Von durchwachsen bis rekordverdächtig
Freibäder-Bilanz für den Landkreis Harburg
- Das Freibad Hollenstedt mit seiner einst von Box-Weltmeister Max Schmeling (†) gesponserten, 70 Meter langen Rutsche ist eines der attraktivsten Bäder der Region
- Foto: Samtgemeinde Hollenstedt
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Der Sommer 2026 war der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn mit einem der heißesten Tage Ende Juni. Eigentlich optimale Bedingungen für eine gelungene Freibad-Saison. Doch die Bilanz fällt auf WOCHENBLATT-Nachfrage in den Bädern der Region sehr unterschiedlich aus. Denn mancherorts mangelte es an Personal oder es gab Einschränkungen aufgrund notwendiger Reparaturen. Hier einige Bilanzen aus dem Landkreis Harburg:
Buchholz
Das Buchholzer Freibad blickt auf eine durchwachsene Saison zurück, die schon Anfang September endete. Da das Sportbecken noch nicht repariert ist, blieb auch das Hallenbad den ganzen Sommer über geöffnet, um den sportbegeisterten Schwimmern gerecht zu werden. Dadurch blieb die Besucherzahl gegenüber den Vorjahren konstant. Interessanterweise war gerade an den sehr heißen Sommertagen, als das Thermometer auf deutlich über 30 Grad stieg, das Hallenbad sehr gut besucht, die Besucher suchten Schutz vor der Hitze und der Sonne.
Insgesamt verzeichnete das Buchholzer Schwimmbad in einem Jahr rund 120.000 Besucher.
Hollenstedt
Das Freibad Hollenstedt mit seiner einst von Box-Weltmeister Max Schmeling (†) gesponserten, 70 Meter langen Rutsche ist eines der attraktivsten Bäder der Region. In dieser Saison wurde es von 50.360 Besucherinnen und Besuchern genutzt. Das waren 14.073 Badegäste mehr als im vergangenen Jahr. Zurückzuführen ist das selbstverständlich auf den heißen Sommer. Allein am 27. Juni, dem heißesten Tag des Jahres, wurden 2.046 Besucher gezählt. In diesem Jahr wurden mit 891 auch mehr Dauerkarten als 2025 (781) verkauft. Highlight war wieder das vom Förderverein organisierte und ausgerichtete Nachtschwimmen Ende Juni.
Medizinische Notfälle aufgrund der Hitze gab es glücklicherweise nicht. Und auch keine personellen Probleme während der Saison.
Für ungetrübten Badespaß hat die Samtgemeinde Hollenstedt in den vergangenen zwei Jahren auch viel Geld in die Technik des Freibades investiert. So wurden die Niederspannungshauptverteilung sowie die Schaltanlagen für die Wärmepumpe sowie Wasseraufbereitung für rund 250.000 Euro erneuert. Somit stehen nach dieser Saison nur allgemeine Instandsetzungsarbeiten an.
Tostedt
Trotz Rekord-Temperaturen sind die Besucherzahlen des Freibads Tostedt kaum mit denen der Vorjahre zu vergleichen, denn aufgrund Personalmangels mussten zwischenzeitlich die Öffnungszeiten reduziert werden. In dieser Saison wurden 13.639 Badegäste registriert. Zum Vergleich die Besucherzahlen der Vorjahre: 2025 (18.234), 2024 (19.734) und 2023 (17.249). An den Wochenenden direkt vor und nach den Sommerfreien wurden die meisten Besucher gezählt. An Eintrittskarten wurden in dieser Saison mit 59 Prozent die meisten Einzelkarten im Vergleich zu den Vorjahren verkauft (2023: 55 Prozent; 2024: 57 Prozent; 2025: 49 Prozent). Der Verkauf der Zehnerkarten hatte mit zwölf Prozent einen vergleichbaren Anteil (2024 und 2025 jeweils 13 Prozent und 2023 elf Prozent). Rückläufig war hingegen mit 29 Prozent die Nachfrage bei den Saisonkarten (2023 waren es 34 Prozent, 2024 30 Prozent und 2025 38 Prozent).Wegen der personellen Probleme mussten in dieser Saison die Öffnungszeiten zunächst deutlich gekürzt werden. "Ein Schwimmmeister konnte stundenweise ab 1. August hinzugewonnen werden, dies führte zur Erweiterung der Öffnungszeiten", berichtet Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Ein Highlight im Tostedter Freibad war zum Saisonabschluss das Open-Air-Kino, zu dem der Jugendrat und das Jugendzentrum zum zweiten Mal eingeladen hatten. Nach der Saison stehen die Erneuerung der Solar-Absorber-Anlage sowie Wartung und Instandhaltung wie jedes Jahr an.
Seevetal
Das Team des Hittfelder Frei- und Hallenbades blickt auf eine sehr gute Saison mit den besten Besucherzahlen der letzten Jahre zurück. Insgesamt kamen 38.149 Gäste (2025: 31.595). Besucherstärkster Monat war der Juni mit 14.061 Personen. Inklusive Frühschwimmern, die auf die Halle gebucht waren, aber im Freibad schwammen, waren es sogar 14.679. Spitzentage waren der 26., 27. und 28. Juni mit 1.600 bis 2.000 Besuchern pro Tag.
Fünf Drehtage lang wurde das Hallenbad zur Filmkulisse: Für den neuen ARD-Fernsehfilm „Club der Frühschwimmerinnen“ standen Anja Kling, Annett Sawallisch, Aybi Era, Anne Schäfer und Justus Johanssen in Hittfeld vor der Kamera.
Zudem absolvierten zwei Auszubildende im Sommer erfolgreich die Ausbildung als Fachangestellte für Bäderbetriebe. "Sie bleiben den Seevetaler Schwimmbädern erhalten und verstärken das Team. Das ist in Zeiten des allgemeinen Fachkräftemangels besonders erfreulich", betont Anne Strauch, Pressesprecherin der Gemeinde.
Winsen
Gegenüber der Vorjahressaison konnte die Besucherzahl im Naturbad Winsen um 10.000 Besucher gesteigert werden. Trotz der begonnenen Sanierungsarbeiten und der damit verbundenen Einschränkungen für Gäste und Badpersonal konnten in diesem Jahr rund 30.000 Badegäste begrüßt werden. "Mit Zuversicht und in großer Vorfreude blicken wir bereits auf die Saison 2027, in der uns ein funktionsfähiges Hauptgebäude mit einer Ganzjahresgastronomie zur Verfügung stehen wird", so Markus Laudahn, Marketing-Chef der Stadtwerke Winsen, die das Naturbad betreiben. "Dankbar sind wir auch für die nahezu ausschließlich sehr positiven Rückmeldungen unserer Badegäste zu Wasserqualität, Atmosphäre, Service und Freundlichkeit."
Salzhausen
Kamen 2025 noch 39.400 Besucher ins Waldbad Salzhausen, so waren es in dieser Saison über 10.000 mehr - nämlich stolze 49.805 Gäste. Spitzentag war der 27. Juni mit 1.688 Besuchern.
Vor dem Start und während der Saison stellte die Samtgemeinde Salzhausen als Badbetreiber insgesamt drei neue Mitarbeiter als Fachkräfte für Bäderbetriebe ein. "Somit hatten wir wieder eine volle Besetzung und endlich eine Saison ohne Verkürzung der Öffnungszeiten und mit einem hoch motiviertem Team", freut sich Carsten Homann, stellvertretender Bauamtsleiter und technischer Leiter der Wirtschaftsbetriebe der Samtgemeinde, zu denen das Waldbad gehört.
Als besondere Events wurde zweimal in den After-Work-Biergarten mit Live-Musik eingeladen, und das Blasorchester MTV Salzhausen gab ein Open-Air-Konzert. Zudem gab es einen Feuerwehreinsatz, weil ein Pumpenkeller durch fehlerhafte Füllstandssonden überflutet wurde. Ein größerer Schaden wurde durch das schnelle Eingreifen des Badpersonals verhindert. Das Bad musste aufgrund des Vorfalls jedoch für etwa zwei Stunden geschlossen werden.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.