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Auf der Walz beklaut: : Zimmerergeselle Ruben sucht sein Wanderbuch

Bei seinem Zwischenstopp in Winsen: Zimmerer Ruben vor dem Bürohaus des Fachwerkhaus-Spezialisten Emil von Elling
ce. Winsen. "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen", sagt der Volksmund. Handwerksgesellen, die sich auf der Walz befinden, halten ihre Erfahrungen während dieser Berufsbildungs-Tour durch das In- und Ausland in einem Wanderbuch fest. Dieses unersetzliche Dokument ist Zimmerer Ruben (22) aus Bayern, der derzeit in Winsen weilt, dort gestohlen worden. "Ich möchte das Buch unbedingt wiederbekommen, denn da steckt mein Leben der letzten zwei Jahre drin", sagt er.
Ende 2015 startete Ruben in seiner Heimat Ochsenfurt auf die Walz, die exakt drei Jahre und einen Tag dauert, denn es reizte ihn, den den Beruf des Zimmerers an den verschiedensten Orten kennenzulernen. "Die dafür nach alter Tradition nötigen Voraussetzungen - unter 30 Jahre, kinderlos, unverheiratet, schuldenfrei und straffrei - hatte ich erfüllt", erzählt Ruben. "Fremd und frei" - so der Handwerksjargon - wandert er seitdem durch Deutschland, arbeitete aber auch auf den Philippinen und in der italienischen Schweiz. Was er im In- und Ausland erlebte, hielt er im von einer Buchbinderin maßgefertigten Wanderbuch fest. Dieses hat einen schwarzen Ledereinband hat, ist 13 mal 15 Zentimeter groß und trägt die Aufschrift "Ruben, fremder und freier Zimmerer". Den Titel ziert zudem der Spruch "Also sprach die Welt", der auf den Inhalt anspielt und an Friedrich Nietzsches berühmtes Philosophie-Werk "Also sprach Zarathustra" angelehnt ist. "Im Buch befinden sich Arbeitszeugnisse, Abschiedsworte, die mir Freunde und meine Familie vor meinem Aufbruch schrieben, sowie die Siegel der von mir bereisten Städte", erzählt Ruben.
Seit gut drei Wochen arbeitet er beim Fachwerkhaus-Profi Emil von Elling in Winsen. Am Samstag, 18. November, gegen 23 Uhr besuchte Ruben in der Luhestadt die Discothek "Seinerzeit 2.0" und gab an der Garderobe sein Jackett ab, in dem sich sein Wanderbuch, sein Adressbuch und der Reisepass befanden. "Als ich die Disco gegen 5 Uhr morgens verlassen wollte, war meine Jacke verschwunden", berichtet Ruben. In den sozialen Netzwerken startete sein Arbeitgeber daraufhin einen Suchaufruf und setzte eine Belohnung von 300 Euro für die Wiederbeschaffung von Jacke inklusive Buch aus - bislang ohne Erfolg. "Es wäre toll, wenn, wenn die WOCHENBLATT-Leser mir helfen könnten, das für mich sehr wertvolle Buch zurückzubekommen", hofft Ruben.
• Wer etwas über den Verbleib des Wanderbuches weiß, meldet sich bei der Winsener Firma Emil von Elling unter Tel. 04171 - 70520.