Betreuung von Demenzkranken: „Holen Sie sich von Anfang an Hilfe“

Dr. Gabriele Probandt
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Fachärztin gab bei Fachesminar im Krankenhaus Buchholz Tipps / Zwei weitere Veranstaltungen in diesem Jahr

os./nw. Buchholz. „Das hat sich wirklich gelohnt“, so die Bilanz der 14 Besucher des ersten Seminars für die Betreuung von Demenzkranken in der Familie, das jetzt im Krankenhaus Buchholz angeboten wurde. Die Teilnehmer der Fortbildung, die von der geriatrischen Fachärztin Dr. Gabriele Probandt geleitet wurde, waren größtenteils Ehepartner, aber auch Töchter und Söhne von Demenzpatienten, viele davon selbst schon im Rentenalter.
Aus den offen geführten Gesprächen wurde deutlich, wie groß die Belastung ist, die Betreuende empfinden. Vielen tat es sichtbar gut, einmal erzählen zu können und Dampf abzulassen. Die geschilderten Situationen, Probleme, Fragen und Verhaltensweisen aus dem Alltag mit Demenzkranken ähnelten sich frappierend.
Dr. Gabriele Probandt, die die geriatrische Frührehabilitation im Krankenhaus Buchholz aufgebaut und auch in Pflegeheimen gearbeitet hat, erläuterte die medizinischen Hintergründe der neurodegenerativen Erkrankung Demenz. Die Gehirnzellen gehen unwiederbringlich zugrunde, das Gehirn schrumpft, Heilung gibt es nicht. Betroffene entwickeln gegenüber ihren Angehörigen oft Strategien, ihre Erinnerungsschwäche zu kaschieren. Nicht selten deshalb, weil sie sich schämen. Bis die Diagnose mit all ihren Konsequenzen plötzlich über die Familie hereinzubrechen scheint und unerwartete Anforderungen stellt.
Zwar verlieren Demenzkranke bald ihr Kurzzeitgedächtnis, doch nicht ihre Empfindungsfähigkeit und ihr Bedürfnis nach Anerkennung, Autonomie und Teilhabe, machte Dr. Probandt klar. Früh Erlerntes bleibe oft erstaunlich lange erhalten, fast bis zuletzt auch die Fähigkeit zum Singen, Tanzen, Musik erleben. Dr. Probandt gab Tipps, wie Betreuende an diese Fähigkeiten anknüpfen können, um den Alltag zu gestalten. Sie erklärte, wie Kommunikation trotz aller Einschränkungen gelingen kann und wie sich Krisensituationen entschärfen lassen. Ihr Appell an die Betreuenden: „Suchen sie sich Hilfe von Anfang an, denn allein schaffen sie es nicht“.
• Das Seminar wird am Mittwoch, 6. Juni, und am Mittwoch, 10. Oktober, jeweils ab 17 Uhr wiederholt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen sind bereits möglich unter Tel. 04181-131301 (Sekretariat, Sabine Bau).

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