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Lange Haft für Heranwachsenden

thl. Winsen. Wegen schweren Raubes in Tateinheit mit räuberischer Erpressung, versuchter Erpressung, gefährlicher Körperverletzung, vorsätzlicher Körperverletzung in sechs Fällen sowie wegen Nötigung, wegen Bedrohung in drei Fällen, wegen Betruges und wegen Diebstahls hat das Jugendschöffengericht am Winsener Amtsgericht einen 18-jährigen Luhestädter südeuropäischer Herkunft für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis geschickt. Der junge Mann saß seit März in U-Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Nach 13 Verhandlungstagen und der Vernehmung von 40 Zeugen sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Angeklagte in der Zeit von November 2014 bis Ende Februar 2016 in Winsen und Umgebung zahlreiche Geschädigte verprügelt und ihnen dabei zum Teil schwere Verletzungen zugefügt hat. In sechs Fällen hat er zudem seinen Opfern unter Gewaltanwendung Wertgegenstände weggenommen bzw. er hat sie unter Androhung von Gewalt gezwungen, ihm Bargeld, Handy etc. auszuhändigen.
In einem Fall hatte der Angeklagte im November 2014 aus seiner Verärgerung über die Kontrolle eines Fahrgastbetreuers im Metronom diesem auf dem Bahnsteig in Winsen in vollem Lauf mit gestrecktem Bein gegen das Brustbein getreten, um ihn zu verletzten. Durch die Wucht des Trittes stürzte der Fahrgastbetreuer zu Boden und war wegen seiner Verletzungen mehrere Wochen krankgeschrieben.
In einem anderen Fall hatte der Angeklagte im Oktober 2015 auf dem Bierfest in der Winsener Innenstadt bei einer von ihm angezettelten Schlägerei mit mehreren Beteiligten eine Platzwunde am Kopf erlitten. Aus Verärgerung über die erlittene Verletzung wollte er sich an dem Nächstbesten rächen, nahm eine leere Sektflasche in die Hand und schlug sie einem Mann, der ihm den Rücken zugewandt hatte und den Angriff des Angeklagten nicht hatte kommen sehen, mit voller Wucht gegen den Schädel, wobei die Sektflasche zerbrach. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen und musste notoperiert werden. Der kleine Finger seiner rechten Hand wird voraussichtlich taub bleiben und der Geschädigte leidet bis heute unter Schlafstörungen und Angstzuständen.
In einem weiteren Fall hatte der Angeklagte im Dezember 2015 gegenüber einem weiteren Geschädigten ein massives Bedrohungsszenario inszeniert, um von diesem Geld und Wertgegenstände zu erpressen. Der Geschädigte nahm die professionell inszenierte Bedrohung ernst und händigte dem Angeklagten deshalb Bargeld, ein IPad sowie eine Playstation mit Spielen aus, die der Angeklagte später verkaufte. Zwei weiteren Opfern erging es genauso.
Die weiteren Taten des amtsbekannten Heranwachsenden verliefen in ähnlicher Art und Weise.