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Erstaufnahme von 103 weiteren Flüchtlingen

Erstaufnahme im Landkreis Harburg: Der erste Bus kam mit rund 6 stündiger Verspätung gegen 0.30 Uhr in Winsen an (Foto: Bernhard Frosdorfer)
 
Zweite Erstaufnahme in Winsen: Am örtlichen Kreishaus kamen am vergangenen Samstag 103 Schutzssuchenden an, die vom Landkreis Harburg aufgrund von Amtshilfe für das Land Niedersachsen erstmalig aufgenommen wurden

Zweite Etappe der Amtshilfe des Landkreis Harburg für das Land Niedersachsen


bs. Winsen. Nachdem bereits am vergangenen Dienstag der Landkreis Harburg aufgrund von Amtshilfe die Erstaufnahme von 107 Flüchtlingen für das Land Niedersachsen übernommen hatte, meisterte die Behörde am vergangenen Wochenende auch die zweite Erstaufnahme von 103 weiteren Schutzsuchenden.
Mit großer Verspätung kamen dabei in der Nacht zu Samstag gegen 0.30 Uhr und 5 Uhr morgens Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran, Pakistan und Bagladesh in zwei Bussen aus Bayern am Winsener Kreishaus an. Hier erhielten die Ankommenden, unter ihnen zwölf Familien mit 28 Kindern sowie elf unbegleitete Jugendliche, ihre Aufnahmebestätigungen. Nach der medizinischen Erstuntersuchung und einer warmen Mahlzeit, wurden die Asylbewerber dann auf ihre Unterkünfte in Eyendorf, Handeloh und einer örtlichen Jugendhilfeeinrichtung verteilt.
Die Kreisverwaltung wurde auch bei dieser zweiten Amtshilfe, bei der Flüchtlinge direkt in den Landkreis Landkreis kommen, von ehrenamtlichen Helfern des Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter Unfallhilfe, der Freiwilligen Feuerwehr, des Herbergsvereins und des Evangelischen Kirchenkreis Winsen unterstützt. "Wir haben bei dieser Aufnahme für das Land Niedersachsen wieder alle erfolgreich an einem Strang gezogen. Der große Dank der Kreisverwaltung gilt erneut den Freiwilligen, die sich bis in die frühen Morgenstunden zur Verfügung gestellt haben und die viel Durchhaltevermögen und Einsatz gezeigt haben", so der erste Kreisrat, Kai Uffelmann, der sich zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf zeigte.
Dafür haben auch sie gesorgt: Die Frauen Lila Matz, Brigitte Netz und Svenja Schwartz aus Winsen waren als Helferinnen vor Ort und dienten als Übersetzerinnen oder leisteten moralischen Bestand für die Schutzsuchenden. "Wir nehmen die Familien in Empfang und kanalisieren erstmal, wer wo hin muss. Dabei versuchen wir möglichst, den Ankommenden einen guten Empfang zu bereiten, sie haben ja alle eine lange Reise hinter sich", so Brigitte Netz. Tolles Engagement zeigte auch Svenja Schwartz. Die 17-jährige engagiert sich wöchentlich im "Internationalen Café" in Winsen und spricht bereits drei Fremdsprachen. "Ich hatte einen Arabisch-Kurs in der Schule und durch meine Arbeit beim 'Internationalen Cafe' haben sich die Sprachkenntnisse weiter intensiviert", so Svenja, die für sich viel Nützliches aus ihrem Ehrenamt zieht. "Die Hilfe macht mir einfach Spaß, weil man sieht, dass man etwas Sinnvolles tut. Ich habe daraus schon viel an Selbstbewusstsein gewonnen. Außerdem lerne ich für mein späteres Leben, denn ich will Jura studieren und mich dann auch rechtlich mit diesen Geschehnissen befassen", so Julia.
Für kommenden Montag hat das Land erneut Amtshilfe für rund 150 Flüchtlinge vom Landkreis angefordert. Aufgrund der Aufnahme bleibt das Gebäude A des Kreishaus daher am Montag, den 26. Oktober für den Publikumsverkehr geschlossen. Betroffen sind die Kfz-Zulassung, der Bürgerservice, die Führerscheinstelle sowie das Gesundheitsamt. Ratsuchende Büger können auf die Außenstellen in Buchholz oder Hittfeld ausweichen.