"Werden schon schief angeschaut": Streit um neues Baugebiet in Nindorf / Familie sieht sich Anfeindungen ausgesetzt

Hans-Wilhelm Müller (li.) und sein Sohn Simon zeigen die Fläche, auf der das Baugebiet entstehen soll
  • Hans-Wilhelm Müller (li.) und sein Sohn Simon zeigen die Fläche, auf der das Baugebiet entstehen soll
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jd. Nindorf. "Wir werden hier im Dorf schon schief angeguckt" - Hans-Wilhelm Müller und sein Sohn Simon fühlen sich zu Unrecht einer Kampagne gegen sie ausgesetzt. Den Müllers gehört das Gelände am Gänseberg, auf dem nach dem Willen der Gemeinde Beckdorf das nächste Neubaugebiet in Nindorf entstehen soll. Der alte Rat hatte im Oktober auf der letzten Sitzung in der abgelaufenen Wahlperiode dieses Gebiet aus anfangs vier Alternativen ausgewählt. Doch es gibt erbitterte Gegner dieser Variante C. Zuletzt wurde ein Bürgerbegehren angekündigt, das aus rechtlichen Gründen allerdings nicht durchgeführt werden kann (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach).

Bei ihrem Protest führten die Baugebiets-Gegner unter anderem die unmittelbare Nähe zum Landschaftsschutzgebiet Estetal ins Feld. Ferner kritisieren sie, dass das Neubaugebiet zu groß ausfalle und einer gesunden Dorfentwicklung widerspreche. In einem Schreiben an die Gemeinde ist von einer "vom Dorf abgekoppelten Siedlungsbildung" die Rede, dass den "Erholungswert" negativ beeinflusse sowie Natur und Tierwelt beeinträchtige.

"Solche Behauptungen erweisen sich bei genauerem Hinsehen als 'Luftnummern', meinen Vater und Sohn Müller: "Schon jetzt grenzt ein Großteil der Nindorfer Grundstücke direkt an das Landschaftsschutzgebiet. Niemand kam bisher auf Idee, zu behaupten, die Schutzfunktion werde dadurch beeinträchtigt." Außerdem würden etliche Flächen im Schutzgebiet intensiv bewirtschaftet. Den beiden erschließt sich auch nicht, warum geplante 13 Bauplätzen überdimensioniert für Nindorf seien: "Wir haben bereits mehr Interessenten als Grundstücke. Das sind alles Nindorfer Familien. Warum soll die junge Generation nicht die Chance erhalten, im Dorf zu bleiben?"

Die Müllers verweisen auf die Situation in Dörfern, wo bereits die Jugend weggezogen ist - mit allen negativen Folgen für die Dorfgemeinschaft: Der Nachwuchs für Feuerwehr und Vereine fehle dann. Sie werfen den Gänseberg-Gegner zudem vor, mit falschen Zahlen operiert zu haben: "Als die Unterschriften gegen das Baugebiet gesammelt wurden, hieß es immer, es sollten bis zu 40 neue Häuser entstehen. Davon war bei uns aber nie die Rede." Aufgrund nicht korrekter Aussagen seien mehr als 100 Unterschriften zusammengekommen, so Hans-Wilhelm Müller: "Dabei lässt sich der harte Kern der Gegner gerade mal an einer Hand abzählen."

Ihren Gegnern gehe es weniger um Naturschutzbelange und den Erhalt des Dorfcharakters, sondern wohl eher um persönlichen Interessen, vermuten die Müllers: "Da steckt natürlich auch Neid dahinter. Wir hatten als erste den Antrag an die Gemeinde gestellt, unsere Flächen als Baugebiete auszuweisen." Andere seien dann mit ihren Flächen nachgezogen, doch der Rat habe sich nach intensiver Prüfung nun einmal für die Variante C entschieden. "Diese nach sorgfältigem Abwägen gefällte Entscheidung sollten alle respektieren", meinen die Müllers.

• Wie geht es weiter? Der Rat muss nun einen formellen Aufstellungsbeschluss über einen Bebauungsplan fassen. Parallel dazu kann von der Samtgemeinde das erforderliche Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans erfolgen. Das Baugebiet will die Familie Müller selbst erschließen und vermarkten.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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