Schützenfeste in der Region
Mehr Wertschätzung und weniger Bürokratie erwünscht

Das Schützenfestival in Buchholz erfreut sich dank neuem Konzept großen Zuspruchs | Foto: Leonhardt Korn
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  • Das Schützenfestival in Buchholz erfreut sich dank neuem Konzept großen Zuspruchs
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Das ist bitter: Das Schützenkorps Tespe und Umgegend von 1919 musste das Schützenfest in diesem Jahr absagen. Ein Verlust für den Veranstaltungsreigen der Gemeinde und die Bevölkerung. Die Gründe: mangelnde Beteiligung, und die Veranstaltung mit Karussell, Musik und Buden sei nicht mehr finanzierbar. Wie sieht es bei den Vereinen im Schützenverband Nordheide und Elbmarsch aus? Immerhin 63 Vereine mit 12.147 Mitgliedern. Müssen die Bürgerinnen und Bürger künftig damit rechnen, dass Schützenfeste mangels Ehrenamt und steigenden Kosten abgesagt werden?

Verbandspräsident Volker Höper erklärt auf WOCHENBLATT-Anfrage, wie viele Ehrenamtliche für die Organisation der meist mehrtägigen Veranstaltungen benötigt werden. "Die Schützenvereine regeln individuell, wie viele Mitglieder die Planung des Schützenfestes übernehmen. In meinem Stammverein, dem Schützenverein Heidenau, besteht der Festausschuss beispielsweise aus ca. 20 Personen."
Dabei laute das Motto: "Nach dem Fest ist vor dem Fest." Verträge mit Festwirt, Schausteller und Musiker oder DJ würden bereits ein Jahr im Voraus vereinbart, interne Festabläufe ca. ein halbes Jahr vor dem Schützenfest.

Immer schwieriger, Menschen
fürs Ehrenamt zu begeistern

Aber auch in den Schützenvereinen mache sich bemerkbar, dass es immer schwieriger werde, Menschen für ein Ehrenamt mit Verantwortung zu begeistern. "In allen Bereichen mangelt es an aktiven Mitgliedern. Das Ehrenamt muss mehr unterstützt werden und mehr Anerkennung erhalten, zum Beispiel von den Kommunen", wünscht sich Volker Höper.

Zudem erschweren wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Bürokratie die Organisation: "Heute rechnet sich jeder Betrieb aus, ob es sich lohnt, für zwei Tage seine Buden und Fahrgeschäfte aufzustellen. Der Aufwand muss sich rentieren. Alles ist teurer geworden. Lebensmittel/Catering, Personalkosten, Zeltverleih, Security. Dazu kommen viele bürokratische Anforderungen und amtliche Auflagen wie z. B. Genehmigungen für Ummärsche, die Abnahme des Festzeltes durch den Landkreis. Sicherheitskonzepte müssen ausgearbeitet und genehmigt werden", zählt Höper auf.

Aber er sagt auch: "Die Schützenvereine möchten Traditionen erhalten und auf neuestem sportlichen Niveau Erfolge erzielen. Jung und Alt können den Schießsport ausüben. Die Gemeinschaft wird gefördert und es besteht ein großer Zusammenhalt untereinander", nennt Höper die Vorteile.

Neues Konzept in Buchholz
hat sich bewährt

Der Schützenverein Buchholz und Umgegend von 1901 mit derzeit ca. 450 Mitgliedern hat sein Schützenfest-Konzept vor zwei Jahren umgestellt. Auslöser für den Neuanfang war die immer geringere Resonanz der Bevölkerung. Dort wird jetzt einmal im Jahr das "Schützenfestival" gefeiert, das sich großen Zuspruchs erfreut.

"Das Schützenfestival Buchholz zeichnet sich durch die Kombination von Tradition und Moderne aus. Wir wollten etwas Neues erschaffen und setzen uns zum Ziel, dass alle Besucher - egal ob Groß oder Klein - sich bei uns wohlfühlen, gerne etwas verweilen und vor allem Qualität bekommen. Unsere Partner sind überwiegend regional und qualitätsbewusst in puncto Speisen und Getränke", erläutert Schützenvereinsmitglied Jan Philip Stöver. Er ist auch Geschäftsführer des Hotels Zur Eiche und des Restaurants Henry's und tat sich damals mit Freunden zusammen, um das Schützenfest auf dem Schützenplatz an der Richard-Schmidt-Straße zu revitalisieren.

"Unser Schützenfestival-Orga-Team zählt rund 20 Mitglieder. Darin gibt es ein Kern-Team von sechs Mitgliedern mit Führungsaufgaben. Wenn es dann an die Arbeit geht, kommen noch ca. 15 Mitglieder dazu, um mit anzupacken", erläutert Jan Philip Stöver. Auch Vorstand und Funktionsträger - vom Präsidenten über den Vizepräsidenten bis zum Kompanieführer - unterstützen das Orga-Team.

Die Organisation dauere elf Monate, da einen Monat nach dem Schützenfestival jeweils im August mit der Nachbesprechung begonnen werde. "Von da an führe ich Telefonate, damit wir Schausteller, Aussteller etc. früh wieder kontaktieren und sichern können. Innerhalb eines Jahres haben wir vier Sitzungen, in denen wir Ideen sammeln, planen und Aufgaben verteilen", sagt Stöver. #+Die Akquise der Imbiss- und Getränkebetriebe sei verhältnismäßig unkompliziert. "Da haben wir genug Anbieter. Schwierig ist es, die Schausteller zu begeistern. Diese sind teilweise sehr skeptisch und unsicher, wenn man sich noch nicht kennt. Wir konnten für dieses Jahr einen Hydraulik-Babyflieger organisieren und würden uns noch über ein Kinderkarussell freuen", erläutert der Buchholzer.

Beach-Club-Atmosphäre
mit Sand, Palmen, Cocktails

In Buchholz gibt es jetzt 300 Sitzplätze und überdachte Flächen für jedes Wetter. Dazu ein attraktives Programm. "Wir bieten den Bürgern von Buchholz und Umgebung am Freitag- und Samstagabend eine Party mit Beach-Club-Atmosphäre, Sand, Palmen, Cocktails und hoch motivierten DJs. Am Samstag ist Kinderschützenfest mit kleinen kostenfreien Spielen, eine Stunde Freifahrt im Kinderfahrgeschäft und natürlich dem Ermitteln von Kinderkönigin und Kinderkönig. Am Familiensonntag bieten wir ebenfalls eine Stunde Freifahrt, Buchholz 08 stellt ein Kinderprogramm auf die Beine und Dino Hermann vom HSV besucht uns", kündigt er für das diesjährige Fest vom 11. bis 14. Juli an.

Kurzum: "Wir wollen allen Bewohnern der Umgebung ein tolles Programm bieten, um nicht zuletzt auch auf uns als Verein aufmerksam zu machen. Bei uns im Schützenverein kann man sich ehrenamtlich engagieren, sportlich tätig werden, ein Instrument lernen oder natürlich in unserer stark wachsenden Jugendabteilung Freunde fürs Leben finden", wirbt Stöver.

Das Schützenfestival in Buchholz erfreut sich dank neuem Konzept großen Zuspruchs | Foto: Leonhardt Korn
Die große Bar ist die zentrale Anlaufstelle auf dem Schützenplatz | Foto: Leonhardt Korn
Die Besucher machen gerne Fotos als Erinnerung | Foto: Leonhardt Korn
Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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