Verein feiert 100. Geburtstag
Gelebte antifaschistische Kultur in Heideruh
- Heideruh-Geschäftsführerin Bea Trampenau
- Foto: Heideruh
- hochgeladen von Stefanie Hansen
Über ein Jahr hatte die Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh, in Seppensen, auf ihren großen 100-jährigen Geburtstag hingearbeitet. Pünktlich um 11 Uhr wurde die Geburtstagsfeier durch die Geschäftsführerin Bea Trampenau eröffnet. Mehrere Gäste aus Europa waren angereist, um diesen ganz besonderen Tag zu feiern. Politische Gruppen aus ganz Deutschlands waren gekommen, um dem traditionsreichen Verein in der Lüneburger Heide Glückwünsche und Grußworte zu überreichen. Mit dabei die Grußworte des Buchholzer Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse, sowie die Worte der Enkel und Urenkel des Gründers von 1926 der Familie Stender. Viele weitere prominente Personen aus der Politik, Kultur und zahlreiche politische Initiativen der gesamten Bundesrepublik waren angereist. Auffällig war die sehr gemischte Altersstruktur der Gäste. Auf der einen Seite fanden sich hoch betagte Menschen, die freundlich und liebevoll von den anwesenden Gästen unterstützt und über den Tag begleitet wurden. Auf der anderen Seite ist die sehr hohe Anzahl von jungen Gästen aufgefallen.
Heideruh bewirtschaftet und belebt sich aus Ehrenamtsarbeit. Bundesfreiwillige haben die Ältesten aus Berlin mit dem Auto abgeholt, damit diese wohlbehalten an der Geburtstagsfeier teilnehmen können. So war es möglich, dass ein großes generationsübergreifendes Sommerfest stattgefunden hat. Da das Haus ausgebucht war, schliefen viele Gäste in Wohnmobilen oder im Zelt. Auf die Frage, ob das Ehrenamt ein Auslaufmodell sei, antwortete Geschäftsführerin Bea Trampenau: „Nein, für Heideruh gilt dies nicht. Heideruh hat Zulauf und wir bewältigen unsere historische Verantwortung über die ehrenamtliche Arbeit. Wir bieten viele Themen und Angebote, die zukunftsrelevant sind. Mit diesen zumeist jungen Mitarbeitenden blickt Heideruh zuversichtlich in die kommenden 100 Jahre.“
An der Geburtstagsfeier haben über 300 Menschen teilgenommen. Sie war getragen von Grußworten, wie vom Paritätischen Niedersachsen, einer Ausstellung zur 100jährigen Geschichte Heideruhs sowie einer Führung über das große Gelände. Spieleangebote für die Kinder sowie die zahlreichen Informationsstände aus dem Landkreis, aus Hamburg und von bundesweiten Organisationen wurden besucht. Höhepunkte waren die Musikdarbietungen, die Heideruh in der Vergangenheit schon prägten und die junge Musikerin Leonore Lilja. Die Sängerin Gina Pietsch begleitet von Frauke Pietsch am Klavier präsentierten ihr Chanson-Programm „Ein Glück heißt Akkordeon – Hommage an Esther Bejarano“.
Bis kurz vor Mitternacht wurde Filmmaterial aus den letzten 50 Jahren gezeigt – Heideruh unterlag immer einem Spiegel der gesellschaftlichen Veränderung. Bis tief in die Nacht wurde gesungen und gefeiert.
Von Freitag, 14., bis Sonntag, 23. August, folgt die Festwoche, die mit Kai & Funky von Ton Steine Scherben feat. Birte Volta eröffnet wird.
Willkommen sind alle Menschen die sich gegen Rassismus und für eine bunte Welt für alle Menschen einsetzen wollen.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Buchholz |
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