Schützen Festival Buchholz
Aus dem Leben eines Schützenkönigs
- Ulf, der Jubelkönig (re.), mit seinen Adjutanten Uwe
Meins (v.li.), Martin Wiese und Markus Wirsching - Foto: André Welle
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
„Adiós, König Thomas!“ hallte es am Wochenende durch die geschmückten Straßen in Buchholz: Nach einem Jahr Regentschaft legte Thomas Schröder, der „Mallorquiner“, das Zepter nieder. Zum Abschied zeigte er noch einmal sein großes Herz: Die Schwimmnudeln der Königswache, die am Schlusstag beim Ummarsch durch die Buchholzer Innenstadt als Requisite der als Mallorca-Urlauber verkleideten Leibgarde für Aufsehen gesorgt hatten, spendete er dem Schwimmbad Buchholz. „Damit die Jugend auch künftig ihre Bahnen sicher zieht“, kommentierte der scheidende König.
Dass Thomas Schröders Abschied keine reine Formalie war, zeigte ein Zwischenfall von fast königlichem Kaliber: Am Abend vor dem Festumzug wurde er kurzerhand von Manuela Hartig, die nur wenige Wochen zuvor zur Damenkönigin gekürt worden war, und ihren Adjutantinnen aus seiner eigenen Königswache entführt. Das Ziel der königlichen Entführer war eine Kneipe, in der Thomas zunächst mit einem Schnaps begrüßt und schließlich mit mehreren Runden „Freibier“ ausgelöst werden musste.
Das Vogelschießen als Höhepunkt
Der Höhepunkt kam traditionsgemäß am Montag: das Vogelschießen. Mit beeindruckender Zielsicherheit setzte sich Ulf-Rainer Schulz, am Abend zum „Jubelkönig“ proklamiert, in einem spannenden Zweikampf mit dem 510. Schuss durch. Unter tosendem Applaus wurde er auf den Schultern vom Schießstand zum Festsaal im Schützenhaus getragen, wo er nicht nur Glückwünsche entgegennahm, sondern sich auch den Tambourstab (Taktstock) schnappte, um den Spielmannszug zu dirigieren. Dabei machte er als improvisierter Tambourmajor nicht nur eine gute Figur, sondern sorgte für reichlich Schmunzeln bei den Spielleuten, die mal mehr, mal weniger Mühe hatten, seinem temperamentvollen Takt exakt zu folgen.
Als Adjutanten wählte Ulf-Rainer Schulz Uwe Meins, Martin Wiese und Markus Wirsching.
Als „Jubelkönig“ wird Ulf-Rainer Schulz nun in die Annalen der Buchholzer Schützengeschichte eingehen. „So ausgelassen hat selten ein frischgebackener Schützenkönig gefeiert“, berichtete ein Vereinskamerad. Dabei hatte Schulz ursprünglich überhaupt nicht geplant, den Vogel zu erlegen. Und so endete das Schützenfest 2025 mit einer Mischung aus traditioneller Würde, feuchtfröhlicher Ausgelassenheit und einem kleinen Hauch von Mittelmeerflair: Denn Thomas, der Mallorquiner, hinterlässt nicht nur Schwimmnudeln im Buchholz Bad, sondern auch eine Regentschaft, welche die Schützenschwestern und Schützenbrüder des SV Buchholz 01 so schnell nicht vergessen werden.
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