Das Test-Desaster
Niedersachsen führt 2G-Plus-Regel ein, sorgt aber nicht für genügend Testkapazitäten

Typisches Bild: An den bestehenden Testzentren wie hier in Buchholz bilden sich lange Menschenschlangen
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Wirtschaft
Der geplante Surfpark soll nicht nur von ambitionierten Sportlern genutzt werden. Er soll auch ein attraktives Freizeitangebot für alle Altersgruppen sein
Aktion

Nachhaltig oder umweltschädlich?
Ein umstrittenes Projekt: Der geplante Surfpark in Stade - Stimmen sie online ab!

Nehmen Sie am Online-Voting teil. Das WOCHENBLATT möchte Ihre Meinung erfahren, liebe Leserinnen und Leser. Wie denken Sie über das Thema? jd. Stade. Er gehört zu den ungewöhnlichsten Bauprojekten, die im Landkreis Stade jemals geplant bzw. umgesetzt wurden: der Surfpark, der im Süden Stades auf einem bisherigen Maisacker der landwirtschaftlichen Genossenschaft Raisa (vormals Stader Saatzucht) entstehen soll. Wie berichtet, stößt das ehrgeizige Bauvorhaben der Brüder Jan und Dirk Podbielski aus...

Panorama
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Corona-Zahlen im Landkreis Harburg am 21. Januar
Mittlerweile sechs Kommunen mit einer Inzidenz über 1.000

(thl). Die Corona-Zahlen im Landkreis Harburg steigen weiter an: Am heutigen Freitag, 21. Januar, haben bereits sechs Kommunen eine Inzidenz von über 1.000. Die Inzidenz für den Landkreis Harburg stieg gegenüber dem Vortag um 107,8 auf jetzt 1117,5. Insgesamt 2.861 (+276) neue Fälle wurden in den vergangenen sieben Tagen registriert. Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz ist von 5,9 auf 6,1 gestiegen. Die Intensivbettenbelegung blieb bei 4,9 Prozent. Seit dem Ausbruch der Pandemie haben...

Wirtschaft
Die Visualisierung zeigt das futuristische Gebäude des "BREAK"-Autohofs
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Hotel, Restaurants und Raststätte
Evendorf: Autohof der Zukunft soll Anfang 2023 fertig sein

as. Evendorf. Das Fundament liegt bereits: Die Arbeiten am Autohof an der A7-Abfahrt Evendorf schreiten voran. Laut Thorsten Neumann, Projektentwickler der Nanz-Gruppe, sollen Hotel, Restaurants und Rastanlage im Frühjahr 2023 eröffnet werden. Nach Workshops mit Bürgern, Politik, Verwaltung und Investor wurde im vergangenen Jahr die Änderung des Bebauungsplanes „Thaneberg, Döhle/Evendorf“ beschlossen. Wie berichtet, investiert die Nanz-Gruppe rund 20 Millionen Euro, um auf rund 15 Hektar unter...

Sport
Beim  "Gipfel der Quizgiganten" trat die 15-Jährige u.a. gegen Guido Cantz an
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"Gipfel der Quizgiganten"
Tostedter Tischtennis-Ass Mia im TV

(bim). Mia Griesel hat eine schlagfertige Rückhand - das bekamen am Montag die TV-Größen Günther Jauch, Johannes B. Kerner und Guido Cantz zu spüren. Das 15-jährige Tischtennis-Ass des MTV Tostedt war in der TV-Show "Gipfel der Quizgiganten" auf RTL zu sehen. Die Gymnasiastin und Schülerin des Sportinternats Hannover musste aber keine kniffligen Fragen beantworten, sondern begeisterte das TV-Publikum mit ihrem sportlichen Können. Ergebnis: Gegen die zweifache...

Panorama

Schulklassen in häuslicher Isolation
Wegen Omikron: Droht den Schulen doch wieder die Schließung?

(ts). Mit Auftauchen der Omikron-Virusvariante hat sich der Landkreis Harburg zum Corona-Hotspot entwickelt. In Städten und Gemeinden steigen die Inzidenzen mittlerweile auf über 1.000. Besonders an Grundschulen ist die Lage angespannt, weil erst wenige Kinder geimpft sind. An der Grundschule Maschen (230 Schüler und Schülerinnen) zum Beispiel waren in einer Woche vier Schulklassen jeweils nach dem positiven PCR-Testergebnis eines Kindes in Selbstisolation - Dimensionen, die im Schulalltag...

Blaulicht
Schon wieder wurden in der Umkleidekabine von Bundesliga-Handballerinnen Kameras versteckt (Symbolfoto)

Spielerinnen finden Kameras in Umkleidekabine
Weiterer Spannerskandal in der Handball-Bundesliga

os. Buchholz/Metzingen. Die Handball-Bundesliga der Frauen wird erneut durch einen Spannerskandal erschüttert: Spielerinnen der TuS Metzingen haben Anfang dieser Woche zwei Kameras im Umkleideraum der Öschhalle in der 23.000-Einwohnerstadt in Baden-Württemberg entdeckt. Erst vor einer Woche war ein ähnlicher Fall beim Ligakonkurrenten Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten bekannt geworden, der den Handballsport in den Grundfesten erschüttert hatte (das WOCHENBLATT berichtete). Parallele in...

Service

Weiterer Corona-Todesfall
Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Fälle im Kreis Stade klettert auf über 12.000

jd. Stade. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Stade ist am Freitag, 21. Januar, auf 567,3 gestiegen. Die Inzidenzen in den anderen Landkreisen in der Region zwischen Elbe und Weser sind sogar noch etwas höher. Der Landkreis Harburg hat jetzt sogar die 1.000er-Marke überschritten. Aktuell sind im Landkreis Stade 1.558 Personen mit dem Coronavirus infiziert (positiver Corona-Test). Innerhalb von 24 Stunden wurden 259 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der seit Pandemie-Beginn...

Panorama
Die meisten Ärzte sind laut der Ärztekammer geimpft, ob es im März zu Personalmangel kommt, bleibe abzuwarten

Ahlerstedt
Hausarzt schmeißt wegen Impfpflicht und Pharmaindustrie hin

sv. Ahlerstedt. Noch knapp zwei Monate haben ungeimpfte Mitarbeiter in Arztpraxen, Kliniken, Betreuungseinrichtungen und in der Pflege Zeit, sich gegen Corona impfen zu lassen, bevor am 16. März die einrichtungsbezogene Impfpflicht greift. Was in vielen Einrichtungen bereits jetzt zu Personalmangel führt, hat Hausarzt Dr. Jens Wagner in Ahlerstedt (Landkreis Stade) sogar dazu gebracht, seine ärztliche Tätigkeit zu beenden: Noch bis Anfang Juni will er in der Praxisgemeinschaft mit Dr. Nicole...

Panorama
Jenny Elvers, ehemalige Heideblütenkönigin aus 
Amelinghausen, beim Promibacken

Amelinghausen
Ex-Heideblütenkönigin Jenny Elvers beim Promibacken

(sv/nw). Seit ihrer Krönung zur Heideblütenkönigin in Amelinghausen im Jahr 1990 hat Jenny Elvers sich beim Dschungelcamp, Big Brother und jetzt beim SAT.1-Promibacken im Reality-TV einen Namen gemacht. Dabei sieht Elvers sich selbst eher als eine gute Köchin denn als Bäckerin. Vor der Show war sie eine absolute Backanfängerin, Kuchen und Torten gab es nur vom Bäcker. Ihre einzige Annäherung an die Welt des Backens war das Plätzchenbacken mit ihrem Sohn. Weil sie aber so ein großer Fan der...

(os). Lange Warteschlangen vor den Testzentren, überlastete Computersysteme, genervte Bürger und Arbeitgeber, die nicht wissen, wie sie sich regelkonform verhalten sollen: Viele Menschen haben den Eindruck, dass der Start der seit vergangenem Mittwoch in Niedersachsen geltenden 2GPlus-Regel gründlich danebengegangen ist. Größtes Manko: Die Testkapazitäten reichen für den gesteigerten Bedarf bei Weitem nicht aus. Die Landesregierung um Ministerpräsident Stephan Weil und Gesundheitsministerin Daniela Behrens (beide SPD) läuft sehenden Auges ins Test-Desaster!
Das Hauptproblem: Anfang Oktober wurden mangels Nachfrage kurz nach den Impfzentren auch zahlreiche Testzentren in den Landkreisen Harburg und Stade abgebaut. Die fehlen jetzt, da auch Geimpfte und Genesene z.B. für den Besuch im Restaurant oder im Theater einen offiziellen negativen Schnelltest benötigen. Die, die derzeit testen, arbeiten im Minutentakt und stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. So brach bereits am Dienstag der Server eines vielfrequentierten Testzentrums am Schwimmbad in Buchholz zusammen, weil zeitgleich so viele Bürger einen Termin buchen wollten.

Testkapazitäten sind oft nicht mitgewachsen

Wer z.B. derzeit im Landkreis Stade über www.schnelltest-stade.de einen Corona-Schnelltest buchen möchte, braucht eine hohe Frusttoleranz: Ein zeitnaher Testtermin ist wie ein Sechser im Lotto - und nur möglich, wenn kurzfristig jemand absagt. Im Testzentrum in Stade-Ottenbeck ist eine größere Terminauswahl erst ab dem 13. Dezember verfügbar, in der Teststation des TuS Harsefeld in den kommenden sechs Tagen kein einziger Termin buchbar.
So wie den Menschen dort geht es vielen Bürgern in den Landkreisen Stade und Harburg. Durch die jetzt geltende 2G-Plus-Regel - auch Geimpfte und Genesene brauchen jetzt in vielen Lebenslagen zusätzlich einen offiziellen negativen Schnelltest - ist der Bedarf nach einem Test sprunghaft angestiegen. Die Testkapazitäten sind es nicht!
Viele leiden unter dieser Situation, z.B. in der Veranstaltungsbranche. "Offenbar wurde 2G Plus von der Landesregierung in Hannover verabschiedet, ohne für rechtzeitiges Hochfahren der Testkapazitäten zu sorgen", kritisiert Onne Hennecke, Geschäftsführer des Buchholzer Veranstaltungszentrums Empore. Den Frust der Besucher bekommen Hennecke und seine Mitarbeiterinnen ab. "Bei uns laufen die Telefone heiß und die verärgerten Kunden wollen ihre Karten zurückgeben, da sie in Buchholz keine Testmöglichkeiten bekommen", berichtet Hennecke. Er reagierte kurzerhand und richtete vor dem Auftritt des beliebten Comedians Ingo Appelt am 1. Dezember gemeinsam mit dem Lim's Restaurant und dem Sportverein Blau-Weiss Buchholz auf der Restaurantterrasse eine mobile Testmöglichkeit für Theatergänger und Restaurantbesucher ein. Mehr als 50 Personen nutzten das Angebot. Am Donnerstag wurde entschieden, dass aus dem einmaligen ein dauerhaftes Angebot wird: Die Teststation ist von 17 bis 20 Uhr ohne Anmeldung geöffnet. Ab Dienstag, 7. Dezember, können sich Bürger täglich von 11 bis 20 Uhr (ohne Anmeldung oder mit Anmeldung unter www.gemeinsam-gegen-covid19.com/buchholz) testen lassen.
Auch Arbeitgeber, die nach der 3G-Regel im Betrieb darauf achtgeben müssen, dass ihre Arbeitnehmer geimpft, genesen oder getestet sind, beklagen die fehlenden Testmöglichkeiten. "In den Testzentren sind kaum Termine verfügbar, in den Supermärkten sind keine Schnelltests zu bekommen. Wie soll ich meiner Pflicht als Arbeitgeber nachkommen?", fragt Rolf Schekerka, Vorsitzender des Buchholzer Tierschutzvereins, der das Tierheim Buchholz betreibt. "Es gibt in den Entscheidungen keine Logik mehr", moniert er.


AUF EIN WORT

Zwei Kardinalfehler innerhalb weniger Wochen
Ich ziehe meinen Hut vor allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die derzeit landauf, landab in den Testzentren im Akkord Schnelltests bei den Bürgern vornehmen und trotz des Ansturms freundlich bleiben. Sie leisten Großes, das man gar nicht genug würdigen kann. Ich ziehe meinen Hut definitiv nicht vor den Gesundheitsministern in Bund und Land, die für dieses Chaos zuständig sind. Jens Spahn & Co. haben zum zweiten Mal den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht, ausbaden müssen die Folgen andere.

Die Impfzentren Ende September zu schließen und damit eine hervorragend funktionierende Infrastruktur zu zerstören, war der erste Kardinalfehler der irrlichternden Gesundheitspolitiker. Mit dem jetzigen Testchaos folgt der zweite schwere Fehler nur wenige Wochen später. Die niedersächsische Landesregierung um Ministerpräsident Stephan Weil und Gesundheitsministerin Daniela Behrens (beide SPD) peitscht die 2G-Plus-Regel durch, sorgt aber nicht für genügend Testkapazitäten. Folge: Die Testzentren sind überlastet, Termine nicht kurzfristig verfügbar, Server brechen zusammen, die Schnelltests in vielen Supermärkten sind ausverkauft. Die Bürger, egal ob geimpft oder nicht, sind nur noch genervt. Das hätte verhindert werden können, wenn erst für genügend Tests gesorgt worden wäre und dann die 2G-Plus-Regel in Kraft getreten wäre.

Ausbaden müssen diese Minderleistung z.B. Gastronomen, Friseure, Sportvereine, Einzelhändler oder Kunstschaffende. Also die, die überhaupt nichts für die Regeln können. Wenn jemand z.B. gerne ins Restaurant gehen würde, den Besuch aber wegen fehlender Testkapazitäten absagt, ist das doppelt bitter für den Gastronomen. Ihnen muss das 55 Millionen Euro schwere "Gaststättenförderprogramm" des Landes, das die Gastronomie bei Investitionen unterstützt, die "eine Modernisierung der Betriebe auch unter Pandemie-Bedingungen ermöglichen", wie Hohn vorkommen. Mehr denn je ist in der Schwebe, wie viele Betriebe die neuerliche Krisensituation überhaupt überstehen. Das auch vor dem Hintergrund, dass es anders als im vergangenen Jahr keinen offiziellen Lockdown gibt, durch den viele Betriebe ein Anrecht auf staatliche Hilfe hatten. Die Auswirkungen der 2G-Plus-Regel sind fast dieselben: Die Kunden bleiben lieber daheim. Ob es finanzielle Hilfe für die Betroffenen gibt, steht in den Sternen. Oliver Sander

Typisches Bild: An den bestehenden Testzentren wie hier in Buchholz bilden sich lange Menschenschlangen
Am mobilen Teststand im Veranstaltungszentrum Empore: (v. li.) Comedian Ingo Appelt, Nicole Schücke, Gesa Schar und Onne Hennecke (alle Empore)
Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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