechtsanwälte Prof. Dr. Cornelius Nestler und Thomas Walther jetzt in einer Presseinformation im Rahmen des NS-Prozesses gegen Oskar Gröning (93) herausgegeben.
Hintergrund ist die Tatsache, dass eine Nebenklägerin - die KZ-Überlebende Eva Kor (ebenfalls Nebenklägerin) - dem Angeklagten öffentlichkeitswirksam im Gerichtssaal die Hand geschüttelt und ihm vergeben hat. Dazu forderte sie: "Diese Anklagen müssen aufhören."
"Dann hätte sie nicht Nebenklägerin werden sollen", so Nestler und Walther. "In diesem Strafverfahren geht es vor allem auch um die Dokumentation des jahrzehntelangen Versagens der Justiz. Als Nebenklägerin im Namen der Ermordeten aufzutreten, öffentlich das Strafverfahren abzulehnen und die Rolle der Nebenklägerin zur medial inszenierten persönlichen Verzeihung nutzen - das passt nicht zusammen."
Unterdessen geht der Prozess gegen Gröning weiter. An den kommenden sechs Verhandlungstagen bis zum Mittwoch, 13. Mai, sollen insgesamt zwölf Zeugen gehört werden, die das Grauen von Auschwitz überlebt haben.