Lübecker Erklärung verabschiedet
Klare Forderungen gegen Frauenhass und Gewalt
- Klare Haltung, starke Worte und großer Applaus: Gleichstellungsministerin Aminata Touré bei der Landeskonferenz in Lübeck zusammen mit Andrea
Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg - Foto: LK Harburg
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Kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus dem gesamten Bundesgebiet haben bei einer Bundeskonferenz in Lübeck die Bedeutung der Gleichstellungsarbeit für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt betont. Mehr als 500 Teilnehmende kamen zu der zweitägigen Tagung unter dem Titel „Feministischer Kompass – Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ zusammen.
„Die Bundeskonferenz hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig kommunale Gleichstellungsarbeit für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit ist“, sagt Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg.
In Fachforen und Diskussionen ging es unter anderem um zunehmende antifeministische Tendenzen, Angriffe auf Gleichstellungsarbeit und eine Verrohung gesellschaftlicher Debatten – insbesondere in sozialen Medien. Viele Gleichstellungsbeauftragte berichteten von ähnlichen Erfahrungen in ihrem beruflichen Alltag. „Umso wichtiger sind Vernetzung, fachlicher Austausch und eine klare politische Haltung“, betont Schrag.
Eröffnet wurde die Konferenz von Schleswig-Holsteins Gleichstellungsministerin Aminata Touré. Sie hob die Bedeutung kommunaler Gleichstellungsbeauftragter hervor und kündigte eine Weiterentwicklung des Gleichstellungsgesetzes in Schleswig-Holstein an. Auch in Niedersachsen hoffen viele Gleichstellungsbeauftragte auf politische Fortschritte bei der Reform des Gleichberechtigungsgesetzes.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verbindung von Antifeminismus und demokratiefeindlichen Entwicklungen. Judith Rahner vom Deutschen Frauenrat machte deutlich, dass Gleichstellung, Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe zunehmend unter Druck geraten.
Im Rahmen der Konferenz wurden mehr als 30 Anträge beraten, darunter Forderungen nach besserem Gewaltschutz, mehr Unterstützung für Alleinerziehende sowie mehr Geschlechtergerechtigkeit. Zudem verabschiedeten die Teilnehmenden die „Lübecker Erklärung – Gegen Gewalt, Frauenhass und Antifeminismus“. Darin fordern sie unter anderem eine stärkere Absicherung von Frauenrechten und die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention.
Bedauert wurde die kurzfristige Absage der angekündigten Bundesministerin Karin Prien. Viele Teilnehmende werteten dies als fehlendes Signal der Unterstützung für die Gleichstellungsarbeit auf Bundesebene.
Redakteur:Julia Paepcke aus Buchholz |
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