"Es gibt ein eindeutiges Votum der Bürger"

Derzeit das wichtigste Thema in Buchholz: Soll es grünes Licht ...
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Soll nach dem Aus für den Mühlentunnel-Neubau "Buchholz 2025plus" forciert werden? / Das sagen die WOCHENBLATT-Leserinnen und -Leser

os. Buchholz. Das dürfte einmalig im Landkreis Harburg sein und stellt auch in der Stadtgeschichte von Buchholz ein Novum dar: Zum ersten Mal musste ein großes Infrastrukturprojekt aus finanziellen Gründen verschoben werden. Der Neubau des Mühlentunnels, der den einspurigen Tunnel (Baujahr 1870) ersetzen soll, ist schlichtweg zu teuer. Wie berichtet, lag das günstigste von drei Angeboten mit 36 Millionen Euro deutlich über den kalkulierten 20,19 Millionen Euro. Der Stadtrat zog die Reißleine und vergab den Auftrag nicht. CDU-Ratsherr Ralf Becker schlug vor, jetzt alle Kraft in die Umsetzung des Projekts "Buchholz 2025plus" mit dem Bau einer Ostumfahrung bei gleichzeitiger Schaffung von bis zu 1.500 Wohneinheiten im Osten der Stadt zu legen.
Wie soll es jetzt weitergehen? Auf den Aufruf im WOCHENBLATT erreichten die Redaktion zahlreiche Zuschriften der Leserinnen und Leser. Wir veröffentlichen einen Teil davon, teilweise sind die Zusendungen gekürzt.

Pro Mühlentunnel

Klaus Kruse aus Buchholz schreibt: "Bei allem Hin und Her sollte alle Kraft daran gesetzt werden, dass der Mühlentunnel-Bau in die Tat umgesetzt wird und die Finanzierung schnellstmöglich realisiert werden kann. Die Situation mit dem alten Mühlentunnel ist untragbar - seit Jahren!!"
"Erst sollte der Mühlentunnel umgesetzt werden, dann die Umgehungsstraße", betont Klaus Malina aus Buchholz. "Der Mühlentunnel ist wesentlich wichtiger, z.B. wegen der Feuerwehrzufahrt und wegen der Gefährdung der Schulkinder auf dem Weg zum Kattenberg."
"Auf keinen Fall darf der Mühlentunnel aufgegeben werden", fordert WOCHENBLATT-Leserin Angela Müller. "Wer einmal zu Fuß durch den Tunnel gegangen ist, weiß, wie extrem gefährlich der viel zu kleine Fußweg ist. Der Tunnel ist überaltert, kann von Schul- und Stadtbus nicht passiert werden und muss daher jetzt realisiert werden."
"Die Planung des Mühlentunnel-Neubaus muss weiterverfolgt werden, selbstverständlich müssen die finanziellen Rahmenbedingungen fest im Blick bleiben und nach Einsparpotential gesucht werden", schreiben Ursula und Rolf Pape aus Buchholz. "Wir halten die Planung für 'Buchholz 2025plus' für unsinnig. Die Infrastruktur ist schon jetzt nicht ausreichend. Bei weiteren 1.500 Wohneinheiten schaffen wir weitere Probleme. Wir wollen keine Großstadt werden, sondern eine Stadt im Grünen bleiben."
"Es ist kein unterstützenswerter Umgang mit unseren Steuermitteln, zu sagen: 'Bekomme ich das eine Millionenprojekt nicht, dann nehme ich eben das andere'", erklärt Jürgen Petersen. "Ich finde es gut, wenn jede Chance für einen Ausbau des Mühlentunnels genutzt wird. Ich hoffe, dass unsere Politiker dazu stärker auf allen Ebenen (Stadt, Kreis, Land) an einem Strang ziehen."
"Das Verlagern von Prioritäten vom Mühlentunnel-Neubau zur Ostumgehung wäre ein falsches Signal für alle, die einen Kompromiss zwischen den Lagern befürworten. Dieser lautet: Erst die Lösung, die weniger Naturzerstörung mit sich bringt", betont Jendrik Helle aus Buchholz. "Erst muss der Mühlentunnel-Neubau erfolgen, danach dann weitere Naturzerstörung mit der Ostumgehung."

Pro Ostumfahrung

"Wir sind für das Projekt 'Buchholz 2025plus'. Der Heidekamp verträgt den Verkehr nach einem Tunnelneubau nicht", erklären Barbara und Theodor Hübsch.
"Es besteht ein eindeutiges Votum von über 60 Prozent der Buchholzer Bürger für eine Umgehung", betont Michael Brüchert. "Mit welcher Ignoranz übergehen unsere Feierabendpolitiker eigentlich den Willen der Bürger? Hier geht es doch nur noch um persönliche Animositäten."
"Man sollte unbedingt mit 'Buchholz 2025plus' fortfahren und den Ostring voranbringen. Ein Stillstand wäre langsam nicht mehr zu ertragen", betont Volker Kalinna aus Buchholz.
"Ralf Becker hat im Sinne der großen Mehrheit der Buchholzer Bürger erfrischend Klartext gesprochen", erklärt Johannes Strehle aus Buchholz. Das Ausschreibungsergebnis ist ein Glück im Unglück. Dieser Tunnel ist ein unkalkulierbares Projekt. Die Stadt ist gut beraten, den Tunnel zu gegebener Zeit von der Bahn neu bauen zu lassen."
"Die Pläne zum Bau des Mühlentunnels vorerst auf Eis zu legen, ist die folgerichtige Entscheidung unter Berücksichtigung der Haushaltssituation und der hohen Kosten des Projekts", schreibt Kai Kuhlmann aus Buchholz. "Intensiv muss nun endlich die Verwirklichung einer östlichen Umgehungsstraße verfolgt werden. Und zwar nicht, weil der Tunnel (vorerst) nicht gebaut werden kann, sondern weil die dauerhaft angespannte Verkehrssituation dieses erfordert!"
Weder das eine noch das andere möchte dagegen Marco Wilke: "Beide Projekte sind nicht enkeltauglich." Und Karl-Heinz Kühl, Mitgründer der Grünen in Buchholz, fordert, man solle nach Alternativen suchen und mit kleinen Schritten beginnen, z.B. mit einer Einbahnstraßenregelung rund um die Innenstadt. "Das Konzept liegt in der untersten Schublade des Bauamtes", kritisiert Kühl.
• Weitere Meinungen lesen Sie in unserer kommenden Mittwoch-Ausgabe.

Derzeit das wichtigste Thema in Buchholz: Soll es grünes Licht ...
... oder rotes Licht für den Mühlentunnel-Neubau geben?

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